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»Kreativer Beruf mit zeitlosem Werkstoff«

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Er ist Prüfungsbester der Schreiner-Innung Traunstein: Markus Rimsl (Mitte) vom Ausbildungsbetrieb Schreinerei Haitzer aus Kammer. Ihm gratulierten (von links) Lehrlingswart Andreas Haitzer und der Seniorchef des Ausbildungsbetriebs, Adalbert Haitzer, Innungsobermeister Hans Kurfer und Prüfungsvorsitzender Uli Mittermaier. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Nach erfolgreicher Gesellenprüfung ist für 54 junge Schreiner und zehn Holzfachpraktiker ein Traum wahr geworden: Sie sind bei einer Feier der Schreiner-Innung Traunstein in der Aula der Staatlichen Berufsschule I gemäß einer Jahrhunderte alten Tradition freigesprochen und in den Stand der Gesellen gehoben worden. Viele Gäste aus Handwerk, Wirtschaft, Kommunalpolitik sowie Familienangehörige begingen den besonderen Tag gemeinsam mit den jungen Handwerkern.


Obermeister Hans Kurfer machte die Bedeutung der Freisprechung für die jungen Handwerker, aber auch für die Betriebe und die Innung deutlich und würdigte die umfassende Beteiligung. »Ihr habt die besten Chancen, gute Facharbeiter werden immer gebraucht. Die Betonung liegt aber auf 'gute'« sagte Kurfer an die jungen Schreiner gerichtet. Er sprach seinen Dank für die Unterstützung an die Eltern, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe aus.

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»Wir brauchen junge Menschen als Leistungsträger in unseren Betrieben. Halten sie die Ausbildungsbereitschaft hoch und werben sie für unseren schönen Beruf; wo es geht«, rief er den Berufskollegen zu. Der Obermeister nutzte die Gelegenheit und würdigte beim Festakt den inzwischen in Rente gegangenen, beliebten Berufsschullehrer Josef Danner. Für seine lange und gute Zusammenarbeit mit der Innung erhielt der Lehrer die Silberne Ehrennadel des Verbands sowie eine Ehrenurkunde.

Daxenberger: »Hohes Niveau in Traunstein«

»Wir haben ein sehr hohes Niveau in Traunstein – in der Gestaltung und in der Ausführung«, lobte Bernhard Daxenberger, Vizepräsident des Fachverbands Schreinerhandwerk Bayern. Er forderte eine Gleichstellung der akademischen und der beruflichen Bildung und eine Stärkung der Mittelschulen. Die »Restschuldiskussion« um die Mittelschule sei eine sehr problematische Diskussion für das Handwerk wie auch für so manchen Schüler, der in der »falschen« Schule lande. Er appellierte an die jungen Handwerker, Verantwortung in der Innung, aber auch im Ehrenamt im Allgemeinen zu übernehmen: »Wir wollen 'wahre Werte' vermitteln.«

Landtagsabgeordneter Klaus Steiner gratulierte zu dem eingeschlagenen Weg. »Ich gratuliere euch, der Weg ist mindestens so viel wert wie das Abitur«, so das Mitglied im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags. Die eingeschlagene berufliche Richtung würde alle Möglichkeiten bieten. Es müsse wieder mehr Wertschätzung für den Handwerker und den Meister seines Fachs geben, forderte Steiner.

»Lob und Anerkennung. Es ist unglaublich, was ihr da geschaffen habt«, sagte stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber mit Verweis auf die ausgestellten Gesellenstücke. Sie betonte, dass der Landkreis Traunstein als Sachaufwandsträger für rund 11 300 Schüler zuständig sei. Man investiere rund 16 Millionen Euro jährlich für laufende Kosten und stecke Millionenbeträge in den Ausbau und die Modernisierung der Schulen.

»Super tolle Stücke«, lobte Wolfgang Osenstätter; der Stadtrat vertrat den Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel. Er lobte die ausgezeichnete Qualität der Gesellenarbeiten und würdigte das Engagement der Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe.

Ulrich Genghammer von der Berufsschule Traunreut sagte, »eine abgeschlossene Berufsausbildung ist die beste Investition, die es gibt. Ihr habt etwas geschafft, auf das ihr stolz sein könnt.« Mit der bestandenen Prüfung hätten die jungen Handwerker vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels beste Berufsaussichten. Auch er forderte die Gesellen zu politisch-demokratischem Engagement auf.

»Kreativer Beruf mit zeitlosem Werkstoff«

Schulleiter Wolfgang Kurfer blickte zurück und betonte, dass die Anwesenden vor rund drei Jahren in die Berufsschule kamen. »Ein toller kreativer Beruf mit einem zeitlosen Werkstoff«, lobte er den von den jungen Handwerkern eingeschlagenen Weg. Es gäbe hohe Anforderungen, was sich in den vergangenen Ausbildungsjahren gezeigt habe. Die Junggesellen hätten es aber geschafft und könnten nun auch neuen Lehrlingen in den Betrieben helfen. »Gebt die Begeisterung und Freude an eure neuen Kollegen weiter.«

Im Nachgang nahm Obermeister Hans Kurfer die Freisprechung der Junggesellen vor und sprach sie in einer kurzen und feierlichen Zeremonie gemäß einer Jahrhunderte alten Tradition von den Pflichten der Lehrzeit frei. Lang anhaltender Applaus zeigte die Freude der Anwesenden über diesen Schritt.

Anschließend gab es die begehrten Gesellenbriefe für die wartenden Junggesellen. Lehrlingswart Andreas Haitzer gab statistische Zahlen weiter: Sechs Prüflinge sind zur Winterprüfung angetreten, 48 zur Sommerprüfung, alle haben bestanden. Der Notendurchschnitt lag bei guten 2,2. Bei den Holzfachpraktikern waren 11 zur Prüfung angetreten, zehn davon haben die Prüfung erfolgreich abgelegt. Der Notendurchschnitt lag hier bei 3,45.

Herausragende Einser-Gesellen wurden besonders gewürdigt. Die Leistung von Markus Rimsl vom Ausbildungsbetrieb Schreinerei Haitzer aus Kammer verdiente dabei als Innungssieger besondere Anerkennung. Knapp 95 Prozent der möglichen Punkte zeigten das ausgezeichnete Prüfungsergebnis des jungen Schreiners, er hatte alle Prüfungen mit der Note Eins abgeschlossen. awi

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