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Der Landkreis plant den Bau von Photovoltaik-Anlagen auf mehreren Gebäuden. Unter anderem will er auch das Dach der Turnhalle des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein mit Modulen versehen. (Foto: Pültz)

Landkreis plant Bau von PV-Anlagen

Der Landkreis Traunstein will die Nutzung der Sonnenenergie Schritt für Schritt erweitern. Um noch mehr Strom zu gewinnen, plant er den Bau von Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf mehreren Gebäuden, die ihm gehören. Die Baumaßnahmen, die insgesamt voraussichtlich Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro verursachen, beginnen in Trostberg. So hat der Kreisausschuss beschlossen, in einem ersten Schritt heuer das Dach der neuen Realschule mit Modulen zu versehen. 


Im Anschluss an dieses Projekt in Trostberg will der Landkreis dann drei weitere Vorhaben in den nächsten Jahren verwirklichen. So hat der Ausschuss die Verwaltung im Landratsamt in Traunstein auch beauftragt, PV-Anlagen auf dem Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut, dem Bauhof in Nußdorf sowie auf der Turnhalle des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein einzurichten.

Auf Antrag der Grünen hatte der Kreisausschuss im September des vergangenen Jahres den Beschluss gefasst, die landkreiseigenen Gebäude auf ihre Eignung im Hinblick auf den Bau einer Photovoltaik-Anlage untersuchen zu lassen. Der Auftrag für diese Potenzial- und Investitionsanalyse für PV-Anlagen ging an die Energieagentur Südostoberbayern GmbH.

Landrat Siegfried Walch (CSU) erläuterte, dass bereits auf 17 Gebäuden Photovoltaik-Anlagen laufen. Das Sachgebiet Hochbau im Landratsamt habe die landkreiseigenen Dächer auf Machbarkeit und Statik untersucht. Die Fachleute im Hause hätten schließlich die Dächer von mehreren Gebäuden als geeignet für den Bau einer PV-Anlage eingestuft und diese Möglichkeiten zur Stromgewinnung auf der Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium, auf der neuen Realschule in Trostberg, auf dem Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut und auf dem Kreisbauhof in Nußdorf der Energieagentur zur weiteren Betrachtung anheimgestellt.

In der Folge ermittelte dann die GmbH für den weiteren Ausbau der Nutzung der Sonnenenergie an den übermittelten Standorten, dass in etwa mit einer Modulleistung von 1083 Kilowattpeak (kWp) ein Ertrag von 1.077.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erwirtschaftet werden kann. Einer genaueren Betrachtung unterzog sie insbesondere die 210-kW-Speicherleistung für den Standort in Trostberg.

Die Potenzial- und Investitionsanalyse der Energieagentur Südostbayern liegt mittlerweile vor. Gregor Dachs von der GmbH erläuterte Einzelheiten im Kreisausschuss.

Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte Dachs, dass die Energieagentur die Kosten für die Photovoltaikanlagen auf der Grundlage der gegenwärtig für Bauleistungen zu zahlenden Preise berechnet habe. Landrat Walch fügte hinzu, dass zwar die Baupreise in den nächsten Jahren weiter steigen und dass sich damit die Ausgaben erhöhen könnten. Doch gleichermaßen müsse man in der Rechnung dann auch berücksichtigen, dass nach dem Bau der PV-Anlagen auch die Einsparungen höher ausfallen werden, als jetzt anzunehmen ist. Denn auch die Strompreise würden steigen. Und damit würden die Summen für Strom größer werden, den man einkaufen müsste, wenn man ihn nicht selbst gewinnen würde.

Die von der Landkreisverwaltung angestoßenen und und von der Energieagentur Südostoberbayern ausgearbeiteten Planungen stießen im Kreisausschuss auf einhellige Zustimmung. Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete den Bau der Photovoltaikanlagen als »zukunftsweisendes Projekt«. Hans Schild (SPD) ging noch einen Schritt weiter und sagte, dass diese PV-Anlagen »nur ein erster Aufschlag« sein könnten. Weitere Anstrengungen zur Nutzung der Sonnenenergie müssten im Anschluss folgen.

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