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»Landräte müssen zu ihrer Verantwortung stehen«

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Waging am See. Eine Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion rund um die Kliniken Südostbayern AG hat Bartl Wimmer, Laborunternehmer, Kreisrat und Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen aus Berchtesgaden, bei einer Wahlveranstaltung seiner Partei in Waging gefordert. Vor allem aber appellierte er an die Aufsichtspflicht der beiden Landräte Hermann Steinmaßl und Georg Grabner, die endlich ihre persönlichen Animositäten zurückstellen sollten. Bei einer Pressekonferenz vor zwei Wochen war bekanntgegeben geworden, dass sich das Defizit der sechs Krankenhäuser der Kliniken AG auf 5,8 Millionen Euro beläuft (wir berichteten).


Wimmer meinte, die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden – gemeint sind die zwei Landräte – hätten ihre Pflichten deutlich besser erfüllen müssen, als es geschehen sei. Die aktuelle Situation würde es dringend erfordern, dass sich die beiden zusammensetzen und ihre Verantwortung auch ausüben: »Das muss die klare Forderung sein.« Beide hätten »eine verdammt hohe Verantwortung, dass jetzt gehandelt und agiert wird«, so der Berchtesgadener.

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Wimmer kritisierte auch die Äußerungen des Freilassinger Kreisrats Ludwig Unterreiner (Freie Wähler): Die von ihm geführte Diskussion sei »in jedem Fall falsch«. Insgesamt sei in der Diskussion eine »unselige Kirchturmpolitik« zu beobachten: Die Traunsteiner kritisierten die Defizite der Kliniken im Berchtesgadener Land, die Berchtesgadener die Übernahme von Ruhpolding. Der Vorstand kritisiere den Aufsichtsrat, dass Freilassing und Ruhpolding dazu genommen worden seien, und der Aufsichtsrat kritisiere den hohen Personalaufbau.

Wimmer kennt, wie er sagt, viele Kliniken und viele Landkreise und hat dabei eines gelernt: Öffentliche Diskussionen zeichneten sich vor allem durch einen Mangel an Sachverstand und ein Zuviel an Polemik aus, stets mit Kirchturmdenken verbunden. Die Folge davon, wenn eine Klinik auf diese Weise »durch den Kakao gezogen« werde, sei oftmals sehr rasch eine Verschlechterung der Qualität in den jeweiligen Häusern. Denn deren Leistungsträger – Ärzte, Management, Pfleger und Schwestern – können sich heutzutage aussuchen, wo sie hingehen wollen. Und diese suchen sich dann selten die Häuser aus, die im Mittelpunkt einer solchen emotionalen öffentlichen Debatte stehen. he

Blattl Sonntag Traunstein