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Landfrauen spenden für soziale Organisationen

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Die Landfrauen spendeten  Geld  aus  dem  Erlös  der  Bewirtung  auf  der  Truna  (von links):  die stellvertretende Kreisbäuerin Irina Esterbauer aus Kienberg, Florian Seestaller (Bürgerhilfsstelle), BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer, Bezirksbäuerin Christine Singer (bäuerlicher Hilfsdienst) und Kreisbäuerin Resi Schmidhuber. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Beim Landfrauentag in Waging wurden frisch gebackene Hauswirtschaftsmeisterinnen ausgezeichnet, außerdem wurden 5000 Euro Spenden an soziale Vereinigungen überreicht. In ihren Grußworten lobten Landrat Siegfried Walch und Wagings Bürgermeister Herbert Häusl den Einsatz und die positive Wirkung der Landfrauen.


Der Landrat fasste sich kurz. Die tägliche Leistung der Landfrauen sei ganz hervorragend und verdiene großes Lob. Die Landwirtschaft würde nicht so funktionieren, wenn nicht die Bäuerinnen alles zusammenhalten würden – und das nicht nur auf dem eigenen Betrieb, sondern auch für das gesellschaftliche Leben. Als Beispiel nannte er den Beitrag der Landfrauen beim Regionaltag und der Gewerbeschau Truna.

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Fast 700 Landfrauen kamen nach Waging

Bürgermeister Häusl merkte zu dem außerordentlich guten Besuch – bei fast 700 Landfrauen geriet der Kurhaussaal an die Grenze seiner Kapazität – an, er habe im Kurhaus noch keine Veranstaltung erlebt, die besser besucht gewesen wäre als diese. Im Blick auf die Landwirtschaft stellte er fest, die Arbeit werde nicht weniger, die Höfe würden immer größer. So sei es umso bewundernswerter, dass die Bäuerinnen immer auch noch die Zeit fänden, sich ehrenamtlich zu engagieren, und dass sie es schaffen, auf den Höfen für Freude und Wärme zu sorgen. Abschließend sprach Häusl den Wunsch aus, dass für die Zukunft möglichst viele Höfe erhalten werden können; denn mit jedem aufgegebenen Hof gehe auch ein Stück Kulturgut verloren.

Auf der Gewerbeschau Truna haben die Bäuerinnen wieder mit frischem Schmalzgebäck und Kaffee für die Bewirtung der Besucher gesorgt. Große Mengen an Zutaten sind an den fünf Tagen verbraucht worden, wie Kreisbäuerin Resi Schmidhuber berichtete: sieben Zentner Mehl, 7200 Eier, 50 Pfund Kaffee, 4600 Bavesen sind produziert und auch verkauft worden. Der Erlös konnte sich sehen lassen. 5000 Euro wurden an Ort und Stelle gespendet: an den bäuerlichen Hilfsdienst 3000 Euro. Den Scheck nahm Bezirksbäuerin Christine Singer entgegen. Und 2000 Euro gingen an die Bürgerhilfsstelle im Landratsamt, wobei Florian Seestaller den Scheck überreicht bekam. Etwas Geld ist noch übrig. Es wird laut Resi Schmidhuber an Familien gespendet, die unverschuldet in Not geraten sind.

Sechs frisch gebackene Meisterinnen der Hauswirtschaft gab es in diesem Jahr. Dies sind Gertraud Frisch aus Taching, Angelika Lex aus Tacherting, Barbara Maier aus Obing, Regina Berger aus Bergen sowie Theresa Fröschl und Andrea Mayer aus Chieming. Die beiden anwesenden Damen erhielten als Anerkennung je einen Blumenstrauß.

Von Landfrauenchor bis Junges Theater

Der Nachmittag auf dem Landfrauentag wurde eingeleitet von einigen Liedern des Landfrauenchors und abgerundet von einem lustigen Theaterspiel der »Jungen Chiemseer Bühne Grabenstätt« unter der Regie von Gerhard Brusche. Dabei ging es um die Probe für ein Weihnachtsspiel, bei der so gut wie alles schief ging: von einem von Mal zu Mal noch betrunkeneren Ansager über einen zu klein geratenen Christbaum und einen defekten Weihnachtsstern bis hin zu missgelaunten Schauspielern - eine echte Plage für den armen Regisseur. Die Leistung der jungen Schauspieler kam bei den Landfrauen sehr gut an und erhielt viel Applaus.

Ebenso tosenden Applaus erhielt die »Mentalbäuerin« Elke Pelz-Thaler aus der Holledau. »Bäuerinnen haben keinen Burnout! Die Bäuerinnen machen immer weiter. Denn wer sonst macht ihre Arbeit?« begann sie ihren Vortrag zum Thema Eigenmotivation mit dem Titel »Lob dich selbst, sonst lobt dich keiner!« Anerkennung sei nötig für die Gesundheit, um stabil zu bleiben. An einem Luftballon demonstrierte sie, wie einem durch die vielen, oft auch unangenehmen Anforderungen eines Tages allmählich die Luft ausgeht.

Da einem keiner die Arbeit mache, müsse man sich immer wieder selbst aufrichten können, »egal was von außen kommt«. Dazu stellte sie drei Methoden vor. An Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bernd Ruth wurde die »EFT-Methode« ausprobiert – sich auf verschiedene Punkte an Kopf und Oberkörper zu klopfen. Ziel ist die Wiederherstellung des ungestörten Energieflusses im Körper.

Einfach grinsen und das Hirn überzeugen

Die zweite Methode sei »einfaches Grinsen« – ein bis zwei Minuten lang: »Wenn ich eine Minute lang grinse, wird das über die Nervenbahnen ins Hirn übertragen. Daraufhin sagt das Großhirn: 'Ui, da hab ich was nicht mitgekriegt' und gibt das Kommando weiter. So werden Endorphine ausgeschüttet, und nach einer Minute geht's mir wieder besser.« Dritte Methode war die morgendliche Frage, »wofür könnte ich jetzt im Augenblick dankbar sein, wenn ich nur wollte? Und wie mache ich diesen Tag zu meinem Meisterwerk?« Es gebe genügend Gründe, dankbar zu sein. Diese Übung müsste man allerdings regelmäßig machen, wenigstens 30 Tage lang, bis es wirklich funktioniert.

Es geh unter anderem darum, stark zu sein, die positive Seite aller Dinge zu sehen, sich auch über Erfolge anderer zu freuen, jeder lebenden Kreatur, der man begegnet, ein Lächeln zu schenken, und »so viel Zeit darauf zu verwenden, sich zu verbessern, dass man keine Zeit dazu hat, andere zu kritisieren«. Man müsse sich selbst schätzen. Anderenfalls sei die Energie zu Ende, »der Tag noch nicht«. he