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Kuh »Sammy« darf leben

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Vor etwa zwei Wochen flüchtete Kuh »Sammy« buchstäblich in letzter Sekunde vor einem Trostberger Schlachtbetrieb. Nun darf sie unbeschwert ihr Leben auf einem Pferdehof genießen.

Trostberg – Ihre Flucht hat sich »gelohnt«: Kuh »Sammy«, deren Schicksal bereits besiegelt schien, darf nun doch weiterleben – und zwar auf einem Pferdehof in Tacherting, auf dem schon einige Kühe des Gnadenhofs leben. Dabei war ihr Ende schon buchstäblich zum Greifen nah: Kurz bevor der Metzger Hand an sie anlegen konnte, war sie geflüchtet.


Wie die Polizei am Montag mitteilte, war die Kuh der Rasse »Charolais« vor gut zwei Wochen beim Abladen bei einem Schlachtereibetrieb im Trostberger Ortsteil Hagenau entlaufen und hielt sich seitdem in den angrenzenden Waldgebieten nahe der Alz auf. Mehrmals wurde sie gesichtet, es gab einige Versuche, sie einzufangen, doch »Sammy« – so heißt die Kuh inzwischen – konnte ihren Häschern immer wieder entkommen. Selbst der Einsatz von Polizeibeamten beeindruckte das Hornvieh nicht.

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Eine tierliebe Familie, die ein Haus am Waldrand besitzt, informierte den Gnadenhof Chiemgau über die ausgerissene Kuh und die vergeblichen bisherigen »Treibjagden«. Auch stellte sie dem Gnadenhof für dessen Einfangversuche ihre Pferdeweide zur Verfügung. Am Freitag kaufte der Gnadenhof das Hornvieh frei und am Samstag gelang es, »Sammy« auf besagter Weide mit Hilfe eines mobilen Zauns »einzusperren«. Auch bekam sie gleich Gesellschaft von einer bereits früher vom Gnadenhof geretteten Kuh, der »Amelie«. »Sammy« folgte ihrer neuen Freundin sofort auf Schritt und Tritt und fühlte sich nun sichtlich wohler auf der Weide.

Am Sonntagnachmittag wurde »Sammy« dann mit »Amelies« Hilfe in Richtung eines Viehanhängers gelockt, einsteigen wollte sie aber nicht. Während »Amelie« schon verladen war, stand »Sammy« unschlüssig vor dem Anhänger. Letztlich wurde sie von einem Tierarzt mit einem Narkosegewehr betäubt und dann von Helfern des Gnadenhofs verladen. Die Fahrt in ihr neues Zuhause hat »Sammy« dann verschlafen.

Dafür war die Freude auf dem Pferdehof »Langschartner« in Tacherting bei der Ankunft sehr groß. Dort sind bereits einige Kühe untergebracht, die dem Gnadenhof gehören. »Sammy« war inzwischen wieder aufgewacht und trabte gemeinsam mit »Amelie« in ihre neue Herde. »Sammy« kann dort nun ohne Angst vor dem Metzger leben.

Die Aktion war für den Gnadenhof Chiemgau mit einigen Ausgaben verbunden, auch für die laufenden Kosten für die Versorgung von »Sammy« muss er aufkommen. Deshalb hofft er auf Unterstützung, sei es in Form von Spenden oder auch einer Patenschaft für »Sammy«. Interessenten können sich an den Gnadenhof Chiemgau unter Telefon 08669/78258 (Sophie Putz) melden. m