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»Kunstwerk wäre eine spannende Chance«

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Zu dieser einsamen Kastanie am Traunreuter Stadtplatz könnten sich im Rahmen des geplanten 7000-Eichen-Projekts zwei weitere Bäume dazugesellen. Nach Ansicht von Stadtplanerin Anne Beer wäre dies eine Chance, den Stadtplatz wieder »grün« zu bekommen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Stadt Traunreut möchte in Kooperation mit dem Museum »DASMAXIMUM« an das Kassler Kunstprojekt »7000 Eichen« des Künstlers Joseph Beuys anknüpfen und in der Innenstadt 23 Bäume pflanzen mit jeweils einem begleitenden Basaltstein. Der Stadtrat hat dazu bereits im Februar »Grünes Licht« erteilt und Stadtplanerin Professor Anne Beer mit einer Feinplanung beauftragt. In der Sitzung der Lenkungsgruppe Städtebauförderung hat Beer jetzt ein mit der Stadtverwaltung und dem Museum abgestimmtes Konzept vorgelegt.


Wie die Stadtplanerin mitteilte, beabsichtige der Museumsleiter, die 23 Basaltstelen, die aus einem Steinbruch in der Eifel stammen, der Stadt zu stiften mit der Auflage, daneben Eichen zu pflanzen. Damit soll die Ost-West-Achse durch die Stadt als Verbindung der kulturellen Einrichtungen zwischen dem Museum im Osten und dem k1 und weiteren kulturellen Einrichtungen an der Eichendorffstraße gestärkt werden.

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Beer: »Für Traunreut wäre dieses Landschaftskunstwerk eine ganz spannende Chance«. Nach den Vorstellungen der Stadtplanerin könnte beispielsweise die Fridtjof-Nansen-Straße davon profitieren. Eine Chance sieht sie auch darin, den Rathausplatz wieder »grün« zu bekommen. Ihr schwebt vor, neben dem einzelnen Kastanienbaum an der Südseite des Rathausplatzes zwei weitere Bäume zu pflanzen und im Bereich der Dreier-Baumgruppe einen weiteren mit jeweils einer Stele.

Angesprochen auf ein Gesamtkonzept zur Umgestaltung des Stadtplatzes sagte Beer, dass sie dafür im Moment keinen Planungsauftrag habe. Das Kunstwerk könnte aber durchaus als Beginn eines Gesamtkonzepts für den Stadtplatz gesehen werden.

Der Traunreuter Bürgermeister Klaus Ritter räumte ein, dass im Zuge einer Umgestaltung des Stadtplatzes zunächst geklärt werden müsse, ob die für die Sanierung vor zehn Jahren erhaltenen Zuschüsse an die Regierung von Oberbayern zurückgezahlt werden müssen.

Um das Kunstwerk umzusetzen, werden laut Beer pro Baum inklusive Befestigung der Stelen grob geschätzt rund 3000 Euro anfallen. Die Bäume sollten mindestens einen Stammdurchmesser von 20 bis 25 Zentimeter und eine Höhe von fünf Metern haben. Zur Finanzierung des Projekts regte sie an, den Bauhof bei der Befestigung der Flächen mit einzubeziehen und die Bäume über Patenschaften oder anderweitige Spenden mit zu finanzieren.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde einstimmig beschlossen, für das Projekt im Haushalt 2016 30 000 Euro einzustellen. Beer hatte mit einer solchen Summe nicht gerechnet: »Das freut mich total.« Die Empfehlung muss aber noch vom Stadtrat in seiner heutigen Sitzung um 16 Uhr abgesegnet werden. Aus Sicht der Stadtplanerin wäre das 7000-Eichen-Projekt auch ein ausgesprochen gutes Projekt für den Projektfonds, der im Rahmen der Städtebauförderung – Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – zur Finanzierung von verschiedenen Maßnahmen möglich ist. Im Haushalt 2012 wurden für die Einrichtung eines solchen Fonds bereits 10 000 Euro eingestellt. Wesentlich bei diesem Projektfonds ist, dass auch Finanzmittel von privater Seite (Eigentümer, Wirtschaft, Vereine, Bürger) in Höhe von 50 Prozent der festgelegten Summe in den Fonds fließen. Die anderen 50 Prozent kommen aus der Städtebauförderung. Das bedeutet, der Staat schießt 60 Prozent zu und die Kommune 40 Prozent.

Die Mittel aus diesem Fonds werden entsprechend den Zielen des städtebaulichen Konzepts für Maßnahmen zur Standortqualifizierung und strukturellen Verbesserung des Programmgebiets eingesetzt. Mittel, die nicht aus der Städtebauförderung kommen, können auch für nicht investive Projekte eingesetzt werden.

Vieles sei denkbar, sagte Achim Gebhardt (CIMA). »Hier sind Ideen der privaten Akteure gefragt.« Die Regeln müssten allerdings eingehalten werden und die Maßnahmen der Allgemeinheit dienen, so Gebhardt. Zur Organisation teilt er mit, dass der Gesamtetat des Projektfonds jährlich von der Gemeinde festzulegen sei. Über den Einsatz der Mittel würde im Falle der Stadt Traunreut die Lenkungsgruppe entscheiden. Das Gremium war sich letztlich darüber einig, für die Stadt eine Projektfondsrichtlinie zu erlassen. Auch diese Empfehlung muss vom Stadtrat in seiner Sitzung noch abgesegnet werden. ga