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Künstler und Architekten sollen Vorschläge machen

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Dort, wo nun der Kran steht, war der Gedächtnisort für die Opfer der Weltkriege. Aufgrund der Sanierung der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark war dieser abgebaut worden. Nun soll ein neuer Gedächtnisort gestaltet werden. (Foto: Reiter)

Traunstein – Um die Gestaltung des neuen Gedächtnisorts für die Opfer der Weltkriege im Traunsteiner Stadtpark ging es in der jüngsten Stadtratssitzung.


Nachdem die Kirche St. Georg und Katharina derzeit saniert wird, war der ursprüngliche Gedächtnisort direkt an der Kirche abgebaut worden. »Idealerweise sollte der neue Ort dort sein, wo der alte war, oder zumindest ganz in der Nähe«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Stephan Hadulla (Grüne) schlug vor, die Bürger mit ins Boot zu holen. Dieser Vorschlag kam bei der Mehrheit des Stadtrats allerdings nicht an.

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»Es wäre doch schön, zu wissen, welche Erwartungen die Gesellschaft an das Denkmal knüpft«, sagte Stephan Hadulla. Oberbürgermeister Christian Kegel war der Meinung, »dass das schwierig werden könnte«. Josef Kaiser (UW) betonte, dass die Mitglieder des Stadtrats die gewählten Vertreter der Bürger seien.

Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) dankte grundsätzlich den Krieger- und Soldatenkameradschaften für ihr Engagement. »Das sind nicht die ewig Gestrigen, sondern die Heutigen«, betonte sie. Die Kameradschaften würden die Gesellschaft daran erinnern, »dass solche Grausamkeiten nicht mehr passieren dürfen«.

Uwe Steinmetz (UW) betonte, dass diese Anlage eine sehr wichtige Anlage sei. Er schlug vor, den neuen Gedächtnisort im kommenden Jahr einzuweihen – denn 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) regte an, nicht nur der gefallenen Soldaten zu gedenken, sondern aller Opfer. Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) bat um ein Ende der Debatte und eine Abstimmung. Mit 18 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde der Antrag von Stephan Hadulla, eine Bürgerwerkstatt für die Gestaltung des neuen Gedächtnisorts im Traunsteiner Stadtpark einzurichten.

Der Stadtrat votierte mit 19 zu 5 Stimmen dafür, fünf bis acht Künstler und Architekten für die Gestaltung einzuladen. Der Kunstverein Traunstein, die Kulturfördervereinigung ARTS sowie das Pfarramt St. Oswald werden um Namensvorschläge gebeten.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Oberbürgermeister, der Kulturreferentin, der Leiterin der Städtischen Galerie, dem Leiter des Heimathauses, dem Stadtpfarrer, Vertretern der Vereine und je einem Fraktionsvertreter, legt unter anderem die Anforderungen an die Gestaltung des neuen Gedächtnisorts fest. Die Arbeitsgruppe bewertet des Weiteren die eingereichten Arbeiten und erarbeitet einen Vergabevorschlag.

Für die Herstellung und Errichtung der Anlage einschließlich Honorar wird ein maximaler Betrag von 25 000 Euro festgelegt.

Die teilnehmenden Künstler und Architekten erhalten für die von ihnen eingereichten Vorschläge einen Anerkennungsbetrag in Höhe von jeweils 500 Euro. Die erforderlichen Finanzmittel in Höhe von bis zu 29 000 Euro sind im Nachtragshaushalt bereitzustellen. KR

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