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Landrat Walch: »Die Wirtschaft im Chiemgau brummt«

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Astronaut Dr. Ulf Merbold sprach beim Wirtschaftsempfang in Ising. (Foto: Effner)

Chieming – Ein echter Pionier der deutschen Raumfahrt berichtete als Gastreferent beim Sommerempfang der Wirtschaftsregion Chiemgau in Gut Ising von seinen Abenteuern im Weltraum: der Astronaut Dr. Ulf Merbold. Landrat Siegfried Walch betonte vor den rund 250 Gästen aus Unternehmen, Ämtern, Behörden und Politik, dass die Wirtschaft im Chiemgau brumme. Angesichts einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent habe man »praktisch Vollbeschäftigung«, erläuterte er.

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Bei einer Exportquote von 52 Prozent profitierten auch regionale Firmen von der globalen Vernetzung, so Landrat Siegfried Walch. Um deren Bedarf an Fachkräften langfristig abzusichern, investiere der Landkreis weiterhin viel Geld in die Bildung, speziell auch die berufliche Bildung. 110 Millionen Euro seien im Landkreishaushalt dafür in den nächsten fünf Jahren vorgesehen.

Weiter liege dem Landkreis die Wohnraumentwicklung am Herzen. Speziell junge Familien sollten davon profitieren, betonte Walch. Den Bau von 200 zusätzlichen Wohnungen sehe man als »Investition in die Zukunft«, da dies fähige junge Leute in der Region halte.

Als dritten wichtigen Punkt nannte der Landkreischef die Zertifizierung seiner Behörde als »mittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung«. »Bisher verfügen wir als erster Landkreis im Freistaat zusammen mit Ebersberg über diese Auszeichnung«, erläuterte Walch. Man sei nach Kräften bemüht, Unternehmen bei den behördlichen Genehmigungsverfahren zu unterstützen. »Wir geben ihnen die Garantie, dass sie innerhalb von 40 Tagen eine Baugenehmigung bekommen.« Dies sei eines von insgesamt 14 Serviceversprechen.

Mit Spannung erwarteten die Zuhörer den mit Bildern unterlegten Vortrag »Der Blick von oben« von Dr. Ulf Merbold. Der heute 77-jährige Physiker war von 1977 bis 1998 als Astronaut im Dienste der Europäischen Weltraumorganisation ESA tätig. Als zweiter Deutscher im All nahm er 1983 am Jungfernflug des europäischen Raumlabors Spacelab teil, gehörte 1992 zur Besatzung der Internationalen Mikrogravitations-Labor-Mission IML-1 und besuchte 1994 als erster ESA-Astronaut die russische Raumstation Mir. Damit flog er als bisher einziger Deutscher dreimal ins All.

Merbold berichtete von einem »mit Worten nicht zu beschreibenden Gefühl« beim Abheben einer Rakete mit maximaler Schubkraft im Rücken. Mit bis zu 30 000 km/h erreiche man in 8,5 Minuten dem Orbit in etwa 300 Kilometern Höhe. Im Wissen, »dass nur eine komplizierte und aufwändige Technik das Überleben im lebensfeindlichen Weltall sichere«, so Merbold, habe er auch ein anderes Verhältnis zum »Raumschiff Erde« entwickelt. »Für den Erhalt müssen wir kämpfen, auch für künftige Generationen«, appellierte der Astronaut an die Zuhörer.

Im persönlichen Gespräch zeigten sich die beiden »Jugend forscht«-Gewinner Tassilo Schwarz aus Seeon und Noah Dormann aus Sondermoning beeindruckt von Merbolds universellen Wissenschaftskenntnissen. Sie löcherten den prominenten Astronauten mit Fragen. In gemütlicher Runde und angeregten Gesprächen zum Netzwerken klang der Abend bei lauen Sommertemperaturen aus. eff

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