weather-image

Künftig 600 Euro pro Standkonzert

0.0
0.0

Unterwössen. Uneins war sich der Gemeinderat Unterwössen in der jüngsten Sitzung über den Antrag der Musikkapelle Wössen, die Aufwandsentschädigung für die 14 bis 15 jährlichen Standkonzerte von bisher 400 auf 600 Euro pro Konzert zu erhöhen. Nach einer längeren Diskussion stimmten schließlich neun Gemeinderäte für den antragsgemäßen Betrag, fünf dagegen.


Die Musikkapelle Wössen hat seit zehn Jahren eine unveränderte Aufwandsentschädigung von 400 Euro pro Standkonzert erhalten. »Die Aufwendungen für die Beschaffung und Reparatur von Musikinstrumenten, den Erwerb von Notenmaterial sowie die Ausstattung unserer Jungmusikanten haben sich jedoch in dieser Zeit erheblich erhöht«, betonte Vorsitzender Edi Ager in seinem schriftlichen Antrag. Zudem sei aufgrund der guten Jugendarbeit die Zahl der Aktiven Mitglieder in der Musikkapelle von damals 45 auf heute über 65 angewachsen.

Anzeige

Diese Aktiven hielten laut Ager die über den Ort bekannte Musiktradition in Ober- und Unterwössen mit ihren etwa 80 bis 100 Einsätzen für Proben sowie weltliche und kirchliche Auftritte aufrecht und seien seit vielen Jahren ein Eckpfeiler im gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Um den Fortbestand der Musikkapelle nachhaltig zu sichern, bewertete der Vorsitzende die Aufstockung der Aufwandsentschädigung als »eine nachvollziehbare Erhöhung«.

Bürgermeister Hans Haslreiter erinnerte daran, dass die Gemeinde zuzüglich der 6000 Euro an Vergütung noch Gema-Gebühren und Getränke von weiteren 900 Euro pro Jahr gezahlt habe. Wie Geschäftsführer Thomas Müllinger zudem ausführte, lägen die Vergütungen vielen Nachbargemeinden allesamt weit unter 400 Euro. Lediglich Grassau zahle ebenfalls 400 Euro. Ein derartiger Vergleich sei laut Ager nicht gerechtfertigt, »weil wir mehr Musikanten haben und gleichzeitig zwei kirchliche und zwei politische Gemeinden bedienen«.

Gemeinderat Anton Greimel (Freie Wählergemeinschaft) beurteilte eine 50-prozentige Steigerung der Vergütung als »nicht vermittelbar und daher zu hoch«. Stattdessen schlug er eine Aufstockung um 25 Prozent auf 500 Euro vor. Barthl Irlinger (Oberwössener Wählergemeinschaft) lobte zwar die erfreuliche Jugendarbeit und den hohen Standard der Musikkapelle, führte aber auch die möglichen Begehrlichkeiten anderer Vereine ins Feld und hielt daher ebenfalls 500 Euro für angemessen.

Dem widersprach Manfred Höglauer (Unabhängige Wählergemeinschaft Wössen): »Die meisten Vereine tun hauptsächlich etwas für sich selbst, die Musikkapelle aber tut etwas für den Ort und den Fremdenverkehr.« Im Übrigen gelte die mögliche Aufstockung wieder für die nächsten zehn Jahre und diene seiner Meinung nach der reinen Selbsterhaltung.

Gemeinderätin Sandra Sonntag (FDP) hielt eine Erhöhung auf 600 Euro angesichts der momentanen Haushaltslage der Gemeinde für vertretbar. Und auch Anton Aberger (CSU) und Thomas Beilhack (SPD) machten sich für eine antragsgemäße Bewilligung stark. bvd

Mehr aus der Stadt Traunstein