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Lebensrettende Rauchmelder sind ab 1. Januar Pflicht

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Noch bis zum 31. Dezember haben Eigentümer und Vermieter Zeit, Rauchmelder anzubringen. Im Schadensfall drohen ihnen sonst strafrechtliche Konsequenzen.

Rauchmelder können Leben retten. Sie registrieren, wenn giftige Rauchgase entstehen, und wecken mit einem schrillen Ton die Bewohner sogar aus dem Tiefschlaf auf.


Sogenannte Rauchwarnmelder, die selbst Alarm schlagen und das Signal nicht erst an eine Hausanlage leiten, sind in Neubauten bereits Pflicht, in vielen Bundesländern auch in Altbauten. Wichtig ist, dass sie an der richtigen Stelle im Raum hängen. Das Traunsteiner Tagblatt hat sich Tipps rund um das Thema Rauchmelder vom ersten Kommandanten der Feuerwehr Traunstein, Christian Schulz, geholt.

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Vorgeschrieben für Wohnungen sind Rauchwarnmelder. Diese haben einen eingebauten Lautsprecher, über den der Alarm in unmittelbarem Umfeld des Geräts ertönt. In der Pflicht stehen die Eigentümer. Sie müssen für ihre Mieter Rauchmelder anbringen, aber auch im eigenen Haus und der Eigentumswohnung sind diese vorgeschrieben. »Sie sollten in allen Schlafräumen und Kinderzimmern sowie Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, installiert sein«, betont Kommandant Schulz.

Rauchmelder in Schlafräumen sind deswegen notwendig, da 70 Prozent der Feuertoten nach nächtlichen Bränden zu beklagen sind. Im Schlaf funktioniert der Geruchssinn nur eingeschränkt.

Im Bad und in der Küche sollte hingegen auf Rauchwarnmelder verzichtet werden. Zum einen, da Wasserdampf oder Staub dort leicht Fehlalarme auslösen. Hier empfehlen sich sogenannte Wärme- oder Hitzemelder.

Gebrauchsanweisung ist zu beachten

Bevor die Rauchwarnmelder angebracht werden, sollte unbedingt die beiliegende Gebrauchsanweisung gelesen werden, so Schulz. »Die Modelle unterscheiden sich durchaus, daher sollte man diese nicht nach eigenem Empfinden, sondern nach Empfehlung des Herstellers anbringen.« Gewöhnlich werden die Geräte aber an die Decke in der Raummitte montiert. Ungünstig wäre es, sie in der Nähe von Bereichen mit starker Zugluft anzubringen. Das verfälscht die Messergebnisse.

Ist ein Zimmer durch deckenhohe Teilwände oder durch Möbel unterteilt, sollte jeder Raumteil überwacht werden. Denn die Teilung kann dazu führen, dass der Rauch nicht bis zu einem einzigen Melder im Raum gelangt. Gibt es eine Galerie mit einer Fläche von mehr als 16 Quadratmetern und ist dieses Bauteil entweder länger und breiter als zwei Meter, sollte zusätzlich an der Unterseite der Galerie ein zweiter Rauchmelder hängen. Bei sehr langen Fluren kommen am besten mehrere Geräte zum Einsatz, empfiehlt der Feuerwehrkommandant.

In Räumen mit Dachschrägen können sich in der Dachspitze Wärmepolster bilden, aber der Rauch gelangt zunächst nicht in diese Spitze. Daher würde ein dort angebrachter Rauchmelder einen Brand zu spät erkennen. Daher sollte er in Dachschrägen 50 Zentimeter Abstand von der Deckenspitze haben. »Ist man sich unsicher, sollte auf jeden Fall ein Experte aufgesucht werden, der über einen geeigneten Platz für einen Rauchwarnmelder aufklärt«, rät Schulz. Mieter sollten jedoch nicht ungefragt ans Werk gehen, sondern ihren Vermieter gezielt darauf ansprechen. Denn der Eigentümer ist hier in der Pflicht.

Auch wenn die meisten Geräte von den Herstellern als wartungsfrei gekennzeichnet sind, ist eine jährliche Wartung sinnvoll. Einerseits, um die Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten, andererseits um Fehlalarme etwa wegen leerer Batterien zu vermeiden. Hier ist laut Bauordnung der Mieter zuständig. Dies sollte aus mietrechtlichen Gründen im Mietvertrag geregelt werden.

Alle Geräte einmal pro Jahr warten

Feuerwehrmann Schulz empfiehlt, alle Geräte einmal pro Jahr auf ihre Funktionstüchtigkeit hin zu überprüfen. Um einen Rauchmelder zu warten, sollte geschaut werden, ob das Gerät sauber und nicht beschädigt ist. Zudem sollte die Funktionsfähigkeit mit der Prüftaste getestet werden. Ist die Batterie leer, muss diese gewechselt werden. Bei einem Gerät mit fest eingebauter Batterie muss der Vermieter informiert werden, damit das komplette Gerät ersetzt werden kann. »Um den Sensor zu testen gibt es ein spezielles Testspray«, sagt Feuerwehrkommandant Schulz. Nur so könne dessen Funktionsweise optimal geprüft werden.

Ist der Vermieter für die Wartung zuständig, muss der Mieter diese dulden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Vermieter die Wartung selbst ausführt oder von einem Techniker ausführen lässt. Allerdings kann nicht verlangt werden, dass die Wartung zu einem beliebigen Zeitpunkt durchgeführt werden kann. Sie muss vorab rechtzeitig angekündigt werden. Zudem darf die Wartung ohne Zustimmung des Mieters weder zu Nachtzeiten noch am Wochenende durchgeführt werden.

Kritisch sieht der Kommandant, dass trotz der gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht, keine offiziellen Kontrollen durchgeführt werden. Deswegen aber keine Rauchwarnmelder anzubringen, das Risiko sollten Eigentümer und Vermieter nicht eingehen. Bei einem Brand mit Verletzten oder Toten drohen dem Eigentümer strafrechtliche Konsequenzen, sollte er keine Rauchmelder installiert haben. Mieter könnten dann auch Schadenersatzansprüche geltend machen. vew

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