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Lang lebe der Ehestreit

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Das krachende Ende einer langjährigen Beziehung oder ein Neuanfang? Die Salztheater-Darsteller Alexandra Holzner und Lukas Herschke (rechts) als unglückliches Ehepaar bei ihrem verzweifelnden Paartherapeuten, gespielt von Kurt Lohwasser. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Mit der unterhaltsamen Beziehungskomödie »Die Wunderübung« von Daniel Glattauer feiert das Salztheater Traunstein am 25. Dezember um 20 Uhr in der Theater-Strickerei Grabenstätt Premiere. Sieben mehr oder weniger glückliche Ehejahre, zwei prächtige Kinder, ein Rauhaardackel, ein Gartenhaus, welch eine Idylle, welch ein heiles Familienleben – könnte man meinen, doch der Schein trügt.


Die Eheleute Joana (Alexandra Holzner) und Valentin Dorek (Lukas Herschke) haben sich schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu sagen. Ihre Beziehung ist am Tiefpunkt angelangt und eine Paartherapie wird zum letzten Rettungsanker. »Sie haben ja keine Liebesbeziehung, Sie haben eine Kampfbeziehung«, attestiert der Therapeut schon nach kurzer Zeit. Die Atmosphäre im Therapieraum des erfahrenen, eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Paartherapeuten (Kurt Lohwasser) ist trotz des obligatorischen Weihnachtstauwetters frostig-eisig und die Stimmung spürbar vergiftet.

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Die Doreks reden nicht mehr miteinander, sondern nur mehr übereinander. Und Joana hat eine ganze Menge über Valentin zu sagen. Dieser muss sich freilich verteidigen und schießt treffsicher zurück, doch da Joana immer schon vorher weiß, was ihr Mann sagen will, bringt sie ihn mit ihrem Redeschwall zum Schweigen – und den langsam verzweifelnden Therapeuten an seine Grenzen: »Eines würde mich schon interessieren. – Warum trennen Sie sich eigentlich nicht?«

Doch so einfach machen es die Doreks ihrem Therapeuten dann doch nicht. Und dieser muss ganz tief in die Trickkiste greifen, um am Ende vielleicht mit einer »Wunderübung« aus dem Gegeneinander wieder ein Miteinander zu machen ...

Die bekannten Klischees von Frauen, die nicht zuhören und ständig reden, von Männern, die nicht zu Wort kommen, von Seitensprüngen und der Reue darüber, von überforderten Therapeuten, sie werden hier genüsslich nach allen Regeln der Theaterkunst ausgebreitet.

Authentisch, oft auch köstlich sarkastisch-ironisch, aber stets mit ungemein viel Gespür für die feinen Zwischentöne im Beziehungsdschungel führt Autor Glattauer ins Labyrinth zwischenmenschlicher Beziehungen und Regisseur Gerhard Brusche bringt es mit seinem dreiköpfigen Ensemble kongenial auf die Bühne – Überraschungen inklusive.

Weitere Spieltermine sind am Dienstag, 26. Dezember, Samstag, 30. Dezember, sowie am 3./ 5./ 6./ 20. und 21.   Januar, jeweils um 20 Uhr in der Theater-Strickerei Grabenstätt, Chieminger Straße 24. Karten gibt es unter Telefon 0177/321 60 64, über die Internetseite der Theater-Strickerei oder ab 19 Uhr an der Abendkasse. Ab Februar ist die Komödie auch als Theaterdinner im Hafenwirt in Seebruck zu sehen. mmü

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