weather-image
21°

Lärmschutzwand: Probleme mit dem Boden

0.0
0.0

Waging am See. Eine Lärmschutzwand an der Staatsstraße 2105 im Bereich der Seesiedlung war auch Thema in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Bereits im September hatte das Gremium beschlossen, die Wand zu errichten. Voraussetzung dafür war eine Deckelung der Baukosten auf 336 000 Euro und eine Kostenbeteiligung der Anlieger.


Der bautechnische Angestellte der Verwaltungsgemeinschaft, Franz Fenninger, berichtete nun in der jüngsten Sitzung über den aktuellen Sachstand. In zahlreichen Gesprächen mit verschiedenen Fachfirmen für Lärmschutzwände aber auch mit ortsansässigen Baufirmen wurde versucht, ein Konzept zu erstellen, um die finanzielle Vorgabe aus dem Gemeinderatsbeschluss vom September einhalten zu können.

Anzeige

Voraussetzung für ein zuverlässiges Angebot ist die Kenntnis über die Bodenbeschaffenheit. Deshalb wurde in der letzten Woche ein Bodengutachten mit mehreren Schürfgruben erstellt. Als zusätzliche Schwierigkeiten haben sich die in diesem Bereich verlaufenden Leitungen für Glasfaserkabel und ein Bodendenkmal in Form einer römischen Villa Rustica herausgestellt. Als weniger problematisch hat sich die vorhandene Telekommunikationsleitung erwiesen, die bereits stillgelegt wurde und entfernt werden kann.

Letztendlich hat mittlerweile eine Fachfirma zugesichert, die Lärmschutzwand mit Holzelementen zum vereinbarten Festpreis zu errichten. Die Firma beabsichtigt, die erforderlichen Fundamente im Rammverfahren in den Boden einzubringen, was deutlich kostengünstiger gegenüber der Methode des Aufgrabens ist. Im südlichen Bereich der Lärmschutzwand, bei der Aral-Tankstelle, könnte es jedoch aufgrund des felsdurchsetzten Untergrundes zu Mehraufwendungen kommen. »Das Risiko übernimmt aber die Firma«, erklärte Fenninger.

Im Vorfeld der Sitzung hatten sich aber auch Hersteller von Grünwänden, die mit einer Bepflanzung arbeiten, bei der Marktgemeinde gemeldet. Diese benötigen laut Fenninger kein tiefes Fundament, weil sie auf einem ca. 1,40 Meter breiten Sockel stehen und sich nach oben hin verschmälern. Das wäre vor allem im Hinblick auf die Glasfaserleitungen und das Bodendenkmal ein entscheidender Vorteil. Grünwände können auch deutlich mehr Lärm absorbieren als die üblichen Schallschutzwände. Jedoch würde einer der Hersteller entgegen seinen ersten Ankündigungen deutlich über den Kostenvorgaben der Gemeinde von maximal 336 000 Euro liegen. Diese Angebote werden nun ebenfalls näher geprüft werden.

Bürgermeister Häusl verwies anschließend noch darauf, dass in den nächsten Tagen von der Gemeinde die Aufforderungen zur Einzahlung der vereinbarten Kostenbeteiligung an die Anlieger verschickt werden. Wenn die zugesagte Beteiligungssumme in Höhe von 140 000 Euro bis 10. Januar bei der Gemeinde eingegangen ist, könne voraussichtlich bereits eine Woche später in der Januarsitzung des Marktgemeinderates die Auftragsvergabe durchgeführt werden.

Die Mitglieder des Marktgemeinderates begrüßten die Vorgehensweise mit dem Ziel, einer zügigen Errichtung der Wand. Anregungen aus dem Gremium zur vorliegenden Anliegervereinbarung wurden noch aufgenommen. So wird etwa ein Passus enthalten sein, dass die Bäume und Hecken auf den Privatgrundstücken, die laut Fenninger so weit wie möglich erhalten bleiben sollen, regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen, damit es nicht zur Beeinträchtigung der Wand komme. fr

Mehr aus der Stadt Traunstein