weather-image
20°

Landesgartenschau kostete rund 730 000 Euro

3.3
3.3
Bildtext einblenden
Rechnet man die Grundstückseinkäufe für die zweite Bewerbung mit ein, hat die Stadt Traunstein für die Landesgartenschau 2022 rund 730 000 Euro ausgegeben. (Foto: Artes)

Traunstein – Alle angefallenen Kosten für die ursprünglich geplante Landesgartenschau 2022 in Traunstein belaufen sich auf rund 730 000 Euro. Diese Summe nannte Oberbürgermeister Christian Kegel in der gestrigen Sitzung des Stadtrats. Dieser nahm die Zahlen einstimmig und ohne Diskussion zur Kenntnis.


Als Folge des Bürgerentscheids Anfang April, bei dem die Mehrheit der Traunsteiner gegen die Ausrichtung der Landesgartenschau (LGS) stimmte, seien inzwischen auch die Durchführungsgesellschaft sowie die Verträge mit den beiden Geschäftsführern, Christina Robok und Christian Klotz, und dem Prokuristen Elmar Schwäbisch aufgelöst worden, berichtete Kegel.

Anzeige

Kosten für Bewerbungen verhältnismäßig gering

Anschließend nannte er alle Kosten, die mit den beiden Bewerbungen für die LGS seit dem Jahr 2013 angefallen sind. Die Vorbereitungen der ersten Bewerbung kosteten 10 000 Euro. »Für die erste Bewerbung im Jahr 2014 waren dann 36 000 Euro fällig«, so Kegel. Unter anderem aufgrund fehlender Flächen war diese allerdings gescheitert. Der Stadtrat beschloss, das Konzept zu überarbeiten, fehlende Flächen zu kaufen und sich erneut zu bewerben. So wurden 572 000 Euro für Grundstücke ausgegeben. Die Kosten für die zweite Bewerbung lagen bei 18 500 Euro.

Außerdem wurden 37 000 Euro in die Feinuntersuchung gesteckt. Weitere 60 000 Euro kommen für Personal-, Werbe-, Aufsichtsrat- und Nebenkosten hinzu. »Zu all diesen Kosten müssen dann noch einmal rund 25 000 Euro hinzugerechnet werden«, so Kegel. Diese sind ebenfalls für Personal- und Aufsichtsratskosten fällig. Alles in allem kostete die Landesgartenschau der Stadt also 733 000 Euro. Rechnet man die Kosten für die Grundstücke ab, die die Stadt nun künftig anderweitig nutzen kann, bleibt noch eine Summe von rund 161 000 Euro.

Um eine Konventionalstrafe ist die Stadt unterdessen noch einmal herumgekommen. Wie Kegel mitteilte, ist mit Dagmar Voß, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH, eine Sondervereinbarung abgeschlossen worden. Sollte die Stadt Traunstein die Landesgartenschau innerhalb eines Jahres zurückgeben, wie es nun der Fall war, seien keine Schadensersatzzahlungen fällig.

Landesgartenschau 2022 wird neu ausgeschrieben

Wie ebenfalls gestern bekannt wurde, soll die Landesgartenschau 2022 nun neu ausgeschrieben werden. Das sagte Umweltministerin Ulrike Scharf in München. »Wir wollen Bayern auch 2022 blühen lassen. Die neue Ausschreibung soll einen geeigneten Kandidaten für 2022 bringen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden werden. Aber die Zeit bis dahin ist knapp.« Die Ausschreibung läuft bis zum 15. Januar 2017.

Inzwischen haben einige Kommunen ihr Interesse für eine Ausrichtung der LGS 2022 bekundet. Scharf warb bei interessierten Gemeinden für eine Teilnahme an der Ausschreibung: »Gartenschauen sind ein Tourismusmotor. Seit 1980 haben 22 Millionen Menschen die Landes- und Regionalgartenschauen in Bayern besucht. Das Geld der Besucher bleibt in den Regionen. Gartenschauen schaffen einmalige Naturerlebnisse und einen dauerhaften Mehrwert.« jar