weather-image
27°

Landesgartenschau 2022: Kommission besichtigte Traunstein

3.7
3.7
Bildtext einblenden
Oberbürgermeister Manfred Kösterke (links) und Werbegemeinschaftsvorsitzender Thomas Miller führten die Landesgartenschau-Kommission gestern Nachmittag durch die Stadt. Dagmar Voß (Zweite von links), Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, und Ingrid Rott-Schöwel, Prokuristin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, ließen sich unter anderem den Karl-Theodor-Platz zeigen. (Foto: Brenninger)

Traunstein. »Salz – Wasser – Landschaft«: So lautet das Motto der Bewerbung der Stadt Traunstein für die Landesgartenschau 2022. Das Konzept wurde bereits vor einigen Wochen an die Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen geschickt (wir berichteten). Nun machte sich gestern Nachmittag eine 14-köpfige Kommission vor Ort ein Bild der Stadt – und die präsentierte sich bei frühlingshaften Temperaturen von ihrer besten Seite. Die Kommission wurde unter anderem von der Traunsteiner Rosenkönigin Julia I. und einigen Bürgern, die sich an der Bürgerwerkstatt beteiligt hatten, empfangen.


Kernanlagen sollen entlang der Traun entstehen

Anzeige

Der Vergabeausschuss um Wolfram Güthler vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Günther Knüppel vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes, Ulrich Schäfer, Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, und Michael Kutter, Vorsitzender des Bundes deutscher Baumschulen Bayern, wird sich nun bis spätestens Ende März entscheiden, ob Traunstein oder die einzige Konkurrenzstadt Sonthofen den Zuschlag für 2022 erhalten wird. Das bestätigte Dagmar Voß, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, dem Traunsteiner Tagblatt.

Zunächst informierten Oberbürgermeister Manfred Kösterke und Andrea Gebhard von der Firma mahl gebhard konzepte aus München, die für Traunstein das Bewerbungskonzept entwickelt hat, im Rathaus die Gäste über die Stadt und die Bewerbung. Danach führte Kösterke die Kommission noch kurz über den Stadtplatz, ehe es am Karl-Theodor-Platz mit zwei Kutschen zu einer Rundfahrt ging. Diese führte unter anderem an der Chiemgauhalle vorbei bis hin zum möglichen Parkplatz, der sich in der Daxerau befindet. Das letzte Stück musste die Kommission dann wieder zu Fuß gehen – und zwar durch den Auwald zurück zum Wochinger Spitz.

In diesem Bereich sollen die Kernanlagen der Landesgartenschau, für die eine Gesamtfläche von 17,5 Hektar vorgesehen ist, entstehen. Dort sollen nachhaltig Veränderungen vorgenommen werden. Ein neuer Park soll etwa auf der Salzmanninsel – hier ist momentan noch ein Gewerbebetrieb angesiedelt – entstehen. »Das könnte ein neues grünes Herz für Traunstein werden«, betonte Gebhard. Sie zeigte sich überzeugt, dass die gesamte Stadt etwas von der Landesgartenschau habe. »So schön wie Traunstein jetzt schon ist, gibt es dennoch auch noch Nachholbedarf«, betonte Gebhard, die für die Bundesgartenschau 2005 zuständig war. »Wir meinen, dass es möglich sein sollte, dass wir 2022 in Traunstein eine wunderbare Gartenschau präsentieren können.«

Seitens der Kommission gab es einige Nachfragen. Etwa wollten die Mitglieder wissen, ob bereits Gespräche mit Eigentümern geführt wurden, denen Flächen gehören, die für die Landesgartenschau geplant sind. Kösterke versicherte, dass bereits Gespräche stattgefunden haben und bereits alle Zusagen da seien. Er betonte auch, dass lediglich geplant sei, die vorgesehene Parkfläche zu pachten. »Alles andere ist angedacht zu erwerben«, betonte er.

Nachfragen zum Karl-Theodor-Platz

Zudem wollte die Kommission wissen, ob die Kernflächen der Landesgartenschau im Risikogebiet für Überschwemmungen liegen. Manfred Kösterke betonte, dass der Hochwasserschutz in diesem Bereich für ein 100-jährliches Hochwasser ausgebaut sei. Einzige Ausnahme sei der Auwald.

Nachfragen gab es auch zum Karl-Theodor-Platz und wie dieser gestaltet werden kann. »Wir sind hier erst in den Überlegungen«, sagte Gebhard. Zudem wolle man hier die Salinengeschichte der Stadt wieder erlebbar machen, betonte Kösterke. Der Oberbürgermeister hob auch hervor, dass die Stadt finanziell gut aufgestellt ist. »Wir können die notwendigen Maßnahmen in den nächsten acht Jahren umsetzen«, sagte er. »Eine grüne und nachhaltige Stadtentwicklung liegt uns sehr am Herzen.«

Ob diese nun im Rahmen einer Landesgartenschau vorangetrieben wird, bleibt abzuwarten. Die Kommission ließ sich gestern jedenfalls nichts entlocken, wie die Chancen stehen. Von der Kutschenfahrt war sie aber allemal begeistert. sb