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»Lasst euch nicht unterkriegen«

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Das  Angebot  am Basar der Landfrauen war auch heuer wieder erstaunlich umfangreich, und die schönen Dinge finden immer auch reißenden Absatz. (Foto: H. Eder)

Waging am See – »Lasst euch nicht unterkriegen«, rief Pfarrer Helmut Bauer aus Traunstein den Landfrauen im brechend vollen Kurhaussaal in Waging zu, und wünschte ihnen einen »schönen Festtag: Genießt ihn!« Wie immer, wurde der Landfrauentag mit einem Gottesdienst eröffnet, und wie immer gestaltete ihn der Landfrauenchor unter Leitung von Rosa Illguth musikalisch. Diesmal stand eine Messe von Sepp Oberhöller auf dem Programm, an der Harfe begleitet von Karin Schroll von der »Lenzensberg-Soatnmusi«, die dazu noch einige Instrumentalstücke beitrug.


»Das ist euer Tag«, sagte Pfarrer Bauer, der als Spiritual im Studienseminar St. Michael wirkt, zu den Landfrauen, »der Himmel hat sich für euch besonders schön gemacht« – womit er sich auf das wunderbare, sonnige Wetter bezog. Die Landfrauen sollten den Tag genießen, empfahl er, denn in der Vielfalt des Alltags gehe oft die Seele unter.

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Oftmals fühlten sich die Menschen gerädert, sie fragten sich, wofür sie dies und jenes überhaupt machten. Lob und Dank erwarte man oft vergebens, das »Hotel Mama« und »Bankhaus Oma« werde häufig ausgenutzt. Nachhilfe für Kinder, Streit zu schlichten, kranke Familienangehörige zu pflegen: Das alles könne einem mitunter zu viel werden. Da sei es dann kein Wunder, wenn man sich ausgebrannt fühle.

Dabei könne, so Pfarrer Bauer, der Glaube ein Haltepunkt im Leben sein, er »trägt und hält und verleiht Schwung«. Aber auch die sozialen Beziehungen in Familie, Freundeskreis, Dorf und Pfarrei könnten Halt geben. Wichtig sei es, Gelassenheit einzuüben, etwa dass man die Wohnung nicht jedes Mal »sauber, sondern lediglich sauberer« mache, dass man sich immer wieder frage, was wirklich notwendig und wichtig sei, und dass man nicht immer nur funktioniere. Nicht zuletzt gehörten auch eine Prise Humor dazu und die Fähigkeit, auch mal Nein zu sagen, um sich nicht unterkriegen zu lassen.

In den Fürbitten, die von Landfrauen formuliert worden waren und auch gelesen wurden, ging es unter anderem darum, dass die politisch Verantwortlichen eine Lebensperspektive für die Landwirtschaft ermöglichen und sich für Frieden einsetzen sollten. Außerdem sollten Familien und Nachbarschaften Menschen, die Asyl und Hilfe suchen, Solidarität und Offenheit entgegenbringen. Nach dem Gottesdienst bedankte sich Kreisbäuerin Resi Schmidhuber beim Pfarrer für den Gottesdienst und die Ansprache und überreichte ihm gemeinsam mit BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer einen Geschenkkorb mit selbst produzierten Leckerbissen.

Schon vor dem Gottesdienst hatten sich die Landfrauen rege eingedeckt mit all den schönen Dingen, die im Basar zum Verkauf standen: adventliche Deko, selbstgemachtes Gebäck, Kripperl, Stoffe und Bücher. Auch ein Stand mit feinem Schmuck war die ganze Zeit über dicht umlagert. he

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