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Langwierige Suche nach Räumen fürs Stadtmuseum

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Die Stadt Traunreut hat die Historikerin Dr. Henriette Holz für eine Machbarkeitsstudie in Sachen Museum engagiert. Unser Bild zeigt sie im Gespräch mit Fritz Bantscheff (links) vom Heimathaus-Vorstand und Ortsheimatpfleger Hans Danner. (Foto: H. Eder)

Traunreut – Seit dem Jahr 2000 etwa, so erinnert sich Ortsheimatpfleger und Stadtrat Hans Danner, gebe es in Traunreut konkrete Überlegungen, im Bereich um das Heimathaus ein Museum zu schaffen. Durch den Bau des k1 sei das Thema in den Hintergrund geraten, aber vor etwa drei Jahren erneut aufgegriffen worden. Die Historikerin und Museumsberaterin Dr. Henriette Holz beginnt derzeit mit der Arbeit an einer Machbarkeitsstudie; den Auftrag hat ihr der Stadtrat Mitte Juli übertragen.


Im Laufe der Jahre gab es viele Planungen. So wurden laut Danner Standorte an der Eichendorffstraße, neben dem k1 und auf dem Heimathaus-Gelände angedacht. Letzteres fände Fritz Bantscheff ideal, mit dem Gebäude selbst als Zentrum. Denn das uralte »P-Haus« aus der Munazeit eigne sich für ein Museum besser als jedes andere Gebäude oder ein Neubau. Zudem gebe es hier Leute, die sich um das Haus kümmern und die sich auch um das Museum kümmern könnten.

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Heimathaus: wichtige Funktion als Bürgerhaus

Dabei würde das Heimathaus in jedem Fall seine Funktion als Bürgerhaus behalten, da das Veranstaltungszentrum k1 diese Aufgabe nicht erfüllen könne, sagte Danner. Heimathaus und k1 ergänzten einander somit wunderbar – und mit einem Museum würde hier eine sehr schöne Kombination entstehen. Offen ist jedoch die Frage, wie im Heimathaus der Platz für das Museum geschaffen werden kann.

Museumsexpertin Dr. Holz stellte dazu klar fest: »Ohne Personal und ohne inhaltliche Leitung ist ein solches Museum eine Totgeburt.« Denn ein solches Haus müsste leben; es müsse immer wieder Sonderausstellungen oder Veranstaltungen geben, um das Interesse der Menschen zu erhalten.

Ein Museum sei ein Anziehungspunkt für Menschen aus Traunreut und Umgebung. Den touristischen Aspekt sieht sie eher im Hintergrund, wenn es auch als Schlechtwetterprogramm geeignet sei. Ein Museum, richtig geführt und attraktiv aufgezogen, könnte auch imagefördernd für die Stadt und zudem ein Anziehungspunkt sein: Besucher nutzen auch die Einkaufsmöglichkeiten der Stadt und kehren auch in der örtlichen Gastronomie ein.

In ihrer Machbarkeitsstudie wird sie nun die möglichen Standorte erfassen, beschreiben und werten. Entscheiden muss natürlich der Stadtrat. Und sie muss den Platzbedarf ermitteln. Auch die Kosten werden eine gewichtige Rolle spielen.

Schon im Februar 2013 hatte der Stadtrat mit Stephanie Steiner eine ausgewiesene Museums-Fachkraft damit beauftragt, die Bestände des Heimathauses zu sichten, zu strukturieren und zu inventarisieren. Begonnen hat sie, auch mit Unterstützung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, mit den Gegenständen in der Munastube im Obergeschoß des Heimathauses. Neben dem Sachgut gab es im Heimathaus auch eine große Menge an Schrift- und Bilddokumenten, die sie ins Inventar aufgenommen hat – »Grundlagenarbeit für ein späteres Geschichtshaus und Grundlagenforschung im Allgemeinen«.

Zudem wurde in zwei Räumen in der Grundschule Süd ein Depot eingerichtet für historisches Material, das in der Munastube nicht untergebracht werden kann. Eine wichtige Arbeit waren auch Gespräche mit Zeitzeugen, um das Wissen »alter Traunreuter« zu erfassen, ehe es der Vergessenheit anheimfällt. Diese Gespräche wird nun Dr. Holz weiterführen. Im Übrigen hält sie die Munastube für eine »schöne Grundlage für ein Museum, die aber noch ergänzt werden muss«.

Zusammenarbeit mit den Schulen wäre erwünscht

Bis April 2016 ist ihr Auftrag befristet, aber, so ihre klare Ansage: »Am Ende des Auftrags wird noch kein Museum stehen.« Fritz Bantscheff schloss daran die Hoffnung an, »dass die Stadt dann auch mitmacht«. Hans Danner fügte an, dass das Museum ein Ort werden sollte, »der zum Selbstverständnis der Traunreuter beiträgt«. Und Dr. Holz ergänzt, dass das Museum ein lebendiger Treffpunkt werden sollte, wo man mit Menschen ins Gespräch kommen kann, die sich ebenfalls für die Vergangenheit interessieren. Und wo man das Interesse der Jugend wecken könne; denn auf alle Fälle sollte ein Stadtmuseum intensiv mit den Schulen zusammenarbeiten. he