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Landwirtschaftliches Gebäude darf Wohnhaus werden

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Bergen – In seiner jüngsten Sitzung schloss der Bergener Gemeinderat einige Bausachen ab. Ein Ortstermin des Bauausschusses im Vorfeld hatte in einigen Punkten Klärung gebracht.


Am Sportplatz möchte ein Bauwerber an einem landwirtschaftlichen Gebäude die Nutzung ändern und stellte eine Bauvoranfrage. Das Objekt soll künftig als Einfamilienhaus genutzt werden. Das erachtete der Gemeinderat in weiten Teilen für machbar. Kopfzerbrechen bereitete dagegen, dass zugleich ein Anbau und ein Nebengebäude entstehen sollen. Denn das Grundstück liegt baurechtlich im Außenbereich, sodass grundsätzlich nur privilegierte Vorhaben zulässig sind, das heißt Bauvorhaben, die für den Betrieb einer bestehenden Landwirtschaft notwendig sind. Das Landratsamt sah jedoch die Lösungsmöglichkeit, für den gesamten Bereich einen Bebauungsplan zu erstellen. Auch die Gemeindevertreter sahen diesen Weg. Der Gemeinderat beschloss daher einstimmig, gegen das Vorhaben keine Einwände zu erheben.

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Einen Aufstellungsbeschluss fasste der Gemeinderat einstimmig für den Bebauungsplan Bergen-Dorf im Bereich Sonnleiten. Eine Antragstellerin möchte für ihr Bauvorhaben den Bebauungsplan ändern lassen. Es werden nun die Stellungnahmen der beteiligten Behörden eingeholt und die Bürgerbeteiligung eingeleitet.

Ursprünglich hatte ein Bauwerber sein Wohnhaus am Tannenweg mit fünf Wohnungen geplant. Nach Gesprächen mit Gemeinde und Landratsamt sowie einigen Vorgaben aus dem Gemeinderat hat er nun umgeplant auf vier Wohnungen. Die Räte stimmten dem nun zu und erteilten die Befreiungen für die Firstrichtung des Quergiebels und die Dachneigung.

Schon 2011 hatte der Gemeinderat die Bebauung eines Grundstückes Am Irlacher Winkl in Holzhausen einstimmig abgelehnt. Die damals mit ausschlaggebende Kanalsituation soll durch die anstehende Sanierung deutlich verbessert werden. Vor diesem Hintergrund fragte der Antragsteller nun erneut an, ob das Grundstück bebaubar ist. Der Bebauungsplan hat auf dem Grund einen schützenswerten Baumbestand eingetragen. Das Grundstück liegt an einem steilen Hang.

Die Gemeinderäte diskutierten ausführlich darüber. Nach einer Ortsbesichtigung des Bauausschusses können sich die Räte einen Eingriff in den Baumbestand durchaus vorstellen. Ungelöst ist allerdings die Frage der Verkehrsanbindung. Der Antragsteller plant eine Anbindung an die bergseitig verlaufende Straße, was technisch möglich scheint. Abschließend kamen die Gemeinderäte zum Ergebnis, sich eine Bebauung vorstellen zu können. Voraussetzung sei, dass der Antragsteller eine Lösung für die Verkehrsanbindung findet und die Abwassersituation geklärt ist.

Eine Fülle von Befreiungen vom Bebauungsplan würde eine Überdachung zwischen dem Wohnhaus und der Garage mit einer Glas-Stahl-Konstruktion an der Ganghoferstraße in Bergen erfordern (wir berichteten). Die wollte die Mehrheit des Gemeinderates nicht ohne Besichtigung des Bauausschusses erteilen.

Der Ortstermin  hat nun ergeben, dass die Konstruktion so zwischen  Wohnhaus und Garage eingefügt werden soll, dass sie wenig auffällt. Andererseits zeigte Josef Gehmacher (CSU/BBU) eine Lösung auf, deren Konstruktion sich der Wohnhausbedachung anlehnt. Diese Lösung soll dem Planer vorgeschlagen werden. Die Glas-Stahl-Konstruktion fand keine Mehrheit. Ohne Diskussion beschloss der Gemeinderat dann die Widmung der damit öffentlichen Straßen Am Moos, Dorfbreiten und Am Wagnerhof zu Ortsstraßen, den Fußweg Am Wagnerhof zu einem beschränkt öffentlichen Weg. lukk