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Kurzfilmfestival am Chiemseestrand

Übersee. Liegestühle, Bänke, Decken: Fast 200 Zuschauer bevölkerten am Sonntagabend die Wiese vor der großen Leinwand am Hafen in der Feldwieser Bucht. Der Freiraum Übersee e.V. hatte gemeinsam mit dem Kreisjugendring und mit »Q3, Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer« im Rahmen der Kulturtage ein Kurzfilmfestival organisiert. Filme aus der Hand von Jugendlichen der Region sowie Filme des Vereins Moviemiento aus Berlin wurden gezeigt. Es war das dritte Festival dieser Art.

Sechs Kurzfilme jugendlicher Filmemacher aus dem Landkreis Traunstein kamen im Wettbewerb ins Finale. Sie wurden auf der großen Leinwand in Übersee gezeigt. (Foto: Grabmüller)

Der Abend wurde eröffnet mit einer kleinen Diskussionsrunde unter dem Tenor »Was bringt mir Kultur?« Moderatorin des Abends war Evi Dettl (Bayernwelle). Kulturschaffende und Kulturorganisierende aus dem Landkreis und darüber hinaus – Florian Ober vom Freiraum Übersee, Franz-Josef Fuchs vom Traunsteiner NUTS und Maria Hafner von »Hasemanns Töchter, Zwiebeldirn«, Markus Bassenhorst vom Verband bayerischer Volkshochschulen und Janosch Dietrich von Moviemiento – diskutierten über ihr Verständnis von Kultur.

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Einig waren sich alle darüber, dass Kultur niederschwellig, also leicht zugänglich sein müsse und auch neue Wege zulassen solle. Dezentrale Kulturarbeit sei für den Landkreis Traunstein deshalb wichtig, weil für junge Menschen mit ihren großen Fähigkeiten des Gestaltens und Kommunizierens Plattformen geboten werden sollten, um kultureller Landflucht vorzubeugen. Was auf dem Lande nicht möglich sei, werde in der Stadt gesucht und fehle dann in der Region. Kultur müsse auch außerhalb der großen Zentren stattfinden.

Dass das Geld koste, war unumstritten, ebenso, dass hier die öffentliche Hand in der Pflicht stehe. Aber auch auf den wichtigen Faktor Ehrenamt wurde verwiesen: Die freie Arbeit von engagierten Ehrenamtlichen zeige oft neue Kulturformen auf, wofür NUTS und Freiraum immer gute Beispiele bieten.

Ein konkretes Beispiel für dezentrale, an Jugendliche gerichtete Kulturarbeit ist im Kurzfilmwettbewerb zu sehen, zu dem das Q3 in Übersee gemeinsam mit dem Kreisjugendring aufgerufen hatte. Aus den vielen eingereichten Kurzfilmen waren sechs Arbeiten in die engere Auswahl gekommen und wurden am Chiemseeufer gezeigt. Eine Jury vor Ort mit den Medienprofis Bernhard Streitwieser (Servus TV), Magda Brankovic (Moviemiento) und Pit Zuckowski (media arts & services aus Siegsdorf) bewerteten die Ergebnisse.

Die Filmemacher im Alter zwischen 13 und 15 Jahren wählten die Themen Umwelt, Sport, Tradition und Fantasy. Sie zeigten Arbeiten, die mit geschicktem Einsatz filmischer Techniken, mit Witz und mit eigener Mitwirkung bei Konzept, Kameraarbeit, Darstellung und Schnitt gedreht worden waren.

Als besten Film des Abends zeichneten die Juroren den Trailer zum Wintersporttag in Inzell von Julia Hofmann, Barbara Stobbe und Patrick Wolfertstetter aus. Das Team durfte als Preis einen Geldbetrag von 200 Euro mit nach Hause nehmen.

Im Anschluss zeigte Moviemiento Kurzfilme aus aller Welt zum Thema »Freiheit«. Der Berliner Verein Moviemiento geht nach Art der früheren Wanderkinos mit Filmen aufs Land und hat dabei ein breites Angebot im Gepäck. Kurzfilme, so Janosch Dietrich, ermöglichen Themenvielfalt und die Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen. Ähnliches haben auch die Jugendlichen aus dem Landkreis in die Tat umgesetzt. Und so selbst Kultur geschaffen. Für sich und andere. ugr