weather-image
24°

KSK Petting feierte ihr 120-jähriges Bestehen

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Bürgermeister Karl Lanzinger bekam ein »Schnapserl«, serviert von den feschen Marketenderinnen der Musikkapelle. (Foto: Albrecht)

Petting – Das 120-jährige Bestehen feierte die KSK Petting mit einem Festabend in der Turnhalle, zu dem neben vielen Ehrengästen auch Vertreter anderer Vereine gekommen waren. Zuvor gab es einen Festzug zum Kriegerdenkmal, wo eine Gedenkfeier stattfand und ein Kranz niedergelegt wurde.


In einer beeindruckenden Rede spannte Vorstand Martin Häusl dabei den Bogen von den Leiden und Verlusten an Menschen, die die Gemeinde und ihre Bürger durch Kriege erlitten haben bis zu Geschehnissen in der Gegenwart. Seit über 70 Jahren würden wir jetzt in Frieden leben, aber gerade deshalb sei es wichtig, an die Kriege mit ihrem Leid, ihren Verwüstungen und den Gefallenen und Vermissten zu erinnern. Deshalb legte Martin Häusl am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. »Mögen eure Opfer nie vergessen werden.« Auch Pfarrer Ludwig Westermeier erinnerte im Gottesdienst an die Opfer von Krieg und Gewalt und sprach die Hoffnung aus, nie wieder solche Dinge erleben zu müssen.

Anzeige

Häusl sprach über Geschichte der KSK Petting

Anschließend fand der Festabend in der Turnhalle statt. Vorstand Häusl ging in seiner Festansprache auf die Geschichte der KSK Petting ein. Eigentlich gingen die Ursprünge zurück bis ins Jahr 1866. Damals habe das Königreich Bayern an der Seite Österreichs in einem kurzen Krieg über das Königreich Preußen gesiegt und vier Jahre später sei der Deutsch-Französische Krieg ebenfalls mit einem Sieg beendet worden. Das habe den Anstoß für die Gründung der ersten Veteranenvereine gegeben. 1896 kam es zur Gründung eines eigenen Vereins für die Gemeinden Petting und Ringham. Für 22 Jahre, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, habe der Verein im Königreich Bayern bestanden. Auch während der kurzlebigen Münchner Räterepublik und der bis 1933 dauernden Weimarer Republik war der Verein aktiv. Unterbrochen wurde seine Existenz durch die Zeit des Dritten Reiches, so Häusl.

Erst im Jahr 1952 erfolgte die Wiedergründung mit 200 Mitgliedern und der durch die finanzielle Hilfe des Wirts Max Riedler restaurierten Fahne. Diese Neugründung sei nicht der patriotischen Begeisterung über gewonnene Kriege zu verdanken gewesen, sondern vielmehr der Aufarbeitung der furchtbaren Kriegserlebnisse, der Traumatisierung durch die sinnlose Tötung von Kameraden und des Ausgeliefertseins an die Gewalt. Diese Erlebnisse konnten nur durch die gegenseitige Hilfe der Kameraden, die Gleiches erlebt hatten, bewältigt werden. Dabei konnte auch der gefallenen und von Krieg und Gewalt geschädigten Opfer in einem würdigen Rahmen gedacht werden. Dieses Andenken, die Kameradschaft und den Zusammenhalt zu erhalten und zu fördern, sei das Ziel und die Aufgabe der Veteranen- und Kriegervereine, meinte Häusl.

Bürgermeister Karl Lanzinger freute sich über den Zusammenhalt der Kameradschaften. Er gratulierte Martin Häusl und der Vorstand- und Mitgliederschaft des Vereins zur ausgezeichneten Organisation und Durchführung des Jubiläums und lobte besonders Johann Mooslechner, einen weit über 90-jährigen, noch immer rüstigen Kriegsteilnehmer aus der Gemeinde.

Als Stellvertreterin des Landrats sagte Resi Schmidhuber, es sei sehr wichtig, den Zusammenhalt, der in den Veteranenvereinen offensichtlich sei, zu pflegen und zu bewahren. »Wir müssen die Grundlagen unserer Gesellschaft, die auf dem Grundgesetz und Menschenrechten aufbauen, akzeptieren und weitergeben.« Vereine wie die KSK erinnern daran, dass dies nicht immer so gewesen sei und es vor dem Erreichen dieser Grundlagen viel Leid gegeben habe.

Vorstände als herausragende Persönlichkeiten erlebt

Gauvorstand Stefan Fritzenwenger überbrachte die Grüße der Gauvorstandschaft. Er habe die bisherigen drei Vorstände seit der Wiedergründung als herausragende Persönlichkeiten erlebt. Die Schrecken des Krieges und eine fünfjährige Gefangenschaft hätten Sebastian Singhammer, den ersten Vorstand, nicht verzweifeln lassen, sondern ihn in seinen 28 Jahren als Vorstand angespornt zum Grundsatz »Nicht Jammern, Anpacken«. Es folgte Martin Gröbner, der den Verein für weitere 20 Jahre führte und als zweiter Gauvorstand tätig war. Auch Martin Häusl mache seine Sache ausgezeichnet.

Nach dem offiziellen Teil wurde zu den Klängen der Musikkapelle Ringham-Petting noch lange weitergefeiert. al