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Kulturausschuss vergab Zuschüsse von über 400 000 Euro

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Traunreut – Der Ausschuss für Kultur, Heimatpflege und Bildungswesen des Landkreises Traunstein hat in einer Sitzung im Traunreuter Museum DAS MAXIMUM Zuschüsse in Höhe von über 400 000 Euro abgesegnet. Die finanzielle Förderung betrifft die Musikschulen, den »Musiksommer« und Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden und Museen.


So erhalten die acht Musikschulen für das laufende Jahr einen Zuschuss von 325 000 Euro Zuschüsse an die Träger der Musikschulen werden dabei zu einem Drittel nach jugendbezogenen Lehrpersonalkosten des Vorjahrs und zu zwei Drittel nach der Zahl der Musikschüler bis 18 Jahre gewährt. Nach Angaben von Landrat Siegfried Walch besuchen über 5000 Schüler die acht Musikschulen, von denen sechs von den Kommunen getragen werden.

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Die Musikschulen Emertsham und Schleching seien auf Vereinsbasis organisiert und würden von den jeweiligen Gemeinden gefördert. Allerdings werde die Musikschule Schleching Ende August mit der Musikschule Grassau fusionieren. Dass Musikschulen einen wichtigen Auftrag erfüllen, habe auch er als ehemaliger Schüler erfahren dürfen, so Walch. »Die Musikschulen leisten neben der musikalischen Bildung einen wichtigen Beitrag zur Charakter- und Persönlichkeitsbildung.«

Mit 4760 Euro soll der Musiksommer zwischen Inn und Salzach in der laufenden Spielsaison gefördert werden. Mit den Mitteln soll die Marketingarbeit des Vereins unterstützt werden.

Im Bereich Heimat- und Denkmalpflege sollen knapp 80 000 Euro ausgeschüttet werden. So soll die Gemeinde Ruhpolding für die Sanierung des Bahnhofs eine letzte Rate von 9355 Euro erhalten. Die rund 1,9 Millionen Euro teure Sanierung wird damit vom Landkreis mit insgesamt 35 100 Euro unterstützt. Der Bahnhof, der 1895 als Endstation der Lokalbahn Traunstein-Ruhpolding erbaut wurde, wird derzeit saniert.

Ebenfalls in der Sanierungsphase befindet sich die Wallfahrtskirche Maria Brunn in Polnach in der Gemeinde Tittmoning. Hierfür gewährt der Landkreis dem Pfarrverband Tittmoning einen Zuschuss von 12 000 Euro. Die Gesamtkosten für die Sanierung, die hauptsächlich wegen Feuchtschäden notwendig ist, liegen bei über 340 000 Euro.

5000 Euro genehmigte der Kulturausschuss der Katholischen Kirchenstiftung Engelsberg für die Renovierung der denkmalgeschützten Filialkirche Sankt Magdalena in Bennoberg. Sie gehört zu den wenigen Kirchen im Landkreis mit einer seitlichen Turm-Stellung. Neben der Sanierung der Kirche muss auch das Dach repariert werden. Die Gesamtkosten liegen bei knapp 400 000 Euro.

Dem Verein Freunde der Burg Stein werden für den Einbau einer Treppe und Sicherungen im Hochschloss 7000 Euro gewährt. Die Steiner Höhlenburg zählt zu den bedeutendsten Burgen in Südostbayern. Die »Burgfreunde“ nehmen sich seit über 40 Jahren der Sanierung der Felsenburg an. Aktuelles Projekt ist der Einbau einer Treppe vom ersten ins zweite Obergeschoß. Außerdem muss eine Wand gesichert und das Gewölbe entlastet werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 70 000 Euro.

Zuschuss auch für die Glockenschmiede

Für über 500 000 Euro wieder aufgebaut wird das sogenannte Schmiedgroßenhaus im Glockenschmiede-Museum in Ruhpolding. Dafür erhält Wolfgang Ullrich einen Kreiszuschuss von 10 000 Euro. Die Schmiede, die in den Ruhpoldinger Pfarrmatrikeln als »Gloggenschmiet« 1646 erstmals überliefert ist, wurde dank des Einsatzes der Familie Ullrich (Nachfahren des letzten Hammerschmieds Fritz Grübl), mithilfe öffentlicher Mittel 1979 bis 1982 in mehreren Etappen renoviert und dient heute musealen Zwecken.

Als weiteres »wertvolles Stück in der Museumslandschaft« bezeichnete der Landrat den Torfbahnhof in Rottau, der vom Museumsverein Torfbahnhof Rottau saniert wird. Die über 480 000 Euro teure Sanierung wird vom Landkreis mit 36500 Euro unterstützt. Der 1920 angelegte Torfbahnhof gilt bundesweit als technikgeschichtliches Unikat.

Im Anschluss an die Sitzung hatten die Mitglieder des Kulturausschusses die Gelegenheit, DAS MAXIMUM zu besichtigen. In dem Museum, das Heiner Friedrich, Sohn des Alzmetall-Gründers Harald Friedrich, 2010 als Stiftung errichtete, befinden sich hochkarätige Kunstwerke. Für diese Bereicherung des kulturellen Lebens im Landkreis sollte sich auch der Freistaat Bayern engagieren, sagte Landrat Siegfried Walch. ga