weather-image
24°

Kurpark muss bis Oktober fertig sein

Waging am See. Die Arbeiten am Kurpark in Waging laufen auf vollen Touren – und Eile ist angesagt. Denn die Maßnahme muss nicht nur Ende Oktober fertig, sondern – aus Zuschussgründen – bis dahin auch abgerechnet sein. Wichtigster Teil der rund 260 000 Euro teuren Neugestaltung ist es, in der Mitte einen Platz zu schaffen sowie die Gliederung des Parks zu verdeutlichen und transparenter zu machen. Außerdem gehören dazu das bereits fertiggestellte Toilettenhäuschen und die Brücke, mit deren Bau nächste Woche begonnen werden soll.

Inzwischen ist die Bepflanzung am Kurpark deutlich ausgelichtet worden. (Foto: H. Eder)

Die Weite und Großzügigkeit des Parks seien durch die zu dichte Bepflanzung etwas verloren gegangen, sagt Jürgen Hilse vom Landschaftsarchitekturbüro Mühlbacher und Hilse aus Traunstein, wenn er die aktuelle Maßnahme erläutert. Daher sind im Vorfeld bereits Sträucher zurückgeschnitten und Bäume gefällt worden: zum einen, um Raum zu schaffen für den neuen zentralen Platz, zum anderen, um die Durchsicht über den gesamten Platz zu verbessern. Zuvor habe man, so sagt Hilse, vor allem eine »grüne Wand« gesehen, wenn man von oben zum Park herabgeschaut habe.

Anzeige

Durch die Auslichtungen werde der Park »durchsichtiger«. Vor allem sei der Blick zu den Weihern an der Seite und weiter nach hinten zum Bajuwarenhaus immer verdeckt gewesen. So werde man nach Beendigung der Baumaßnahmen erst so richtig sehen können, wie groß der Park ist. Wenn die Brücke fertig sein wird, wird der Fußgänger durch den Park direkt zum See hinabgehen können.

Die Fläche in der Mitte des Parks habe bisher lediglich aus dem Zusammentreffen einiger Wege bestanden, so Hilse weiter. Das werde jetzt geändert. Es wird hier, laut Hilse, ein rund 700 Quadratmeter großer Platz entstehen, allerdings aus Kostengründen nur aufgekiest. Zudem werde hier ein sogenannter Energiepoller eingebaut, damit für Feste und Konzerte die notwendigen Anschlüsse vorhanden sind.

Eine wichtige Maßnahme besteht laut Hilse auch darin, den asphaltierten Weg von der Strandbadallee, der relativ steil in den Kurpark herabführt, zu verlangsamen. Denn immer wieder würden es Radfahrer einfach laufen lassen und damit Fußgänger gefährden. Im Gesamtkonzept geht es auch darum, die Wege im Park, wie Hilse sagt, »passend und geschmeidig anzubinden«. Außerdem wird an der Westseite ein neuer Weg angelegt, der die Erweiterungsfläche umschließt; wie berichtet, hatte die Gemeinde ja eine zusätzliche Fläche dazupachten können, was die gesamte Neugestaltung wesentlich mit ausgelöst hat. Außerdem soll dieser Weg den Kurparkbereich auch gegen die geplante neue Wohnbebauung auf der Westseite abgrenzen.

Als für den neuen Platz und wegen der Bauarbeiten Bäume gefällt und Bänke weggeräumt worden waren, haben sich einige Waginger, vor allem die regelmäßigen Spaziergänger im Kurpark, ziemlich aufgeregt. Aber Hilse beruhigt: Es werden an passenden Stellen wieder Bäume und Sträucher gepflanzt, auch um die notwendigen Schattenbereiche wieder entstehen zu lassen, und es werden künftig acht statt bisher sechs Bänke aufgestellt. Ziel sei es insgesamt, den Park samt der Neupflanzungen so einzurichten, dass es der Bauhof mit der Pflege leicht hat und überall gut durchfahren kann. Zudem wird die Beleuchtung neu geordnet.

Die einzelnen Bestandteile des Parks sollen durch die jetzigen Maßnahmen klar herausgearbeitet und klar getrennt werden. Das sind der Abenteuer-Spielplatz, die benachbarte, private Minigolfanlage, die Grünfläche des Abhangs, der im Winter als Schlittenberg genutzt wird, der neue zentrale Platz, der Bereich des Kneippbeckens, die Teiche, und am hinteren Ende das Bajuwarenhaus. Ursprünglich war auch die Rede davon gewesen, beispielsweise einen Obstanger aufzubauen, den Vereine oder interessierte Privatleute hätten pflegen sollen. Dies und manch anderes ist laut Hilse aber aus Kostengründen gestrichen worden.

Die Kostensituation sieht wie folgt aus: Das gesamte Projekt soll um die 260 000 Euro kosten, die Brücke ist auf knapp 100 000 Euro veranschlagt, das bereits fertiggestellte Toilettenhäuschen hat 38 000 Euro gekostet. Somit bleiben für die Gestaltungsmaßnahmen maximal 120 000 Euro übrig, die aber laut Hilse wohl gar nicht ganz gebraucht würden. he