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Kunstschneeproduktion für touristische Zwecke

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Ruhpolding – Die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) brachte in den Gemeinderat einen Antrag zum Thema »Kunstschneeproduktion für touristische Zwecke« ein. Dieser steht die Partei kritisch gegenüber.


In einer der vergangenen Tourismusausschusssitzungen wurde das Projekt »Kunstschneeproduktion für touristische Zwecke« vorgestellt. Dabei wurde angedacht, über einen örtlichen Anbieter rund 2000 Kubikmeter Kunstschnee einzukaufen, der für die Belegung einer 600 bis 800 Meter langen Loipe im Ampelbereich Nähe Ortsmitte verwendet werden soll. Die Investitionskosten würden nach ersten Berechnungen rund 25 000 bis 30 000 Euro inklusive Transport, Ausbringung und Pflege betragen.

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Wie Fraktionssprecher Hermann Hipf sagte, stehe die VRB-Fraktion diesem Vorhaben aber kritisch gegenüber. »Die hohe Investitionssumme sollte stattdessen in die Erweiterung und Verbesserung von Alternativangeboten investiert werden«, so Hipf. Besonders der vergangene Winter habe gezeigt, dass trotz des Schneemangels im November und Dezember rund 15 Prozent mehr Gäste nach Ruhpolding gekommen sind. Außerdem würde diese Aktion im Widerspruch zum »wildromantischen« Tourismusleitsatz stehen. Hipf wäre es lieber, in der Nähe des Biathlonzentrums eine solche Loipe zu schaffen, als ein »Schneeband im Ort«.

Wie Tourismusdirektor Markus Stuckmann informierte, wurde das Thema bereits auf Initiative der Skischule im Tourismusausschuss behandelt. Hintergrund sei gewesen, dass die Skischule eine Schneegarantie für die Anfängerkurse geben wollte, um diese über Weihnachten durchführen zu können. Gleichzeitig sei das Signal gesendet worden, dass sich einzelne Leistungsträger an den Kosten beteiligen sollen. Vom Tourismusausschuss sei der Ansatz befürwortet worden, dass die Finanzierung von rund 20 000 Euro über diese Leistungsträger, den Tourismus und Sponsoren nur unter der Bedingung erfolgen könne, wenn sich die angesprochenen Leistungsträger auch tatsächlich an den Kosten beteiligen würden. Dies sei aber aktuell nicht der Fall. Zudem fügte der Tourismusdirektor an, dass eine eigene Kunstschneeproduktion aus »den bekannten Gründen nicht möglich ist«.

SPD-Fraktionssprecher Johannes Hillebrand meinte: »Wenn keine Leistungsträger zur Verfügung stehen, müssen wir noch einmal darüber reden. Die Gemeinde allein kann dafür nicht geradestehen.« Dieser Meinung war auch sein Fraktionskollege Sepp Konhäuser, der aber ergänzte: »Gar nichts zu machen ist aber falsch.« Auch Bürgermeister Claus Pichler gab zu bedenken, dass dieses Projekt alleine aus dem Tourismusbudget nicht abzudecken sei. »Der Gemeinderat müsse für sich entscheiden, was man will.« Elisabeth Holzner (SPD) findet es »enttäuschend, dass die Tourismusleistungsträger nicht in der Lage sind, sich zu beteiligen«. Ludwig Böddecker (VRB) vertrat die Meinung: »Wir müssen uns, was den Winterurlaub betrifft, umstellen«.

Nach weiteren Wortmeldungen stellte der Rathauschef an den Gemeinderat die Frage, ob die »Touristiker das Projekt weiter verfolgen« sollen. Diesem Beschlussvorschlag folgten bei fünf Gegenstimmen 15 Gemeinderäte. hab

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