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Lagerhaus-Bau: Erdarbeiten haben begonnen

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Für den Bau des Lagerhauses in Unteraschau haben inzwischen die Erdarbeiten begonnen. (Foto: Georg Unterhauser/www.luftbild-traunstein.de)

Waging am See – Jetzt geht es los. Seit ein paar Tagen laufen die Erdarbeiten für den Bau eines Raiffeisen-Lagerhauses und zweier Lagergebäude für Dünge- und Futtermittel in Unteraschau. Im März hatte der Bauausschuss für die Maßnahme der Erd- und Pflasterbau-Firma Schneckenpointner grünes Licht gegeben – und das trotz einer 600 Quadratmeter großen Einzelhandelsfläche, die im Bebauungsplan noch ausdrücklich ausgeschlossen worden war.


Darauf hatte im Bebauungsplan-Verfahren auch die Untere Bauaufsichtsbehörde hingewiesen. Der aktuelle Bebauungsplanentwurf, so die Stellungnahme, habe eine Festsetzung beinhaltet, wonach Einzelhandelsbetriebe unzulässig sind. Demnach wäre auch der vorgesehene Verkaufsraum ebenfalls nicht genehmigungsfähig, weil auch dieser Laden unter den Begriff »Einzelhandel« falle.

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Diese Thematik war auch in der Bauausschuss-Sitzung zur Sprache gekommen. Gemeinderat Georg Huber erinnerte daran, dass in den Abwägungsbeschlüssen bereits im Flächennutzungsplanverfahren ein Ausschluss von Einzelhandelsbetrieben ausdrücklich beschlossen worden sei. Er wundere sich deshalb, warum jetzt doch ein Einzelhandelsverkauf beantragt wird. Er sehe hier das Problem, dass diese Verkaufsstätte mittelfristig zu Lasten der zentrumsnahen Versorgung gehen könnte.

Dazu sagte Planfertiger Ludwig Kleißl, der Verkaufsladen sei von Anfang an geplant gewesen. In den Vorgesprächen im Landratsamt habe man den Begriff »Einzelhandelsbetrieb« jedoch nicht auf diesen Verkaufsladen bezogen, sondern auf die Märkte der großen Einzelhandelsketten. Georg Seehuber fand diese Tatsache weniger überraschend: Wenn man sich die Raiffeisen-Lagerhäuser in der Region ansehe, dann wisse man, dass da überall ein Verkaufsladen dabei sei. Andreas Barmbichler fand sogar, neue Einzelhandelsbetriebe könnten für die Gemeinde durchaus eine Bereicherung sein. Vor 20 Jahren habe man in Waging über die damaligen Neuansiedlungen diverser Lebensmittelmärkte ebenfalls kontrovers diskutiert. Heute sei man froh darüber, dass man diese Angebote habe. Es gehe grundsätzlich darum, Kaufkraft in der Gemeinde zu halten.

Anders sah dies dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben. Bei der Behandlung der Unterlagen für die vorzeitigen Erdarbeiten habe der Ausschuss die dargestellte Fläche des Verkaufsladens kritisch beurteilt. Jetzt solle einer relativ großen Verkaufsfläche doch zugestimmt werden. Dies sei nicht nachvollziehbar. Letztlich aber stimmte der Bauausschuss mit sieben zu zwei Stimmen nach längerer Diskussion der beantragten Verkaufsfläche bis zu maximal 600 Quadratmeter doch zu. Der Bebauungsplan solle dieser Vorgabe angepasst werden, hieß es zusätzlich in dem Beschluss.

Offenbar keine Amphibien vorhanden

Laut dem im Laufe des Verfahrens gefertigten Umweltbericht sollte es auf dem geplanten Lagerhaus-Gelände nur von Ende Juli bis Ende Februar erlaubt sein, Erdarbeiten vorzunehmen – zum Schutz der dort möglicherweise vorkommenden Amphibien. Dass die Arbeiten jetzt doch außerhalb dieser Zeit beginnen können, ist nach Auskunft des Waginger Bauamts deswegen möglich geworden, weil Spezialisten bei einer eigens anberaumten Prüfung festgestellt hatten, dass es hier offenbar doch keine schützenswerten Tiere gibt. So konnte die Abgrabungsgenehmigung letztlich erteilt werden – auch vor Ende Juli. he