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Kostenlose Biotonne kommt

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Traunstein – Eine Biotonne wird ab dem zweiten Quartal 2020 jedem Haushalt kostenlos zur Verfügung gestellt. Niemand muss den Behälter nehmen. Bürger dürfen ihren Biomüll auch künftig gratis an den Wertstoffhöfen abgeben. Die Müllgebühren sollen durch die zusätzliche Tonne, die den Landkreis rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr kostet, nicht steigen. Der Kreisausschuss Traunstein unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch ging daran, den Grundsatzbeschluss von 2013 zur Einführung einer Biotonne nach mehr als fünf Jahren umzusetzen.


Der Kreistag hatte sich Anfang Juli 2013 für eine Biotonne ausgesprochen und schon damals die wichtigsten Parameter fixiert. In den Folgejahren machte sich der Landkreis für eine Vergärungsanlage beim Zweckverband für Abfallverwertung (ZAS) in Burgkirchen stark, stieß dort aber auf wenig Gegenliebe für die Idee. Der Landkreis Altötting hat zwischenzeitlich ein Bringsystem für Bioabfall installiert. Auch eine gemeinsame Lösung mit dem Berchtesgadener Land stand zeitweise zur Debatte. Der Nachbarlandkreis wählte jedoch einen anderen Weg und hat die Biotonne inzwischen mit der notwendigen Restmülltonne – die bisher in Verantwortung von Städten und Gemeinden lag – verknüpft. Dazu Landrat Siegfried Walch: »Eine gemeinsame Lösung ist leider nicht in Sicht.« Traunstein müsse die Biotonne allein realisieren.

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Im August 2018 betraute der Landkreis das Ingenieurbüro AU-Consult GmbH aus Augsburg mit der Projektbegleitung. Mittlerweile legte die Firma laut Landrat den Zeitplan vor. Bis Januar 2019 soll das endgültige Konzept stehen. Eckpunkte sind die erforderlichen Ausschreibungen zum Beschaffen der Behälter, von Abfuhrleistungen und Verwertung. Durch die Ausschreibung der Verwertung im Januar 2019 haben geeignete Firmen einen ausreichenden Vorlauf, ihre Kapazitäten anzupassen oder auch eine neue Anlage zu bauen.

Der Gefäßbedarf soll parallel zur Bürgerinformation zwischen April und August 2019 ermittelt werden. Abfuhrtouren und Abfuhrkalender sollen im Oktober 2019 verfügbar sein. Der Abfuhrkalender für 2020 soll im Dezember 2019 verschickt werden. Wenn die notwendigen Behälter im April 2020 geliefert sind, werden sie zügig an die interessierten Haushalte weitergereicht. Dann kann das Projekt Biotonne starten.

Nach derzeitiger Schätzung betragen die Abfuhrkosten circa 1,3 Millionen Euro pro Jahr. Die Kosten der Verwertung bezifferte Walch mit rund einer Million Euro jährlich – auf der Basis der aktuellen Grüngutmenge von gut 10 000 Tonnen im Jahr. Im Gegenzug werde sich die Restmüllmenge reduzieren. Das kompensiere zumindest einen Teil des finanziellen Aufwands für die Biotonne. Ob die Müllgebühren durch die Biotonne in die Höhe klettern, sofern die Kosten nicht aus Rücklagen gedeckt werden könnten, wollte CSU-Kreisrat Franz Parzinger wissen.

Das schloss der Landrat nicht aus, zeigte sich aber zuversichtlich, die Müllgebühren nicht erhöhen zu müssen. Genaueres werde die Kostenberechnung zeigen. Andreas Holzner, Bündnis 90/Die Grünen, erinnerte an eine Sachverständigenaussage, die Biomüllverwertung durch den Landkreis würde sich rentieren. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser begrüßte, dass in das seit langer Zeit diskutierte Thema Biotonne jetzt in Angriff genommen wird. kd