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Kotelett mit Pommes ist der Hit

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Ein Blick in die Küche des Circus Krone. (Foto: Circus Krone)

Wenn Irena »Renke« Kirova (43) sich um das Frühstück ihrer »Familie« kümmert, dann muss sie früh aufstehen. Denn 380 Semmeln, 30 Kilogramm Brot, etliche Gläser Marmelade und Berge von Butter müssen um 7 Uhr bereitstehen.


Kirovas »Familie« ist der Circus Krone. Sie ist die Chefin der circuseigenen Küche. Ab 6 Uhr früh dampft es im Reich der Küchenfeen. Fünf Pfund Kaffee allein verbrauchen sie für die Zubereitung des Kaffees. Rund 3000 Euro pro Tag muss Circus Krone für die Ernährung von Mensch und Tier aufwänden. Die vier Mitarbeiter des Kantinenwagens versorgen dreimal täglich rund 180 Circusleute. Mittags und abends stehen wechselnde Gerichte auf dem Speiseplan – mal Bohnensuppe, mal Hühnerfrikassee, Gulasch oder Paprikanudeln mit Salat. »Abwechslungsreich muss es sein«, sagt die rundliche Küchenchefin, die vor allem süßen Milchreis in allen Variationen liebt. Das Schönste sei, »wenn’s den Leuten schmeckt, doch das ist wie Lotto spielen«.

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Bei ihr gibt es deutsche Hausmannskost. »Einmal habe ich echtes Borschtsch gemacht, das kam bei den Leuten nicht so gut an«, erinnert sich Kirova. Besonders beliebt bei den Circusleuten sind die Desserts. Und das Lieblingsgericht? »Bei Kotelett mit Pommes weiß ich immer, dass es garantiert alle wird.«

Schon als sie vor 15 Jahren die rollende Kantine in München zum ersten Mal betrat, wusste sie, dass sie für immer bleiben will. Gelernt hatte sie ihren abwechslungsreichen Beruf in Bulgarien. Seit 1998 gehört sie mit zur großen Circus-Krone-Familie. Jetzt lebt die bulgarische Frohnatur aus Sofia im Wagen 4, direkt neben der Küche in einer Circuswagenhälfte, nebenan sind Lebensmittel gelagert. »Es ist mein Traumberuf«, sagt die Köchin. »Ich liebe das Herumreisen, das Kochen und die Circusleute.« Genauso wie ihren Mann, Zeltmeister Andon Kirov, und die beiden Töchter.

Von 6 bis 19 Uhr ist täglich Küchendienst. In drei großen Kesseln – 200, 180 und 50 Liter – , sowie im Konvektomat, einem Heißluftdampfgerät, wird gekocht. Einmal in der Woche wird der Speiseplan zusammengestellt. »Pro Monat versuche ich mit 17 000 Euro für das Essen auszukommen. Höchstgrenze ist 22 000 Euro«, sagt Irene Kirova. Für den Einkauf ist sie nicht zuständig. »Aber beim Großhändler kommen schnell 1500 Euro zusammen«, weiß sie. Immerhin sollen 180 Circusleute – neben dem Ballett die Leute hinter den Kulissen – satt werden. Die circa 120 Artisten und Hausangestellte versorgen sich selbst. Sie kochen in ihren Campingwagen-Küchen eigene Mahlzeiten.

Die Frage, ob es denn beim Krone-Gastspiel auch öfters einmal Fisch gibt, lässt das runde Gesicht der Bulgarin vor lauter Grinsen noch breiter werden: »Fisch gibt’s fei jeden Freitag, mir san doch katholisch.«