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Kreativ werden und Neues ausprobieren

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Völlig neu und unerwartet war das Hörspiel von Josef Wittmann (Mitte). Sein neues Buch »Kraah Gickerl kraah kraah« wurde mit Percussion-Musik des Duos Hammerling umrahmt. (Foto: T. Eder)

Grassau. Gleich einen ganzen Tag mit vielen Programmhöhepunkten organisierte der Agenda-Kulturkreis im Rahmen der »Chiemgauer Kulturtage«: Neben Lesungen, Schreibwerkstätten und einer Literad-Tour gab es auch ein Kinderprogramm. Die Leitung oblag Uta Grabmüller, die federführend das umfangreiche Programm zusammengestellt hatte. Ihr zur Seite standen unter anderem die Chiemgau-Autoren, der Verein Bayrische Sprache und Dialekte, wie auch Caroline Zeisberger, »Managerin des Kulturlebens im Hefter«.


Mit einem literarischen Frühstück im Museumscafé Klaushäusl wurde gleich zu Beginn der erste Höhepunkt offeriert. Die Autoren Monika Auer, Robert Höpfner, Michael Inneberger und Josef Wittmann gaben Kostproben aus ihren Werken und erzählten, was Schreiben für sie bedeutet. Interessant war zu erfahren, dass die einen Schreiben als kreative Freizeitbeschäftigung empfinden, während für andere Autoren dies harte, kontinuierliche Arbeit bedeutet. Uta Grabmüller, die die Moderation übernahm, ließ zu guter Letzt die Zuhörer selbst kreativ werden und warf drei Worte in den Raum, aus welchen ein Satz gebastelt werden sollte. Hier zeigte sich, welch unterschiedliche Gedankengänge die Zuhörer mit »still, nicht, sprachlos« verbinden.

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Weiter ging der Tag mit einer literarischen Kurzreise, wobei an drei ausgewählten Stationen geschichtliche und literarische Texte, gelesen von Gabriele Wallner, zu hören waren. Glück hatten hier die Organisatoren mit dem Wetter, denn für eine kurzweilige literarische Radtour hätte es nicht schöner sein können.

Während der Vormittag wie auch die Mittagsstunden dem Zuhören geschuldet waren, galt es am Nachmittag in den Schreibwerkstätten selbst aktiv zu werden. Robert Höpfner und Uta Grabmüller leiteten dabei die Werkstatt zum Verfassen lyrischer Texte und zeigten, dass ein Gedicht schneller verfasst ist, als man allgemein denkt.

Der bayrischen Sprache in all seinen Facetten ging Siegi Götze nach und zitierte einige Autoren, die ebenfalls den Versuch unternommen haben, Anleitungen zum bairischen Schreiben zu bieten. Götze warnte davor, einfach nur Sätze in den Dialekt übertragen zu wollen und dabei die Lautsprache zu verwenden, da dies der unterschiedlichen Aussprache des Dialekts nicht gerecht werde. Gustl Lex betonte, dass vielmehr auf den bairischen Satzbau geachtet werden müsse. Der Leser oder Vorleser transferiert dann die Wörter ohnehin in seinen Dialekt.

Zum Abschluss des ereignisreichen Tages stand dann in der Niederreserve des Museums Klaushäusl eine besondere Premiere an. Josef Wittmann aus Tittmoning las aus seinem neuen Buch »Kraah Gickerl kraah kraah«. Hierbei handelte es sich um ein literarisch-musikalisches Hörspiel in drei Schweifen, wobei diese Schweife, gleichzusetzen mit Akten, wiederum eine aneinander Reihung verschiedener kurzer Texte mit unterschiedlichen Thematiken waren. Begleitet und verstärkt wurden die Texte vom Duo Hammerling (Fritz Moßhammer und Erwin Rehling). Dem Publikum gefiel es, was anhand des lang anhaltenden Applauses leicht zu erkennen war.

Der »Tag der Literatur in Grassau« war ein voller Erfolg, bot Anregungen selbst kreativ zu werden und machte Mut, Neues zu probieren. tb