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»Leben und Wohnen im Alter«

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Wonneberg. Thematisch ging es beim Familienfrühstück der Gruppierung Überparteiliche Wählergruppe/Grüne im Gasthaus Gruber in Weibhausen um das Thema »Leben und Wohnen im Alter«. Eugen Wette-Köhler aus Weibhausen kandidiert für ÜWW/Grüne und ist Vorsitzender des in Traunstein ansässigen Vereins »Alter-natives Wohnen«, der sich um gemeinsame Wohnformen für Senioren bemüht. Heutzutage, da die Zahl von älteren Menschen stetig zunehme, sei es wichtig, so der Referent, ihnen Lebensqualität zu erhalten, ihnen ein selbstbestimmtes Leben und Mobilität zu ermöglichen sowie ihnen auch die notwendige Versorgung und Pflege zur Verfügung zu stellen. Ziel sei es dabei, die Senioren in die Lage zu versetzen, möglichst lange in der eigenen häuslichen Umgebung bleiben zu können.


Dabei habe auch eine Gemeinde die Möglichkeit, helfend einzugreifen. Eine mögliche Perspektive kommunaler Altenpolitik könne es sein, den Rüstigen unter ihnen Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. Ebenso wichtig sei es auch, vor Ort die notwendige Versorgung und Treffpunkte zu schaffen, wie etwa mit einem Dorfladen mit zusätzlichen Dienstleistungen. Ein Vorschlag von Wette-Köhler war auch die Gründung eines Tauschrings, wo man sich gegenseitig helfen kann, indem die geleisteten Zeiteinheiten getauscht werden.

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Die wenigsten Gemeinden hätten sich bisher über solche Dinge Gedanken gemacht, stellte Wette-Köhler aus seiner Erfahrung heraus fest. Um solche Projekte anzustoßen, gebe es Beratung und auch Förderung – etwa auch für den Bau seniorengerechter Wohnungen. Dazu kam von einer Besucherin die Anregung, dass man generell beim Hausbau auf Barrierefreiheit achten sollte, weil jeden plötzlich eine Behinderung treffen könnte. Zusammenfassend sagte Wette-Köhler, dass diese Seniorenthematik für ÜWW/Grünen in Zukunft ein wichtiger Schwerpunkt sein werde.

Betreuungsmöglichkeiten für Kinder waren das Thema von Sepp Eder, dessen Frau Marion für den Gemeinderat kandidiert. Unter dem Motto »Eltern im Wandel der Zeit« ging es dabei um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Gemeinde Wonneberg. Vor allem nahm Eder dabei die Betreuungszeiten in Kindergarten und Schule unter die Lupe. Diese müssten noch flexibler werden, so seine Forderung aus eigener Erfahrung, da er und seine Frau berufstätig sind. Dass Mann und Frau ganztags arbeiteten, sei in der Gemeinde Wonneberg nicht möglich, weil hier die Betreuungsangebote fehlten.

Seine Anregung: den Bedarf ermitteln – und zwar rechtzeitig, mit Elternvertretern sprechen und dann die notwendigen Angebote planen. Und sollte die Nachfrage nicht ausreichend sein, könnte man Kontakt mit Nachbargemeinden aufnehmen. Insgesamt sei beim Thema Betreuung Flexibilität bei allen Beteiligten gefragt: bei den öffentlichen Einrichtungen, bei den Arbeitgebern, aber auch bei den Eltern. Dazu gehöre auch, wie eine Besucherin anregte, dass Kindergarten- und Schulzeiten aufeinander abgestimmt werden: Es helfe ja nichts, wenn ein Kind zwar in der Schule betreut werde, zur gleichen Zeit aber für das andere Kind der Kindergarten nicht mehr geöffnet sei. Damit sei dann auch nicht geholfen. Dabei habe man in St. Leonhard das »Riesenglück«, dass Schule und Kindergarten nahe beieinanderliegen.

Bürgermeisterkandidat Alexander Reinmiedl fasste zusammen, dass all diese Vorschläge in Ruhe ausdiskutiert werden müssen. Wichtig sei aber, dass in der Gemeinde »von Haus aus was stattfindet«, das heißt, dass ein Basismodell an Betreuung angeboten wird, das nach Bedarf ausgebaut werden kann – durchaus eventuell auch durch die Mitwirkung von Vereinen oder ehrenamtlich tätigen Personen. »Die Wahlfreiheit muss da sein«, so Reinmiedl, jeder Bürger solle sich sein Leben so einrichten können, wie er es für richtig hält, ob nun die Mutter zu Hause ist oder arbeiten geht: »Hier gibt es kein Gut und Böse«, betonte Reinmiedl. he