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Kreuzweg nach Sparz wird nach Ernst Rappel benannt

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Das ist eine der Stationen des Kreuzweges nach Sparz, die Ernst Rappel restauriert hat. Der Weg wird jetzt nach dem in Traunstein geborenen Künstler benannt.

Traunstein. Der Traunsteiner Stadtrat beschloss am Donnerstag, den Kreuzweg, der nach Sparz hinauf führt, nach dem akademischen Maler und Bildhauer Ernst Rappel zu benennen. Rappel wurde 1922 in Traunstein geboren und ist im vergangenen Jahr in Inzell gestorben.


Er prägte mit seinen Wand- und Fassadenbildern in den mehr als 40 Jahren seines Schaffens seinen Heimatort Traunstein und seinen späteren Wohnort Inzell sowie die gesamte Region Chiemgau. Beispiele sind der Rupertusbrunnen am Traunsteiner Maxplatz und der Brunnen vor dem Inzeller Rathaus.

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Der Sparzer Kreuzweg ist 1896 von Stadtpfarrer Heinrich Meixner gestiftet worden. Max Fürst malte die Stationsbilder auf Kupferblech. Die Stationskapellen entwarf und schuf der Traunsteiner Steinmetz Kassian Weinmann.

Der Lions Club Traunstein hat sich des Kreuzweges angenommen. Wie dessen Präsident Wolfgang Stark in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt berichtet, habe Ernst Rappel den Kreuzweg nach Sparz in den Jahren 1959 und 1986 unter Federführung des Fördervereins Alt Traunsteinrestauriert. Der Lions Club wolle sich jetzt um eine erneute Restaurierung kümmern. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege habe man den Inzeller Kirchenmaler Michael Stein mit den Arbeiten betraut. Der Traunsteiner Steinmetzbetrieb Weinmann soll die Kapelle restaurieren. Die Kosten veranschlage man nach Angaben Starks auf etwa 30 000 Euro. Zuschüsse erwarte man von der Stadt, vom Bezirk und vom Landesamt für Denkmalpflege. Den Rest werde der Lions Club bezahlen.

Ernst Rappel schuf Kirchenfenster, Kreuzwege, den Tabernakel in der Krankenhauskapelle, Kunstwerke wie das Herzog-Friedrich-Relief an einer Fassade an der Kreuzung Herzog-Friedrich-/Rosenheimer Straße und den Rupertusbrunnen am Maxplatz. Bei zahlreichen Fassadengestaltungen an Wohn- und Geschäftshäusern bediente sich Ernst Rappel einer bildreichen, farbigen Sprache.

Eine weitere wichtige Gruppe seiner Werke stellt die Sakralkunst dar. Zu finden ist sie auf Friedhöfen, in Kirchen, Kindergärten und Krankenhäusern. Quelle seiner Inspiration war dabei stets eine intensive Auseinandersetzung mit der Bibel und dem christlichen Glauben. Viele seiner Arbeiten sind von humorvollen Details durchzogen, die ganz persönliche Hinweise auf den Künstler geben. Zum Beispiel verewigte er alle seine Hunde als Statisten in seinen Werken.

Rappel studierte in München an der Kunstakademie, musste sein Studium wegen Einberufung während des Zweiten Weltkrieges unterbrechen, geriet in Kriegsgefangenschaft und konnte seine Studien erst 1948 bis 1950 in München fortsetzen.

1950 bestand er seine Meisterprüfung und studierte dann abermals bis 1954 an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er auch seine erste Frau Renate Andreas kennenlernte. Mit ihr machte sich Ernst Rappel selbstständig und beschäftigte sich in den folgenden Jahren mit stets wechselnden Werkstoffen wie Putz, Sgraffito-Technik, Glas- und Steinmosaiken, Keramikwandbildern, Spachteltechniken und Bronzearbeiten. Ernst Rappel starb am 18. Januar 2013 in Inzell. -K.O.-