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Lebenshilfe weihte Erweiterungsbau in Altenmarkt ein

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Landtagspräsidentin Barbara Stamm sah sich in dem Erweiterungsbau um und suchte auch das Gespräch mit Betreuten und deren Angehörigen. (Foto: Mix)

Altenmarkt. Neben der bereits bestehenden Förderstätte der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Traunstein in Altenmarkt ist ein Erweiterungsbau für Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen entstanden. Das neue Haus wurde jetzt eingeweiht. Es bietet zusätzliche Förderstättenplätze für zwölf Menschen mit schwerst mehrfacher Behinderung und Wohnplätze für 14 Bewohner.


Der Kreisvorsitzende der Lebenshilfe, Peter Bantlin, hob in seiner Ansprache bei der Einweihung hervor: »Bereits bei der Planung war die Zielsetzung unserer Bestrebungen, die neue Wirkungsstätte so zu gestalten, dass Harmonie und Geborgenheit spür- und erlebbar werden.« Die im vorhandenen Altbau geschaffene Infrastruktur mit den Therapiemöglichkeiten für die Förderung könne mitgenutzt werden. »Deshalb war es so wichtig, unseren Neubau in unmittelbarer Nähe zum Altbestand errichten zu können.«

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Im Erdgeschoß des Neubaus werden schon seit einigen Wochen zwölf Menschen mit schwerst mehrfacher Behinderung betreut, die in keine Werkstatt gehen können; sie erhalten dort eine Tagesstruktur. In Altenmarkt stehen mit der aktuellen Erweiterung nun insgesamt 66 Förderstättenplätze zur Verfügung, an denen individuelle Förderangebote durchgeführt werden.

Im Ober- und im Dachgeschoß sind zwei Wohngruppen mit je sieben Einzelzimmern untergebracht. Diese Wohnräume wurden errichtet von der Verwaltungsgesellschaft Wohnheim Altenmarkt der Lebenshilfe Traunstein GmbH & Co. KG, der 22 Gesellschafter angehören. Die Lebenshilfe hat die Wohnräume von der Verwaltungsgesellschaft angemietet. Großzügig unterstützt wurde der Neubau der Förderstätte durch Spenden der Heidenhain-Stiftung und der Aktion Mensch.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und gleichzeitig Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern betonte in ihrem Grußwort: »Es ist in unserer Gesellschaft notwendig, dass wir die Augen öffnen für diejenigen Menschen, die unsere besondere Hilfe und Aufmerksamkeit brauchen.« Es seien vor rund 50 Jahren bundesweit Eltern von Kindern mit Behinderung gewesen, die die Inklusion erfunden hätten, als sie aus ihrer eigenen Erfahrung heraus die Initiative ergriffen und die Lebenshilfe gegründet hätten. Die betroffenen Eltern bräuchten Sicherheit und das Gefühl, dass ihre Kinder mit Behinderung gut versorgt sind, auch wenn sie selber einmal nicht mehr da sind.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser hob hervor, dass der Landkreis Traunstein, in dem rund 20 000 Menschen mit Behinderung leben, stets versuche, bestmögliche Lösungen zu finden mit dem Ziel der vollständigen Inklusion. Dabei spielten die vorhandenen Einrichtungen eine große Rolle. Mit Blick auf die Gründung der Lebenshilfe Traunstein vor über 40 Jahren sagte er: »Sie können stolz sein auf das, was sich hier in den letzten Jahrzehnten getan hat.«

Für Georg Brüderl, Chef der Firma Brüderl Architektur und gleichzeitig Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Lebenshilfe, ist die Arbeit für die Lebenshilfe immer eine besondere Herausforderung, da es darum gehe, den unterschiedlichsten Anforderungen der Menschen mit Behinderung gerecht zu werden. »Es ist wichtig, den Menschen eine Heimat zu bieten und bei diesen Bauten spielen die Gefühle eine sehr große Rolle«, betonte der Architekt. Als Vorsitzender des Förderkreises sehe er mit Genugtuung, dass man einiges mit dem Geld der Förderer bewegen könne.

Geschäftsführerin Annemarie Funke blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte des Neubaus. Erste Überlegungen zur Erweiterung der Förderstätte in Altenmarkt habe es bereits 2007 gegeben. Einige Probleme und schwierige Verhandlungen mit dem Bezirk von Oberbayern, der eine Erweiterung an der bestehenden Förderstätte zunächst ablehnte, hätten die folgenden Jahre geprägt, bis im September 2012 endlich Baubeginn war. mix

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