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»Landesgartenschau ist für Traunstein der große Wurf«

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Der Förderverein »Freunde der Landesgartenschau 2022 in Traunstein« wurde neu gegründet. Die Vorstandschaft bilden (von links) Schatzmeister Stefan Reuther, Vorsitzender Wolfgang Fegg, stellvertretende Vorsitzende Andrea Blösl und Schriftführer Thomas Miller. (Foto: Buthke)

Traunstein – Einen beeindruckenden Start hatte der Förderverein »Freunde der Landesgartenschau 2022 in Traunstein e. V.« bei seiner Gründungsversammlung im Brauereiausschank Schnitzlbaumer. Von den 87 Anwesenden traten spontan 77 dem neuen Verein bei. Damit setzten sie ein deutliches Zeichen gegen das Aktionsbündnis, das sich gegen diese Veranstaltung gebildet hat. Zweck des Fördervereins ist die Unterstützung der Ausrichtung der Landesgartenschau (LGS) in Traunstein im Jahr 2022.


Zum Vorsitzenden wurde Wolfgang Fegg gewählt. Er forderte mehr Sachlichkeit statt Emotionen in der Debatte. An die Seite von Fegg wurde Andrea Blösl als stellvertretende Vorsitzende gestellt. Das Amt des Schatzmeisters übernahm Stefan Reuther. Zum Schriftführer wurde Thomas Miller gewählt. Die Beisitzer sind Oberbürgermeister Christian Kegel, Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner, Ernst Haider, Christian Hümmer, Reinhold Niederbuchner, Max Schneider, Manfred Kösterke sowie Janetta Weiland. Als Kassenprüfer wurden Markus Schlaffner und Dr. Georg Thurmayr gewählt.

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Entwicklungspotenziale besser nutzen

Versammlungsleiter Markus Schlaffner hatte erklärt, die Initiatoren Wolfgang Fegg, Thomas Miller und er seien der Meinung, dass Traunstein mit der LGS seine städtebaulichen Entwicklungspotenziale besser nutzen könne, das »Grün« in der Stadt noch mehr Attraktivität und Nutzbarkeit verdient habe, die Gewässer als Hauptattraktion besser zugänglich gemacht werden müssten und Traunstein nicht fahrradfreundlich sei. »Im Zuge einer Landesgartenschau kann dies geändert werden«, so Schlaffner.

Die Flächen im Stadtgebiet müssten »recycelt« werden. Die LGS sei zudem ein immens positiver Werbeträger für Traunstein. Da mit einem guten Investitionsklima zu rechnen sei, würde der heimische Mittelstand in Handwerk und Gewerbe neben dem Einzelhandel profitieren. Schließlich könnten viele notwendige Projekte zeitnah umgesetzt werden.

»Wir wollen mit den richtigen Zahlen und Fakten arbeiten und argumentieren und die Öffentlichkeit aufklären und informieren«, betonte er. In diesem Zusammenhang wolle man den Dialog mit den Kritikern suchen und deren Punkte sachlich diskutieren. Ein weiteres Anliegen sei es, die Prozesse des LGS aktiv zu begleiten und mitzugestalten. »Sicherlich wollen wir dabei keine Luftschlösser bauen, sondern den Verantwortlichen die Möglichkeit geben, die Planungen der Öffentlichkeit vorzustellen«, sagte Schlaffner.

Weitere Anliegen seien, dass sich Traunstein weiterentwickle, schlummernde Potenziale nutze, die richtigen Investitionen tätige und die Finanzen nicht aus den Augen lasse. Ganz wichtig sei jedoch, dass die Stadt ihre Bürger nicht vergesse.

Vorsitzender Fegg, der bereits die Landesgartenschauen in Burghausen, Deggendorf und Rosenheim begleitet hatte, gab als Grund für seine Kandidatur an: »Die Landesgartenschau ist für Traunstein der große Wurf.« Es sei ein historisches Ereignis gewesen, dass sich die Stadt zweimal habe bewerben dürfen. »Die Stadt hat sich gut beworben«, sagte er zu dem Argument der Kritiker, Traunstein habe die LGS nur erhalten, weil sie keiner haben wollte.

