weather-image
18°

Landkreis will Traun-Alz-Achse stärken

Traunstein. Mit dem Öffentlichen Personennahverkehr auf der Traun-Alz-Achse hat sich der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Klar formuliertes Ziel ist eine durchgängige Zugverbindung im Ein-Stunden-Takt zwischen Traunstein und Traunreut sowie zwischen Traunstein und Mühldorf.

Neuer Bahnhaltepunkt Traunstein-Nord

Anzeige

In drei Stufen will der Landkreis Traunstein das Ziel erreichen, wie Landrat Hermann Steinmaßl erläuterte. Stufe eins ist im Mai angelaufen: Das Busangebot zwischen Traunstein und Garching ist bereits um drei Fahrten am Vormittag und um eine Fahrt am Abend reduziert. Die übrigen Vormittagsfahrten sind so an das Zugangebot angepasst, dass vormittags im halbstündigen Wechsel ein Zug beziehungsweise ein Bus zwischen Traunstein und Traunreut verkehrt. Die gestrichenen Busfahrten, das betonte Steinmaßl auf der Sitzung, seien in der Vergangenheit von den Fahrgästen sowieso nur »zurückhaltend« angenommen worden.

In zweieinhalb Jahren, im Dezember 2015, soll Stufe zwei starten. Dann soll es den ganzen Tag über im halbstündlichen Wechsel Bus- und Bahnfahrten zwischen Traunstein und Traunreut geben. In den Spitzen morgens und mittags soll es auch zeitgleiche Fahrten von Bus und Bahn geben. Mittags und nachmittags sollen darüber hinaus zusätzliche Züge nach Trostberg und Garching fahren.

»Für die Umsetzung von Stufe zwei brauchen wir jedoch unbedingt einen neuen Haltepunkt Traunstein-Nord«, erklärte Steinmaßl. Nur mit ihm ließen sich wesentliche Schülerpotenziale des Schulstandorts an der Wasserburger Straße für den Zug erschließen.

Wie schnell sich in der Folge Stufe drei, der anvisierte Ein-Stunden Takt zwischen Traunstein und Traunreut sowie zwischen Traunstein und Mühldorf, realisieren lässt, ist aktuell noch nicht bekannt. »Wir wollen das bestmögliche Angebot für den Fahrgast, das finanziell möglich ist, und eine Ausgewogenheit der Systeme Bus und Bahn«, erklärte der Landrat abschließend.

Parzinger: »Es muss endlich etwas passieren«

Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger (CSU) appellierte, den Bahnhaltepunkt Traunstein-Nord so schnell wie möglich zu bauen. »Wir sind uns alle einig, dass ein solcher ideal wäre. Aber das ist zu wenig. Es muss endlich etwas passieren.« Steinmaßl entgegnete, dass der Landkreis Traunstein schon 2007 den Bau des Haltepunkts bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft beantragt habe. Auch die infrastrukturellen Voraussetzungen seien längst geschaffen. Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid (CSU) drängte ebenfalls: »Da muss mehr passieren mit der Bahn als Verträge nach dem Motto ,Wir sollten doch´.«

Auch Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) plädierte dringend für einen Bahnhaltepunkt Traunstein-Nord. Doch sie sah ein Problem: Die Bahn sage, dass für einen Bau höhere Fahrgastzahlen nötig seien. »Aber die werden wir erst mit dem neuen, besser gelegenen Bahnhaltepunkt bekommen.«

Seissiger: »Bus für viele die bessere Alternative«

Lothar Seissiger von den Freien Wählern hielt es ebenfalls wichtig, die Bahnverbindung nach Mühldorf zu sichern. Allerdings ist er skeptisch, was deren Frequentierung betrifft. »Auf dem Land wird der Bus für viele die bessere Alternative bleiben.«

Da die Bayerische Eisenbahngesellschaft einen Vertrag zwischen dem Landkreis Traunstein und dem bayerischen Verkehrsministerium zur Umsetzung der Stufe zwei des Buskonzepts fordert, beschlossen die Mitglieder des Kreisausschusses einstimmig, dass das Landratsamt den Vertragsentwurf prüfen und diskutieren darf. Kernpunkt wird dabei die Forderung nach einem Haltepunkt Traunstein-Nord sein. Vor Abschluss des Vertragswerkes wird in jedem Fall ein Kreisgremium darüber entscheiden. san