weather-image

Krippenausstellung mit 70 Exponaten in Teisendorf

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die Krippen von Stefan Grünäugl aus Surberg sind massiv gebaut, damit Kinder damit spielen können. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Dass Weihnachtskrippen wahre Kunstwerke sein können und wie vielfältig dieses Thema umgesetzt werden kann, zeigt die Ausstellung »Krippenkunst '15« des Wirtschaftskreises Teisendorf. Noch bis 6. Dezember sind unter dem Dach der Raiffeisenbank Rupertiwinkel am Teisendorfer Marktplatz 70 Exponate von knapp 20 Ausstellern aus Teisendorf und den Nachbargemeinden zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr und am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 16 bis 20 Uhr.


Historische Schätze in Holzkästen

Anzeige

Das Spektrum reicht von bäuerlichen Krippenstadeln mit liebevollen Details über lichtdurchflutete, griechische Küstendörfer, die sich an aus Wurzeln herausgearbeitete »Felsen« schmiegen, bis hin zu den hinreißend naiven Figuren in einer polnischen Krippe. Letztere hat Elke Boeringer aus Sillersdorf, die selber Filzkrippen baut, aus der Sammlung ihrer Schwiegereltern mitgebracht. Historische Schätze in Holzkästchen, winzige Figuren in ganz kleinen Spanschachteln und in dicke Kerzen hineingebastelte Krippenszenen sind ebenso zu bestaunen wie orientalische Paläste. Etwas ganz Besonderes hat Christian Pößnecker aus Oberteisendorf mitgebracht: Seine mehrstöckige Krippe hat er in einen zufällig gefundenen, hohlen Baumstamm hinein gebaut.

Ein Rahmenprogramm für Jung und Alt mit Musik, Lesungen, Multimedia-Vorführungen und auch Bastelangeboten speziell für Kinder begleitet die Ausstellung (siehe Kasten). Im You-Tube-Kanal »Teisendorf mittendrin« sind von jungen Teisendorfer Filmemachern gedrehte, kurze Videos über die einzelnen Krippenaussteller zu sehen, die so verschieden sind wie ihre Krippen.

Einer von ihnen ist Stefan Grünäugl aus Surberg. »Was man als Kind gemacht hat, mag man später auch wieder«, erklärt er. Vor etwa 40 Jahren hat er mit seinen eigenen drei Kindern angefangen, Krippen anzufertigen. Inzwischen bastelt er bereits für die Enkel. »Darum mache ich sie auch massiver, dass die Kinder damit spielen können. Alle Tage sind sie woanders, die Figuren«, stellt er lachend fest. Oft baut er Tage oder Wochen an einem Haus. »Aber so eine Fieselarbeit wie er sie macht, das könnte ich nicht«, meint er mit Blick auf Dirk Breuer aus Anger. Dieser belegt die Dächer seines weiß gestrichenen Krippen-Palastes, dessen Türme innen aus Papprollen bestehen, liebevoll mit Hilfe einer Pinzette mit Eierschalen-Mosaiken und winzig kleinen Schieferplättchen.

»Wir haben früher eher diese traditionellen Krippen gebaut und uns immer geärgert, weil wir sie nach vier Wochen wieder wegräumen mussten«, erklärt Breuer. Seine Frau Katrin Hanschke kam auf die Idee, eine Landschaft aus Wurzeln, die man das ganze Jahr als Dekoration in der Wohnung lassen kann, in ein Palmblatt zu drapieren. Wann immer sie draußen unterwegs sind, sammeln sie nun Wurzeln. Wenn sie diese lange anschauen, kommt manchmal die zündende Idee, was aus der Wurzel entstehen könnte, zum Beispiel eine Felsenküste.

Als Entspannung vom Berufs- und Ehrenamtsstress lernte der ehemalige Technische Modellbauer und langjährige Fußball-Jugendleiter Hans Jahn aus Ufering das Krippenbauen zu schätzen: »Do ziag i mi einfach z’ruck und lass meine Ideen einfließ’n.« Anders als manche Krippenbauer, die ihre Werke verkaufen, baut er nur für die Verwandtschaft. Heuer hat seine Tochter wieder eine Krippe »in Auftrag gegeben«. Bereits als Schulbub faszinierte ihn das Thema. Seine Landschaft modelliert er aus Kiefernrinde, belegt sie mit einem »Mörtel« aus Sägemehl, Wasser, Leim und Kreide und streicht das Ganze mit Beize oder Lasur. Den Stall hat er mit Zedernschindeln belegt und bei den selbstgebauten Holzfiguren mit Furnier die Bekleidung dargestellt.

Auch Jüngere bauen gerne Krippen

Auch Jüngere schätzen die Ruhe beim Krippenbauen, wie der Polizeibeamte Harald Kern aus Anger. Durch einen Spezl kam er vor 17 Jahren in einen Krippenbaukurs bei der VHS Bad Reichenhall, in dem zufällig auch zwei Kollegen von der Grenzpolizei saßen. Er experimentiert gern mit Materialien. So hat er für seinen Bruder eine Krippe aus Ytong-Steinen kreiert. Der kollegiale Austausch von Tipps unter den Krippenbauern gefällt ihm. Bei einem Fridolfinger hat der ehemalige Teisendorfer Drogist Toni Erber sein Hobby erlernt. Der habe ihm so viele Ideen gegeben, dass er immer noch nicht alle umgesetzt habe, erzählt er schmunzelnd. Er baut nur für sich selber, einfach, um Ideen in Ruhe reifen zu lassen und dann kreativ umzusetzen. vm

Mehr aus der Stadt Traunstein
Schreibwaren Miller