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Kreisverkehrswacht würdigte jahrelanges unfallfreies Fahren

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Für 50 Jahre unfallfreies Fahren als Autofahrer und 30 Jahre unfallfreies Fahren als Berufskraftfahrer wurde Sebastian Willeitner (Zweiter von rechts) aus Sondermoning geehrt. Ihm gratulierten (von links) der Nußdorfer Gemeinderat Franz Purzeller, die Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber und die Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Annemarie Funke. (Foto: Buthke)

Traunstein. Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Traunstein stand die Ehrung von zwei Kraftfahrern, die jahrzehntelang unfallfrei gefahren sind. Auf 60 Jahre als Fahrer und 30 Jahre als Berufskraftfahrer blickt Leonhard Berndlmaier aus Trostberg zurück. Für 50 Jahre als Fahrer und 30 Jahre als Berufskraftfahrer wurde Sebastian Willeitner aus Sondermoning geehrt.


Im Jahresrückblick wies Vorsitzende Annemarie Funke auf das hohe Unfallrisiko im Landkreis hin. Um die Hauptunfallursache, zu hohe oder unangepasste Geschwindigkeit, zu bekämpfen, stelle die Kreisverkehrswacht seit 1997 ihren Mitgliedsgemeinden Geschwindigkeitsanzeigegeräte zur Verfügung. »Bei schulischen Veranstaltungen und anderen Verkehrssicherheitsveranstaltungen und Aktionen der Polizei wird immer wieder das Reaktionstestgerät eingesetzt«, so Funke. Testpersonen sollen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Straßenzuständen auf ein Signal reagieren und bremsen. Die Polizei bekam zwei mobile Rollenprüfstände zur Ermittlung der Geschwindigkeiten von Mofas, Mopeds und Kleinkrafträdern bis 125 km/h. Sie sei so in der Lage, mehr Kontrollen durchzuführen, meinte Funke. Ein Verkehrserfassungsgerät könne über einen längeren Zeitraum die Geschwindigkeiten von Fahrzeugen auch in beiden Richtungen ermitteln und so durch die Mengen, die sich auf den Straßen bewegen, die Belastungen bestimmen.

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Mehrere Kampagnen zur Verkehrssicherheit

Mit Großplakattafeln an den Bundesstraßen werden die Verkehrsteilnehmer im zweimonatigen Wechsel auf besondere Themen hingewiesen. Mit Transparenten sollen die Kraftfahrer zum Schulanfang auf die geänderten Verkehrssituationen nach den Ferien aufmerksam gemacht werden.

Die Jugendverkehrsschulen werden von den Verkehrserziehern der Polizeiinspektionen Traunstein und Trostberg betrieben. »Dabei beschulen sie jährlich etwa 80 vierte Klassen mit nahezu 1700 Schülern«, sagte Funke. Im Landkreis verrichteten 50 Schüler den freiwilligen Dienst als Schülerlotse. »Leider mit abnehmender Tendenz«, bedauerte sie. Weil es in vielen Orten nicht mehr möglich sei, Schüler als Schülerlotsen zu gewinnen, übernähmen bereits Erwachsene die Sicherung von Übergängen an Schulen.

Mit »Könner durch Erfahrung« biete die Kreisverkehrswacht 18- bis 25-jährigen Führerscheinbesitzern ein günstiges Sicherheitstraining an. »Dort können die jungen Kraftfahrer Übungen durchführen, die sie in der Fahrschule in dieser Form nicht üben können. Besonders das Bremsen und das Ausweichen stellt an die jungen Fahrer hohe Anforderungen«, erklärte die Vorsitzende.

Zielgruppe der Tätigkeit der Kreisverkehrswacht seien vor allem Kinder, Jugendliche und Senioren, sagte Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. Im Landkreis Traunstein gebe es rund 140 000 fahrtüchtige Erwachsene, knapp 21 000 Schüler und 37 000 Senioren. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge betrage 156 000, davon 103 000 Autos.

Mit seinem Programm »Bildung und Infrastruktur« wolle der Landkreis Unfallschwerpunkte beseitigen, weil – gerade in der Urlaubszeit – das Verkehrsaufkommen enorm sei. Die Kreisverkehrswacht sei in der Verkehrssicherheit ein wichtiger Akteur. Zum Problem der fehlenden Schülerlotsen sagte Schmidhuber. »Es wäre schön, wenn sich mehr Eltern zur Verfügung stellen würden.«

Überblick über die Unfallentwicklung

Einen kurzen Überblick über die Unfallentwicklung und das Unfallgeschehen im Landkreis gab der Stellvertretende Vorsitzende, Polizeihauptkommissar Johann Mayer. Die Zahl der Verkehrsunfälle liegt bei jährlich 5000, wobei etwa die Hälfte davon Kleinunfälle sind. Von 65 im Jahr 1975 sei die Zahl der Verkehrstoten auf elf im vergangenen Jahr zurückgegangen. In der Unfallkommission, in der der Landkreis als Verkehrsbehörde, das Staatliche Bauamt und die Polizei vertreten sind, befasse man sich mit den Unfallschwerpunkten. Mayer nannte die Kreuzung in St. Georgen mit 80 Unfällen in zehn Jahren. Aktuell sei dort eine permanente Überwachung der Geschwindigkeit geplant. Ein weiterer Schwerpunkt mit 111 Unfällen in zehn Jahren sei die Autobahnausfahrt bei Schweinbach und die Hochstraße. Bei der Autobahnausfahrt Siegsdorf zur Bundesstraße 306, wo es in den vergangenen zehn Jahren 98 Mal »gekracht« habe, sei eine Ampelanlage im Bau. Besonders gefährlich für Motorradfahrer ist die Windeckkurve zwischen Schleching und Kössen. An 26 Unfällen in zehn Jahren waren 18 Motorradfahrer beteiligt. Dies gilt auch für den Masererpass zwischen Oberwössen und Reit im Winkl, wo es in den vergangenen zehn Jahren auf drei Kilometer 57 Unfälle gab.

Mayer hatte auch gute Nachrichten. Gelöst seien die Unfallschwerpunkte auf der Straße zwischen Waging und Traunstein, nachdem die Kurven bei Weibhausen entschärft und bei Scharling eine Abbiegespur gebaut wurden. Einen merklichen Rückgang stellte die Polizei auch an der Kreuzung in Laimgrub fest, seit dort ein Kreisverkehr gebaut wurde. Bjr