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Kritik an Rewe und Rossmann-Projekt in Waging

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Hier zweigt die neu geplante Umfahrung von der Bundesstraße 304 Richtung Thumberg ab und führt westlich an Oberteisendorf vorbei
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Hier zweigt die neu geplante Umfahrung von der Bundesstraße 304 Richtung Thumberg ab und führt westlich an Oberteisendorf vorbei. Foto: Mergenthal

Teisendorf – Eine sehr kritische Anmerkung konnten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Marktes Teisendorf zum geplanten Einzelhandels-Großprojekt in Waging nicht verkneifen.


Außerdem stellte das Gremium die Weichen für die geplante Westumfahrung von der Bundesstraße 304 nach Thumberg in Oberteisendorf.

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Die Höflergasse in Oberteisendorf soll vom Durchgangsverkehr Richtung Thumberg, wo sich Gewerbebetriebe und der Waldkindergarten befinden, entlastet werden. Daher fasste der Marktgemeinderat Teisendorf im April den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan »Anbindung Thumbergweg an die B 304«. Für das weitere Verfahren ist der Bau- und Umweltausschuss zuständig. Dieser billigte nun die Entwürfe zum Bebauungsplan.

Damit soll für den Verkehr eine Umfahrung entstehen, die am westlichen Ortsende von der Bundesstraße abzweigt. Die Planungsgruppe Straßer GmbH aus Traunstein hat mittlerweile dem Rathaus die Entwürfe der Planunterlagen vorgelegt. Sie bestehen aus einer Begründung mit Umweltbericht, dem Planteil und der artenschutzrechtlichen Vorprüfung. Der Ausschuss stimmte nun nicht nur diesen Entwürfen zu, sondern beschloss auch die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Ebenso befürwortete der Ausschuss die vom Büro Sojer aus Traunstein vorgelegte Entwurfsplanung zur siebten Änderung des Bebauungsplans »Gewerbegebiet Surmühl« und beschloss die öffentliche Auslegung und Behörden-Beteiligung. Das weitere Prozedere erfolgt im sogenannten einfachen Verfahren ohne Umweltprüfung.

Ja zum Rewe und Rossmann in Waging

Eine kritische Anmerkung fügte der Ausschuss seinem grundsätzlichen Ja zur Bauleitplanung des Marktes Waging zugunsten eines Einzelhandels-Großprojekts an. An der Ottinger Straße wollen sich ein Rewe- und ein Rossmann-Markt ansiedeln. Dafür will die Nachbargemeinde durch die 17. Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans »Sondergebiet Einzelhandel/Gewerbe« an der Ottinger Straße die Voraussetzungen schaffen. Die bereits vorhandene Gewerbefläche soll durch die Festsetzung einer Sondergebietsfläche zur Aufnahme eines großflächigen Einzelhandelsgeschäftes für Lebensmittel weiter entwickelt werden. Die Waginger entscheiden demnächst per Bürgerentscheid darüber.

»Die Entwicklung des Einzelhandels in dieser Größenordnung in Waging am See wird seitens des Marktes Teisendorf kritisch gesehen«, so die Stellungnahme. Die Größe der geplanten erweiterten Gewerbefläche passt für den Ausschuss nicht zur Einwohnerzahl in Waging und Teisendorf. »Eine Abwanderung der Kaufkraft von Teisendorf nach Waging am See ist zu erwarten, insbesondere da bereits in Traunstein durch das neue Gewerbegebiet ein großer Kaufkraftabschluss zu erwarten ist«, ist das Fazit des Ausschusses.

Positiv beschied der Ausschuss den Antrag auf Erweiterung eines Milchviehstalls im Außenbereich. Das Vorhaben ist landwirtschaftlich privilegiert. Eventuell erforderliche Gutachten werden laut Bauamt von der Bauaufsichtsbehörde, dem Landratsamt, im Rahmen der Antragsprüfung gefordert. Das Bauvorhaben könne möglicherweise Auswirkungen auf die gegenüberliegende Bebauung haben. Sämtliche Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Markus Putzhammer (CSU) wies darauf hin, dass wegen der Sperrung der B 304 viele Autos und Lastwagen auf die gemeindlichen Nebenstraßen ausweichen. Er empfahl, entstandene Schäden an Straßen und Banketten zu dokumentieren, um die Kosten eventueller Sanierungen auf das Staatliche Bauamt abzuwälzen. Zweiter Bürgermeister Norbert Schader erläuterte als Leiter der Sitzung dazu, hier gelte das Verursacherprinzip: Schäden, die unmittelbar einem konkreten Kraftfahrzeug zugeordnet werden können, könnten auch eingeklagt werden. Eine pauschale Zahlung durch das Staatliche Bauamt sei nicht möglich.

Amtsleiter Theo Steinbacher ergänzte, es handle sich bei den Gemeindestraßen um öffentliche Straßen. Für die Abnutzung, auch bei Umleitungen oder Sperrungen, erhalte der Markt eine jährliche Zuwendung aus dem Finanzausgleich in Höhe von 320 000 Euro. vm