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Landratsamt BGL zieht nach Freilassing um

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Dieses Bürogebäude im Freilassinger Industriegebiet wird zwei Jahre lang der Sitz des Landratsamts sein. (Foto: Hudelist)

Das Landratsamt Berchtesgadener Land zieht nach Freilassing um. Das hat Landrat Georg Grabner am Freitag im Kreistag bekannt gegeben. Ab Mitte 2017 werden rund 270 Mitarbeiter des Amts im dann leerstehenden Bürogebäude eines ehemaligen Sanitärbetriebs in Freilassing unterkommen. Grund dafür ist der komplette Umbau des Amts in Bad Reichenhall, das ursprünglich geplante Containerdorf wäre mit drei Millionen Euro für 20 Monate zu teuer gewesen.


Mitten in seiner Haushaltsrede wich Landrat Georg Grabner von seinem Manuskript ab und verkündete beim Punkt »Sanierung und Erweiterung des Landratsamtes« die Überraschung: Das Landratsamt wird für die Dauer der Sanierung komplett nach Freilassing übersiedeln. Dies hat finanzielle Gründe: Für das geplante Containerdorf inklusive Grundstückspacht waren rund 1,4 Millionen Euro für die Bauzeit von 20 Monaten vorgesehen, »aber die Containerverleiher langen immer noch ganz schön zu, davon abgesehen, dass es kaum Container gibt«, so Grabner. Bei Kosten von rund drei Millionen Euro nur für die Container und das Grundstück habe er die Reißleine gezogen.

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Kosten deutlich unter der Drei-Millionen-Euro-Marke

Wie das Landratsamt auf das leerstehende Bürogebäude der Firma Heinze aufmerksam wurde, war am Freitag nicht zu klären, Fakt ist jedoch, dass das Sanitärunternehmen in Kürze in einen Neubau umzieht. Das dann leerstehende Bürogebäude im Freilassinger Industriegebiet sollte ursprünglich verkauft werden, nun will es die Eigentümerfamilie dem Vernehmen nach aber doch behalten. Wie hoch die Mietkosten für das Landratsamt für knapp zwei Jahre sind, ist nicht bekannt, »es sind jedoch deutlich weniger als die drei Millionen Euro teure Containerlösung«, so Behördensprecher Andreas Bratzdrum.

Von den rund 300 Mitarbeitern des Landratsamts werden ab Mitte 2017 rund 270 nach Freilassing wechseln, die Büroräume an der neuen Adresse Görlitzerstraße 10 müssten nur geringfügig adaptiert werden, heißt es. Weitere 30 Mitarbeiter, zum Beispiel des Schulamts, sind bereits in das Sparkassengebäude in Bad Reichenhall ausgewichen. Wo die Sitzungen der Ausschüsse und des Kreistags stattfinden werden, ist noch nicht geklärt. Der große Saal im Freilassinger Rathaus steht aber auf der Ausweichliste.

Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher kommentierte diese Entscheidung mit einem Augenzwinkern: »Endlich wird der Kreistagsbeschluss von 1972 umgesetzt.« Damals hatte nach der Gebietsreform und dem Zusammenlegen der Landkreise Berchtesgaden, Laufen und der kreisfreien Stadt Bad Reichenhall zum neuen Landkreis Berchtesgadener Land der Kreistag entschieden, dass Freilassing die große Kreisstadt werden sollte und damit die Heimat des Landratsamts. Dem damaligen Bayerischen Innenminister Bruno Merk (CSU) war dieser Beschluss offensichtlich egal, er setzte Bad Reichenhall als Sitz des Landratsamts fest. hud