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Kriegergedächtnisanlage wird zurückgebaut

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Traunstein – Der Stadtrat hat dem Rückbau der Kriegergedächtnisanlage an der Westseite der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark zugestimmt. Außerdem befasste sich das Gremium mit einigen Bauangelegenheiten.


Wie bereits berichtet, soll die Kirche St. Georg und Katharina noch in diesem Jahr saniert werden. Aus Sicht der Denkmalpflege sowie im Hinblick auf eine schnelle und kostengünstige Bauabwicklung erscheint es sinnvoll, wenn die im Jahr 1967 an die westliche Giebelwand angebaute Kriegergedächtnisstätte zurückgebaut werden könnte. Die hierfür anfallenden Kosten in Höhe von 5000 Euro seien in den Nachtragshaushalt einzustellen.

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Karl Schulz (CSU) empfindet die Gedenkstätte »als würdigen Ort, der das Gebäudeensemble keinesfalls stört«. Er könne nicht verstehen, dass diese im Zuge der Kirchensanierung zurückgebaut werden muss, wo zudem auch noch nicht feststehe, ob sie dort wiedererrichtet werden kann, was erneut zu erheblichen Kosten führen würde. »Es gibt keinen besseren, zentraleren Ort, an dem uns die Vergangenheit als Lektion für die Gegenwart und Zukunft begegnet.« Trotz der Bedenken von Karl Schulz stimmte der Stadtrat mit 19 zu 4 Stimmen für den Rückbau. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit den Vereinen und Institutionen Überlegungen für eine neue Gedenkstätte anzustellen.

Außerdem nahm das Gremium Kenntnis von einem Zwischenbericht zur Unterbringung aller städtischer Einrichtungen. »Weitgehend kommen wir derzeit aus«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Bezug auf die vorhandenen Räumlichkeiten. Eine größere Baustelle gebe es bei der Feuerwehr Hochberg. Hier würden aber bereits intensive Gespräche laufen. Immer zusätzliche Räume brauchen könnte auch der Bauhof.

Ein größeres Thema werde in nächster Zeit auch das Kulturzentrum. »Die Bücherei meldet seit Jahren Mehrbedarf an«, so der Oberbürgermeister. Auch hier werde man bald handeln müssen. Denkbar sei zum Beispiel, dass das Erdgeschoß umgebaut und von der Bücherei genutzt wird oder sie an einem völlig anderen Standort unterkommt. Es müssten aber noch weitere Überlegungen angestellt und Gespräche geführt werden, bevor eine Entscheidung fällt.

Was die Kanalsanierung am Pertlberg angeht, hat sich der Stadtrat mit 13 zu 10 Stimmen für die sogenannte »Variante 3« entschieden. Die Kanaltrasse verläuft hier in der Verlängerung der Herzog-Wilhelm-Straße ab der Wasserburger Straße in den Park und wird zum Pertlberg geführt. Dafür muss eine große Fichte gefällt werden. Mit dieser Variante ist in Zukunft auch der Rückbau des öffentlichen Kanals in der Wasserburger Straße möglich, wenn der Kanalbau in der Herzog-Wilhem-Straße durchgeführt wird. Die Kosten der Kanalsanierung belaufen sich auf rund 333 000 Euro.

Einhellig und ohne Diskussion zugestimmt hat der Stadtrat dem Bebauungsplan zur Errichtung eines inklusiven Wohnprojekts mit Verwaltung der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Traunstein südlich des Bahnwegs. Ebenfalls positiv beschieden wurde die Änderung des Bebauungsplans »An der Axdorfer Straße II«. Dort soll ein geplantes Gebäude von 80 auf 100 Meter verlängert werden. Keine Einwände hatte der Stadtrat auch dagegen, dass das Ortsschild von Wolkersdorf 40 Meter in Richtung Geising verlegt wird.

Vorerst zurückgestellt wurde ein Antrag der Eigentümergemeinschaft Triftweg auf Änderung des Flächennutzungsplans sowie Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Grundstück am Triftweg. Die Grundstückseigentümer wollen dort sieben Wohnhäuser errichten – allerdings nicht im Einheimischenmodell, wie von der Stadt gefordert. Die Antragsteller sollen nun noch einmal Gespräche mit der Stadtverwaltung hinsichtlich des Ansiedlungsmodells führen. jar