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Kreisverkehr im Westen von Seebruck

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Setzten den ersten Spatenstich für den neuen Kreisverkehr westlich von Seebruck: Bernhard Hainz (Bürgermeister der Gemeinde Gstadt), Helwig Falach vom Baugeschäft Swietelsky (verdeckt), AUV-Vorsitzender Josef Mayer, Martha Gruber, 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Seeon-Seebruck, und die Vertreter der Gemeindeverwaltung Bernhard Hauser und Dominik Huber. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Spatenstich ist gesetzt. Nun können die Arbeiten für den neuen Kreisverkehr westlich von Seebruck an der Abzweigung Richtung Rosenheim beginnen.


Der Kreisel mit Geh- und Radweg-Anbindung an den Chiemseerundweg und dem Lückenschluss der »Via Julia« wird einen Durchmesser von 40 Meter haben.

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Der Bau beginnt am Mittwoch und dauern voraussichtlich bis Ende Juli. Bis dahin ist nach Angaben des Bauherrn, dem Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV), die Staatsstraße 2095 nach Rosenheim, Bad Endorf, Verbindung Malerwinkel bis zum Kreisverkehr Weisham gesperrt. Von der Sperrung sind auch mehrere Buslinien betroffen. Die Staatsstraße 2093 zwischen Gollenshausen und Seebruck ist mit einem einspurigen Ampelbetrieb in dieser Zeit befahrbar.

»Der Kreisverkehr ist eine gute Lösung«

Bevor die Vertreter der Gemeinden, Behörden und des AUV auf den »denkwürdigen Tag« anstießen, kam ihnen der prickelnde Bodenfund sehr gelegen, der beim Buddeln in einer Kiste zum Vorschein kam. Der Kreisverkehr war Wunsch der Gemeinde Seeon-Seebruck im Zuge des Radwegeausbaus rund um den Chiemsee. Er ersetzt die ursprünglich für Radfahrer geplante Unterführung und Umfahrung des Hotel-Restaurants Malerwinkel. Eine Unterführung wäre zu aufwendig gewesen und hätte einen großen Eingriff in den Buchenwald bedeutet und die Kreuzungsproblematik für den Autoverkehr nicht gelöst, so der AUV-Vorsitzende und Rimstinger Bürgermeister Josef Mayer. »Der Kreisverkehr ist eine gute Lösung.«

Die Kosten belaufen sich laut Mayer auf etwa 750 000 Euro. Etwa die Hälfte davon übernimmt der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee. Diese Kosten werden wiederum vom Freistaat Bayern gefördert. Die andere Hälfte muss die Gemeinde aufbringen.

Unfallschwerpunkt wird beseitigt

Einen Kreisel auf freier Strecke genehmigt zu bekommen, sei gar nicht so einfach gewesen, erklärte die 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Seeon-Seebruck, Martha Gruber. Da es sich aber um einen Unfallschwerpunkt handle, habe das Staatliche Bauamt Traunstein zugestimmt. Im Gemeinderat sei die Idee eines Kreisverkehrs erstmals 2015 vorgestellt worden. Bürgermeister Bernd Ruth sei es gelungen, die nötigen Grundstücke zu erwerben.

Zu diesem Zeitpunkt sei die Gemeinde noch davon ausgegangen, dass die Finanzierung des Projekts über das Kommunale Sonderbaulastprogramm des Freistaates mit einer Förderung von rund 80 Prozent abgewickelt werden könne. Das hätte bei ermittelten 600 000 Euro Kosten einen Gemeindeanteil von 120 000 Euro bedeutet. Nachdem der Gemeinde aber nur noch eine Förderung von maximal 50 Prozent aus dem Fördertopf der Kommunalen Straßenbaulast in Aussicht gestellt wurde, hatte der Gemeinderat beschlossen, das Projekt im Rahmen des Chiemsee-Uferrundweg-Konzepts über den AUV abzuwickeln.

Chiemsee-Rundweg wird seit 2009 ausgebaut

Der Bau des Kreisverkehrs ist die 22. bis 24. Maßnahme seit Beginn des Ausbaus des Chiemsee-Rund- und Radweges Ende Oktober 2009. Hier werden gleich mehrere Maßnahmen durchgeführt, so der AUV-Vorsitzende. Der Lückenschluss des Radwegs an der Staatsstraße 2095 von Rosenheim/Bad Endorf kommend, der den Rundweg mit der »Via Julia« verbinde sowie der Kreisverkehr mit Querungshilfe der Staatsstraße 2095 für Radfahrer.

Seit Beginn des Ausbaus wurden rund um den Chiemsee in den Gemeinden Rimsting, Seeon-Seebruck, Chieming, Grabenstätt, Übersee, Bernau und Prien 21 Maßnahmen fertiggestellt und rund 4,2 Millionen Euro verbaut – bezuschusst mit rund 1,7 Millionen Euro vom Freistaat. Es wurden Routen für sportliche Radfahrer und E-Biker geschaffen (55 Kilometer) sowie ein Chiemsee-Radweg auf 57 Kilometer, der oft direkt am Seeufer entlang oder durch Wälder und Moore führt. Einzelne Abschnitte, vor allem die Seepromenaden der Chiemseeorte, sind seither nur noch für Fußgänger. Träger der Gesamtbaumaßnahme für die Chiemsee-Anliegergemeinden ist der AUV Chiemsee. Insgesamt sind über 40 Maßnahmen rund um den See geplant mit Gesamtinvestitionskosten von 9,3 Millionen Euro, die mit 4,3 Millionen Euro vom Freistaat Bayern aus FAG-Mitteln gefördert werden. ga

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