Die »Königsklasse des Gartenbaus«

Der Förderverein wolle die Bürger mit Fakten und Zahlen aufklären und ein tolles Bild für Traunstein schaffen. Als Obermeister der Gartengruppe Traunstein sagte er zu, dass sich sein Verband stark beteiligen werde, »denn eine Landesgartenschau ist die Königsklasse des Gartenbaus«. Fegg wies auf die Nachhaltigkeit von Landesgartenschauen hin. So habe Burghausen zehn Jahre nach der Landesgartenschau noch 15 000 Besucher gehabt. In Rosenheim seien es drei Jahre danach noch 50 000 gewesen. Nach Deggendorf, wo sie im vergangenen Jahr stattgefunden habe, seien heuer 80 000 Leute gekommen.

»Wir wollen mit den Menschen zusammenarbeiten, die nicht automatisch dagegen sind«, unterstrich auch Oberbürgermeister Kegel. Die Landesgartenschau sei eine einmalige Chance für Traunstein. »Traunstein geht es gut, aber wie schaut es in 20 oder 30 Jahren aus? Wir haben die Verantwortung, für eine künftige Infrastruktur zu sorgen.« Die LGS sei keine reine Blumenschau, sondern eine große Chance für die Stadtentwicklung.

Vieles sei bereits berichtet worden, aber vieles sei auch nicht richtig. Die Stadt habe die notwendigen Flächen. Auch werde kein Grundeigentümer enteignet, wie die Gegner behaupteten. Der vom Förderverein Alt-Traunstein geplante Salinenpark komme so oder so. Er habe mit der LGS überhaupt nichts zu tun, wie die Gegner glauben machen wollten. Zur angedachten Tiefgarage meinte Kegel, jetzt liefen erst die Voruntersuchungen. Kein Mensch habe bisher gesagt, wer diese womöglich finanzieren werde, die Stadt oder ein privater Investor. Eine Tiefgarage sei zudem eine gewinnbringende Einrichtung. »Und der Karl-Theodor-Platz braucht in jedem Fall eine Auffrischung.«

»Die Landesgartenschau bietet für Traunstein eine immense Chance«, sagte Kegel. Wie jeder Unternehmer müsse die Stadt in Vorleistung gehen. Sie werde aber darauf achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder liefen. Es gehe nicht um ein halbes Jahr LGS. Die Stadt habe vielmehr die Chance, 20 Jahre Stadtentwicklung voranzutreiben.

Einnahmen zu 80 Prozent an heimische Betriebe

Kegel sah auch große Chancen für die regionale Wirtschaft. Die Erfahrungen zeigten, dass die Einnahmen aus den Aufträgen zu 80 Prozent an heimische Betriebe gingen. »Wie lange wollen wir noch warten, um unsere heimische Wirtschaft zu unterstützen?« Kegel verhehlte nicht, dass dies alles mit einer enormen Kraftanstrengung verbunden sei. »Aber wir schaffen's«, machte er den Versammlungsteilnehmern Mut.

Zukunft bestehe dort, wo Ideen wachsen könnten, erklärte der Geschäftsführer der neuen LGS-Betreibergesellschaft, Christian Klotz. Für Städte wie Traunstein sei es wichtig, ihnen alle 15 bis 20 Jahre Impulse zu geben. Als Beispiele nannte er den Rathausumbau mit Stadtplatzsanierung, das Kasernengelände oder den Sportpark in Empfing. Die LGS sei eine große Chance, den Wettbewerb der Städte im Umkreis massiv zu prägen. »Wenn 700 000 Besucher in einem Umkreis von 300 Kilometern aus Bayern und Österreich nach Traunstein kommen, dann ist das eine Chance für die Marke Traunstein und die städtische Wirtschaft«, betonte Klotz. Die Landesgartenschau werde die Stadt positiv verändern. Bjr

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