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Landeskriminalamt warnt vor illegaler Pyrotechnik

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Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk startet wieder am morgigen Donnerstag. Das Bayerische Landeskriminalamt warnt nun vor dem Kauf und Gebrauch von illegaler Pyrotechnik.

Kurz vor dem Verkaufsbeginn von Silvesterfeuerwerk am morgigen Donnerstag warnt das Bayerische Landeskriminalamt vor dem Kauf und Gebrauch von illegaler Pyrotechnik.


Die Herkunft und Zusammensetzung dieser verbotenen pyrotechnischen Erzeugnisse ist in der Regel unklar, weshalb deren Verwendung mit extremen Risiken verbunden ist und zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Sie entsprechen nicht den hiesigen Sicherheitsstandards – unter anderem besteht die Gefahr von Fehlzündungen der unkontrollierten Ware. Außerdem haben sie aufgrund ihrer anderen chemischen Zusammensetzung und mehr Inhalts eine wesentlich höhere Wirkung als hiesige Feuerwerkskörper.

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Im Schnitt wurden 50 Menschen verletzt

Die Zahl der Verletzungen bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. In den vergangenen Jahren erlitten in Bayern im Schnitt über 50 Menschen zum Jahreswechsel Knalltraumen, Brand-, Kopf- oder Augenverletzungen. Zusätzlich erlitten fünf Menschen an Silvester so schwere Verletzungen oder Verbrennungen, dass sie ihr Augenlicht irreversibel verloren haben, dauerhaft nicht mehr hören können oder sogar Hände oder Arme amputiert werden mussten. »So schön, wie Silvesterfeuerwerk auch ist, die Sprengkraft von Knallkörpern sollte niemand unterschätzen. Böller sind Sprengstoff und ihre Wirkung kann daher entsprechend verheerend sein, wenn sie in der Hand explodieren«, warnt der Chefarzt der Unfallchirurgie Traunstein Prof. Dr. Rupert Ketterl. »Wir haben bereits einige Male Patienten behandeln müssen, bei denen die Explosion eines handelsüblichen Böllers zu schwersten Verletzungen geführt hatte.«

Der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, Jens Sudmann, warnt aber nicht nur vor den Gefahren von Böllern. »Auch Feuerwerk der Klasse I kann schwere erhebliche Verletzungen verursachen«, sagt der erfahrene Notarzt. So kann sich vor allem auch die Kleidung an Tischfeuerwerken, an Wunderkerzen und Leuchtfeuern entzünden, so Jens Sudmann.

Die Statistik zeigt, dass durch Pyrotechnik verursachte Verletzungen alle Altersschichten betreffen. Besonders gefährdet sind jedoch kleine Kinder, die Böller in die Hand nehmen und sich dadurch der Gefahr aussetzen, dass diese unkontrolliert explodieren.

Wie das Landeskriminalamt ebenfalls mitteilt, nimmt der Bezug von illegaler Pyrotechnik über unseriöse Online-Shops oder auch aus dem benachbarten Ausland – vor allem auf den Schwarzmärkten – zu. Dabei werden teilweise Produkte angeboten, welche entweder gar keine CE-Zertifizierungsnummer beziehungsweise BAM-Nummer (Bundesamt für Materialforschung/-prüfung) aufweisen oder diese schlichtweg gefälscht sind, um den Anschein von legaler Pyrotechnik hervorzurufen. Das Landeskriminalamt rät deshalb, Pyrotechnik nur bei seriösen Anbietern zu beziehen. In und für Deutschland zugelassene, pyrotechnische Artikel sind durch eine BAM-Nummer oder das CE-Zeichen und Registriernummer erkennbar.

Hohe Strafen sollen abschreckend wirken

Wer ohne eine Genehmigung ein Feuerwerk der Kategorie 2 außerhalb der festgelegten Zeiten (31. Dezember und 1. Januar) verwendet, kann mit einem Bußgeld bis zu 10 000 Euro rechnen, wer sie an Personen unter 18 Jahren überlässt, sogar bis 50 000 Euro. Die Strafen sind entsprechend hoch angesetzt, um die Verletzungsgefahr durch Feuerwerk und explosionsgefährliche Stoffe zu verdeutlichen und den verantwortungslosen Umgang mit Feuerwerksraketen und Böllern möglichst einzudämmen.

Darüber hinaus weisen die Experten des Landeskriminalamts darauf hin, dass Feuerwerkskörper nicht in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern, Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen abgebrannt werden dürfen. fb