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Landkreis will »Bildungsregion« werden

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Traunstein – Eine »Bildungsregion« mit einem passgenauen Bildungsangebot für junge Menschen sowie Vernetzen der vorhandenen Initiativen – das will der Landkreis Traunstein. Der Kreisentwicklungsausschuss unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch beschloss einstimmig, sich beim Bayerischen Kultusministerium um das begehrte Qualitätssiegel zu bewerben.


Hans Zott als zuständiger Mitarbeiter im Landratsamt stellte das im Jahr 2012 gestartete gemeinsame Projekt von Kultusministerium und Sozialministerium vor. Nach den erforderlichen Vorbereitungsarbeiten erwartet der Landkreis Traunstein Ende 2015 erste konkrete Ergebnisse.

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Auf dem Weg zu einer Bildungsregion sind schon mehrere oberbayerische Landkreise, darunter das Berchtesgadener Land, Rosenheim, Mühldorf und Ebersberg. Nach den Worten von Landrat Siegfried Walch wirken in einem derartigen Projekt Schulen, Kommunen, Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und andere außerschulische Organisationen zusammen, um die Bildungsqualität in ihrem Landkreis zu verbessern.

Als wesentlichen Aspekt einer Bildungsregion nannte Hans Zott das Motto »In der Region, aus der Region, für die Region«. Neben einem maßgeschneiderten und vernetzten Angebot sollten die Bildungs- und Teilhabechancen aller Betroffenen gesichert werden. Die fünf Säulen einer Bildungsregion seien die Organisation und das Gestalten von Übergängen, vernetzte schulische und außerschulische Bildungsofferten verschiedener Träger sowie jungen Menschen in allen Lebenslagen zu helfen nach dem Grundsatz »Kein Talent darf verloren gehen«. Vierte Säule sei, die Bildungsgesellschaft im generationsübergreifenden Dialog zu stärken und zu entwickeln mit Beiträgen von Jugendhilfe, Jugendarbeit und Ganztagsangeboten. Die Herausforderungen des demografischen Wandels anzunehmen sei die fünfte Säule, führte Hans Zott aus. Er schilderte den Ablauf des Verfahrens und verwies auf den »Mehrwert der Initiative«. So kämen alle, die mit Bildung und Erziehung zu tun haben, ins Gespräch. Das Bildungssystem werde ganzheitlich beleuchtet. Außerdem werde der Ist-Stand der bestehenden Bildungsangebote erhoben. Unter dem Thema »Weniger ist mehr, nicht viele, sondern die richtigen Maßnahmen ergreifen« würden gemeinsam neue Maßnahmen festgelegt. Zott erwartet Synergieeffekte »durch Bündelung des Wissens, der Zeit und der Finanzen.« Schließlich werde ein Dialogprozess über Bildung angestoßen. Äußeres Zeichen einer Bildungsregion sei das »Qualitätssiegel«. Der Vorschlag des Landrats stieß auf allseitige Zustimmung in dem Ausschuss.

In der Sitzung informierte Hans Zott weiter über die schon länger existierenden zwei lokalen »Leader«-Aktionsgruppen »Chiemgauer Alpen« und »Chiemgauer Seenplatte«. Das »Leader«-Programm, gefördert von der Europäischen Union und dem Freistaat Bayern, wolle gezielt ländliche Regionen weiterentwickeln und stärken. Es richte sich an die Kommunen mit dem Ziel »Bürger gestalten ihre Heimat«. Die lokalen Aktionsgruppen könnten selbst bestimmen, was für ihr Gebiet erforderlich sei. Die beiden genannten Aktionsgruppen hätten sich für die neue Förderperiode 2015 bis 2020 gerüstet, neue Mitgliedsgemeinden gewonnen und sich damit insgesamt vergrößert. Weiter sei gelungen, eine zusätzliche Leader-Aktionsgruppe »Traun-Alz-Salzach« zu gründen. Damit sind nach Hans Zott – mit Ausnahme von Tacherting und Engelsberg – alle Gemeinden des Landkreises in der Leader-Förderkulisse. Um EU-Gelder zu bekommen, muss eine so genannte »lokale Entwicklungsstrategie« (LES) gefunden und ein Fahrplan zum Umsetzen eines Konzepts mit Projekten für die kommenden sieben Jahre aufgestellt werden. Die LES der drei Aktionsgruppen würden in diesen Tagen beim Bayerischen Landwirtschaftsministerium für den Wettbewerb eingereicht, kündigte Hans Zott an. kd