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Kostenexplosion beim geplanten Rathausbau

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Das Seebrucker Rathaus (Archivbild) wird schon bald der Vergangenheit angehören. In wenigen Wochen soll das Gebäude abgerissen werden, um auf dem Grundstück ein neues Rathaus zu bauen. Der Baubeginn wird sich aber verzögern: Der Gemeinde »laufen die Kosten davon«. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat der Gemeinde hat den Haushalt 2016 einstimmig abgesegnet. Das Gesamtvolumen bewegt sich wie in den Vorjahren bei 13 Millionen Euro. Davon entfallen 9,1 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 3,9 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen sind nach den Berechnungen der Kämmerei heuer nicht erforderlich.


Wie dem Bericht von Kämmerer Albert Lahner zu entnehmen ist, können Ende des laufenden Haushaltsjahrs voraussichtlich 520 500 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Nachdem Ende letzten Jahres ein Darlehen vollständig getilgt werden konnte und im laufenden Haushalt keine neuen Kreditaufnahmen vorgesehen sind, ist die Gemeinde noch schuldenfrei. Dies wird sich aber in den nächsten Finanzplanjahren ändern: Um den Bau des neuen Rathauses in Seebruck sowie umfangreiche Investitions- und Sanierungsmaßnahmen in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung finanzieren zu können, müssen neue Kredite aufgenommen werden. 2017 sind Kreditaufnahmen von 1,6 Millionen Euro und im Jahr darauf von 770 000 Euro geplant. Die für den Rathausbau gebildete Rücklage in Höhe von 1,3 Millionen Euro soll erst 2017 entnommen werden.

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Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts teilte Bürgermeister Bernd Ruth mit, dass sich der Baubeginn des neuen Rathauses verzögern werde. Der Grund liegt in der enormen Kostenexplosion. Das mit der Planung beauftragte Münchner Architektenbüro habe zunächst eine erste Kostenberechnung von rund 4,2 Millionen Euro vorgelegt, die sich dann auf 4,9 Millionen erhöht habe. Mittlerweile seien die Kosten explodiert. Im Februar habe das Planungsbüro der Gemeinde eine konkrete Kostenberechnung von 5,2 Millionen präsentiert. Daraufhin sei der Gemeinderat zurückgerudert. »Wir mussten die Notbremse ziehen, weil die Gemeinde nicht im Geld schwimmt und wir den Bürgern gegenüber verantwortungsbewusst handeln müssen«, erklärte Ruth. Deshalb wurde jetzt ein Büro eingeschaltet, das nach den vorliegenden Plänen untersuchen soll, wo Einsparungspotenzial möglich ist. »Wir müssen von den Kosten runter«, betont Ruth. Ziel sei es, auf 4,5 Millionen Euro zu kommen. Ruth geht davon aus, dass mit einem Baubeginn nicht vor Ende des Jahres zu rechnen sein wird. Das alte Rathaus soll aber in den nächsten fünf bis sechs Wochen abgerissen werden.

Ursprünglich war geplant, mit dem Rohbau im Sommer zu beginnen. Die Verwaltung ist deshalb bereits Ende letzten Jahres in die Gruber Alm in Seeon umgezogen. Die Immobilie gehört der Gemeinde, es fallen also keine Mietkosten an. »Insofern haben wir keinen Druck«, erklärt Ruth. Um die Öffentlichkeit über den aktuellen Sachstand zu informieren, wird Ende Mai eine Bürgerversammlung stattfinden. Der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. ga