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Ladendiebe machen dem Einzelhandel zu schaffen

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Trickreich und raffiniert gehen Ladendiebe oft vor – alles, was klein und teuer ist, lassen sie schon mal gerne schnell in der Hosentasche verschwinden. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Sie haben ein genaues Ziel vor Augen: Alles, was klein und teuer ist. Rasierklingen, Parfüms, edle Schreibstifte, Kosmetik und elektronische Geräte wie Speicherkarten, Konsolenspiele oder DVDs sind die begehrten Artikel für Ladendiebe. Sie machen dem Einzelhandel nach wie vor schwer zu schaffen. Auch im Landkreis schlagen die Langfinger häufig zu – die Zahlen sind allerdings ein wenig rückläufig, wie der Blick auf die Statistik verrät. »Freude kommt bei uns dennoch absolut nicht auf«, sagt Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelverbands Bayern. »Denn unehrliche Kunden verursachen jedes Jahr Millionenschäden.«


Vergangenes Jahr gab es laut Statistik der Polizei im Landkreis Traunstein 269 Ladendiebstähle. Das entspricht einem Anteil von 3,9 Prozent an der Gesamtkriminalität. Die Aufklärungsquote lag bei 94,1 Prozent. Ein Jahr zuvor schlugen die Diebe noch 348 Mal zu (5,1 Prozent an der Gesamtkriminalität). Geklärt wurden damals 96 Prozent der Fälle.

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Die Palette der Diebstähle sei lang, sagt Rainer Wolf, Leiter der Polizeiinspektion Traunstein. »Das ist wirklich ganz unterschiedlich. Es geht vom Mundraub los bis hin zum organisierten Diebstahl, bei dem wirklich hochwertige Elektrogeräte gestohlen werden«, sagt er. Auch Jugendliche werden schon beim Stehlen erwischt. »Bei ihnen ist es dann meistens eine Art Mutprobe«, sagt Wolf. Der Polizeibeamte weist auch darauf hin, dass die Dunkelziffer relativ hoch sei. »Der Einzelhandel stellt die Diebstähle oft erst bei der Inventur fest.«

Auch Hans Praxenthaler, Geschäftsführer des gleichnamigen Sportgeschäfts in Traunstein, wird immer wieder mit dem Thema konfrontiert. »Wir erwischen regelmäßig Ladendiebe«, erzählt er und macht unmissverständlich klar: »Wir haben dafür null Verständnis.« Diebe werden von ihm und seinen Mitarbeitern sofort angezeigt. Geklaut werden laut Praxenthaler vor allem Markenartikel. »Je teurer, desto besserer«, sagt er. Sperrige Geräte wie ein Tennisschläger etwa seien aber eher seltener Diebesbeute, fügt Praxenthaler hinzu. »Bikinis oder T-Shirts sind gefragter«, sagt er, »die werden dann unter die normale Kleidung geschoben.«

Um Diebstähle zu verhindern oder zumindest zu erschweren, investiert der Handel gewaltig. »Die größeren Märkte sensibilisieren auch ihre Mitarbeiter«, weiß Polizeirat Rainer Wolf. Darum kümmern sich etwa auch die Mitarbeiter der Rupertiwinkel-Detektive, die unter anderem in einigen größeren Märkten im Landkreis ihrer Arbeit nachgehen. »Wir schulen das Verkaufspersonal«, sagt einer der Mitarbeiter, der aus ermittlungstaktischen Gründen namentlich nicht genannt werden möchte. Das Unternehmen erstellt für seine Kunden auch einmal jährlich einen Sicherheitsbericht. Der Kunde kann darin erkennen, in welchen Bereichen es in seinem Geschäft an der Sicherheit mangelt.

Die Arbeit der Detektive ist jedenfalls hart. »Es ist oft schwierig, in einem großen Discounter zielsicher zu beobachten«, erzählt der Mitarbeiter weiter. »Für uns ist eine technische Überwachung daher auf jeden Fall eine Arbeitserleichterung.«

Vor allem viele Jugendliche werden seiner Erfahrung nach immer wieder beim Ladendiebstahl erwischt, aber auch die Stammkundschaft gerate öfters ins Visier der Detektive. Zudem erleben sie oft die kuriosesten Dinge. »Leute schieben beispielsweise ganze Einkaufswägen raus, ganz nach dem Motto 'No risk, no fun'.« Der Spaß hört sich dann erst auf, wenn die Detektive den Ladendieb erwischen. SB