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Kritik am ständigen Parken auf dem Radweg

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Die weit verbreitete Unsitte, auf dem Radweg in der Salzburger Straße zu parken und damit schwächere Verkehrsteilnehmer erheblich zu gefährden, war ein großes Thema bei der Bürgerversammlung im Pfarrheim. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Verkehrsprobleme, freilaufende Hunde, Internetverbindung und Bajuwarenmuseum: Die Palette von Wortmeldungen bei der Waginger Bürgerversammlung im Pfarrheim war groß. Knapp eine Stunde lang nutzten die Bürger die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen.


Gunter Worch nahm die Parkplatzsituation im Ort Waging aufs Korn. Es seien zwar Millionen Euro in die Ortssanierung gesteckt worden, aber die Parkerei mancher Verkehrsteilnehmer sei ein ständiges Ärgernis, sagte er. Zum einen würde der Bereich um die Mariensäule oft so zugeparkt, dass man »nichts mehr von der Sanierung sieht« Vor allem aber das regelmäßige Zuparken des Gehwegs in der Salzburger Straße sei »lebensgefährlich für alle«.

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Verkehrsüberwachung soll öfters kontrollieren

Worch empfahl, den Radweg etwa mit roter Farbe noch deutlicher zu kennzeichnen, und meinte, die Verkehrsüberwachung müsste hier viel öfter kontrollieren und drastische Strafen aussprechen; denn ordentliche Parkplätze gebe es in Waging ausreichend. Dafür erhielt Worch großen Applaus der gut 100 Besucher im Pfarrsaal. Auch die Zulieferer zu der hier angesiedelten Bäckerei könnte man doch eventuell auf gewisse Zeiten beschränken, fügte Worch noch an.

Dem Zweiten Bürgermeister Christian Reiter war die Situation natürlich bekannt. Worchs Ausführungen sei nicht mehr viel hinzuzufügen, meinte er. Allerdings hält er nichts von weiteren Schildern oder Markierungen: »Die dort parken, die wissen auch so, dass sie nicht dürfen, aber sie halten sich halt nicht daran.« Man könne nur an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Leute appellieren. Was allerdings den Zulieferverkehr für die Bäckerei anbetrifft, wollte Reiter lieber nichts geändert haben: Seien wir froh, meinte er, dass es in Waging noch Bäcker, Metzger und Wirte gibt.

Bajuwarenmuseum nicht wieder öffnen?

Das Bajuwarenmuseum war ein Thema von Karl Niggl. Er gab zu bedenken, ob man nicht – auch aufgrund der Kosten für die Turnhalle – darauf verzichten sollte, das Bajuwarenmuseum wieder zu eröffnen. Derzeit ist es ja geschlossen, weil viele der Ausstellungsstücke in München restauriert werden. Das Bajuwarenmuseum, so Niggl, sei immer schon ein Zuschussbetrieb gewesen und werde das sicher auch bleiben. Die Gemeinde habe jetzt ja einige Büroräume angekauft; stattdessen hätte man seiner Meinung nach besser die Räume im Museum dafür hernehmen können.

Zweiter Bürgermeister Reiter meinte dazu, dass es jetzt am Gemeinderat liege, ob beziehungsweise was er aus dem vorliegenden Grobkonzept verwirklichen wolle, um das Museum eventuell wieder attraktiver zu machen. Allerdings werde es sicherlich keine hauptamtliche Stelle mehr geben. Klar sei aber in jedem Fall, dass das Museum immer ein Defizit haben werde. Die Frage sei, wieviel Defizit dem Gemeinderat das Museum wert sei.

Dazu meldete sich dann noch Ortsheimatpfleger Franz Patzelt zu Wort und plädierte in einem emotionalen Beitrag für das Museum. Er könne nicht verstehen, sagte er, warum immer auf das Museum geschimpft werde. Waging habe einen Millionen-Haushalt, und die Ausstellungsstücke, die den 240 Waginger Bajuwarengräbern entnommen und im Museum ausgestellt worden sind, seien in der Wissenschaft hoch angesehen und würden als »sensationell« eingestuft. Es gebe in der ganzen Welt kaum ein Museum, das mit Gewinn arbeite, warum sollte dies ausgerechnet in Waging der Fall sein? Das Bajuwarenmuseum sei für Waging ein »Alleinstellungsmerkmal«, und es wäre eine Schande, wenn man es schließen würde. Der Service rund um das Museum sei jahrelang heruntergefahren worden, und dann wundere man sich, wenn keiner mehr hingeht, sagte Patzelt abschließend und bekam dafür viel Applaus.

Erika Niggl beklagte sich über freilaufende Hunde, die Wanderer oder Radfahrer erschrecken, wenn sie plötzlich aus Gehöften herausstürzen. Es gebe inzwischen viele Wege, auf denen man deswegen gar nicht mehr angstfrei gehen könne. Dazu appellierte Reiter an alle, denen so etwas passiert, es anzuzeigen. Denn nur dann könne eventuell auch von Gemeindeseite etwas unternommen werden. Präventiv könne man da nichts machen.

Kritik an großen Regenrückhaltebecken

Wolfgang Sedlmaier wollte wissen, warum das Regenrückhaltebecken im neuen Baugebiet in Nirnharting so groß sei. Dies begründete Zweiter Bürgermeister mit dem Entwässerungskonzept der Gemeinde: Rückhaltebecken würden groß genug ausgelegt, damit im Wasser befindliche Stoffe Zeit genug haben, sich abzusetzen: Dies diene der Seenreinhaltung.

Nach dem Zeitplan für den Breitbandausbau fragte Rudolf Lapper. Der Geschäftsleiter der Gemeinde, Franz Röckenwagner, informierte darüber, dass die Telekom bis zum Herbst dieses Jahres die notwendigen Vorkehrungen getroffen haben müsse, dass die festgelegten Orte mit einer guten Internet-Leistung ausgestattet sind.

Franz Gramminger wollte wissen, wie hoch – vom Geld abgesehen – die Vermögenswerte der Gemeinde seien, vor allem Grundstücke und Immobilien. Heinrich Thaler, der Leiter der Gemeindewerke, beantwortete dies: Demnach hat die Gemeinde ein Vermögen von geschätzten 40 Millionen Euro, die Gemeindewerke von 22 Millionen Euro.

Problematische Verkehrssituation in Gastag

Die problematische Verkehrssituation in Gastag sprach schließlich noch Hans Feil an. Er machte dazu den Vorschlag, den Verkehr bei Scharling von der Staatsstraße über das sogenannte Schneiderhölzl umzuleiten, um somit die gefährliche Einmündung bei Gastag zu entschärfen. Damit würde sich auch die Situation am dortigen Bahnübergang entspannen, meinte er. Zweiter Bürgermeister Reiter versprach, den Vorschlag mitzunehmen, eine Skizze dazu anfertigen zu lassen und bei der nächsten Verkehrsschau mit den Experten darüber zu sprechen.

Die letzte Wortmeldung betraf auch eine Verkehrssache: Martin Mühlbacher regte an, doch an der Einmündung der Traunsteiner in die Bahnhofstraße einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Auch dies will Zweiter Bürgermeister Reiter in einer Verkehrsschau abklären. Insgesamt aber halte er, wie er sagte, Verkehrsspiegel nicht für ein Allheilmittel. Die Autofahrer müssten einfach langsamer fahren, dann komme man auch hier mit den Gegebenheiten gut zurecht. he