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Längste Debatte um kleinstes Bauvorhaben

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Waging am See. Der Waginger Bauausschuss hat grünes Licht für eine ganze Reihe von privaten Bauanträgen gegeben. Dabei wurde mit am längsten um die wohl kleinste Maßnahme diskutiert: Es ging um ein Hinweisschild.


Martin Huber wollte sich die Genehmigung zur Aufstellung einer Hinweistafel für seine Firma an der Postkellerstraße verlängern lassen, was mit 5:3 Stimmen dann am Ende auch geschah. In einer früheren Sitzung war der Antrag noch mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass der Antragsteller das zu Grunde liegende Gewerbe gar nicht mehr ausübe. Daraufhin hatte Huber der Gemeinde schriftlich mitgeteilt, dass seine gewerblichen Räume an verschiedene Firmen verpachtet seien: an den Bund freier Unternehmer, an das Förderinstitut für Lebensqualität und an die Vereinsschule. Die Beschriftung solle daher entsprechend geändert werden, teilte Huber mit.

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In der Debatte im Bauausschuss hieß es von der ablehnenden Seite, dass diese Hinweistafel seinerzeit für das ursprüngliche Elektrogeschäft genehmigt worden sei, nachdem die Zufahrt in die Postkellerstraße geändert worden war. Die jetzigen Einrichtungen, so wurde gesagt, dienten jedoch nur noch einer ganz bestimmten Zielkundschaft und bräuchten keine Werbung mehr. Auch seien Bezugsfälle zu befürchten.

Grünes Licht für Einfamilienhaus in Tettenberg

Gemeinderat Ludwig Kleißl hielt dagegen, dass Martin Huber die Zusage für eine Werbetafel im Zug der Verkehrsänderung bekommen habe. Von daher müsse hier auch weiterhin der Grundsatz des Vertrauensschutzes gelten. Dem schloss sich am Ende der Debatte die Mehrheit des Ausschusses einschließlich Bürgermeister Herbert Häusl an.

Mit einem Antrag auf Vorbescheid wollte ein Antragsteller abklopfen, ob es möglich ist, in Tettenberg noch ein Einfamilienhaus zu bauen. Wie es seitens der Waginger Bauverwaltung dazu hieß, gebe es im Bereich der Tettenberger Außenbereichssatzung noch etliche größere Baulücken. Von daher wären sogar noch mehr Häuser denkbar. Dann allerdings gehöre, wie es jetzt in der Sitzung des Ausschusses hieß, die Erschließung verbessert. Denn der jetzige, drei Meter breite und nicht gewidmete Weg genüge für weitere Bauvorhaben nicht; damit seien Feuerwehrzufahrt oder Winterdienst nicht gewährleistet. Es müsse im Falle weiterer Bebauung eine mindestens vier Meter breite Straße gebaut werden. Für das aktuell beantragte Einfamilienhaus sah der Bauausschuss jedoch noch kein Problem.

Befürwortet wurde ein Antrag auf Nutzungsänderung eines Dachgeschosses in Büroräume an einem Anwesen an der Balthasar-Permoser-Straße in Otting. Es müssen aber, so verlangte es der Ausschuss, die erforderlichen Parkplätze nachgewiesen werden. Einem Antrag auf Einbau einer Dachgaube in einem Wohnhaus an der Holzhauser Straße in Otting wurde ebenfalls zugestimmt. Nach Gesprächen mit dem Landratsamt ist, wie es hieß, die Konstruktion der Gaube besser ins Dach integriert worden.

Baumaßnahme in Angerpoint nachträglich genehmigt

Keine Einwände hatte der Bauausschuss auch zu einem Antrag auf Einhausung von Hauseingang und Terrasse an der Gartenallee in Waging. Für die Überschreitung der Baugrenzen und hinsichtlich der Dachgestaltung wurde eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans gewährt.

Befürwortet wurde auch noch eine bereits abgeschlossene Baumaßnahme: Der Bauherr musste sich bei seinem Lokal am Tennishallengebäude in Angerpoint die bereits seit langem gebaute Einhausung und Überdachung der Terrasse, die der Erweiterung des Gastraums dient, jetzt auch offiziell absegnen lassen.

Um ein Gartenhäuschen an der Hauptstraße in Tettenhausen ging es bei einem weiteren Antrag. Der Antragsteller benötigte für seine Gerätehütte eine isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans, weil sie zum einen außerhalb der Baugrenzen liegt und zum anderen die Dachneigung nicht mit dem Bebauungsplan übereinstimmt. Aber der Ausschuss hatte nichts dagegen und befürwortete das Häuschen mitsamt der Befreiung.

Kein Problem gab es auch mit einem eigenen Antrag der Gemeinde: Der Anbau eines Wintergartens an den Kindergarten in Tettenhausen ist schon so oft diskutiert worden, dass eine Zustimmung nur noch Formsache war. he