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Kosten der Flut steigen auf 24 Millionen Euro

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Nicht nur am Rothgraben bei Übersee sind die Straßenschäden augenscheinlich. Das Hochwasser hat im Landkreis Traunstein Straßen auf einer Länge von zusammengerechnet rund elf Kilometern beschädigt. (Foto: Hohler)

Traunstein. Die Kosten der Flut steigen: Das Landratsamt muss die geschätzte Schadenshöhe im Landkreis Traunstein nach oben korrigieren. Bei einer ersten groben Einschätzung am vergangenen Freitag war von rund 20 Millionen Euro die Rede gewesen, inzwischen geht die Behörde von einer Hochwasser-Schadenssumme von etwa 24 Millionen Euro aus.


Nach vorläufigen Erkenntnissen hat das Hochwasser an 1101 Wohngebäuden und an 120 Betriebsgebäuden im Landkreis Traunstein einen Schaden angerichtet. Übersee hat es dabei am Schlimmsten erwischt: Etwa 400 Wohngebäude und 30 Betriebsgebäude sind alleine in der Chiemseegemeinde beschädigt.

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Straßenreparaturen sind voraussichtlich auf einer Länge von zusammengerechnet rund elf Kilometern nötig, außerdem sind etwa 51,6 Kilometer Wege in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Straßen haben vor allem in der Gemeinde Seeon-Seebruck gelitten: Mit rund 2,5 beschädigten Kilometern ist die Kommune hier trauriger Spitzenreiter.

Von den rund 2600 Hektar landwirtschaftlichen Flächen, die insgesamt im Landkreis Traunstein überschwemmt waren, sind knapp 1500 Hektar beschädigt. Am Schlimmsten hat es die Bauern im Achental getroffen.

Trotz der Schäden sei der Landkreis Traunstein mit Blick auf die anderen Hochwasser-Gebiete in Deutschland »noch einmal mit dem berühmten blauen Auge davongekommen«, wie Landrat Hermann Steinmaßl bei der Kreisausschuss-Sitzung am gestrigen Mittwoch feststellte. Das sei zum einen ein Verdienst der rund 2600 überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die »höchst professionell« gearbeitet hätten, zum anderen aber auch den Hochwasser-Maßnahmen der vergangenen Jahre zuzurechnen. In diesem Zusammenhang nannte der Kreis-chef neben Traunstein und Unterwössen auch Fridolfing. »Hier hat die Deichrückverlegung gezeigt, was es wert ist, wenn ein Fluss Raum kriegt«, so Steinmaßl. In der Sitzung gab´s von ihm auch Lob für die Landkreisbewohner: »Die Katastrophe hat gezeigt, wie wir in so einer Situation zusammenstehen.«

Die Kreisausschuss-Mitglieder waren sich einig, dass jetzt vor allem den Bauern im Achental geholfen gehört. Ihre Felder sind voller Schwemmsand, teilweise verunreinigt mit Öl; wohin sie das bringen können und wer die Entsorgungskosten trägt, ist noch nicht geklärt. »Wir überlegen, ob wir eine Art Hochwasserkonferenz mit allen Bürgermeistern und zuständigen Behördenvertretern einberufen«, kündigte Landrat Hermann Steinmaßl in diesem Zusammenhang an.

Einigkeit herrschte auch beim Blick in die Zukunft: »Dem Wasser Raum zu geben, ist der einzige Weg«, brachte es unter anderem Ausschuss-Mitglied Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen) auf den Punkt. Er regte auch an, darauf hinzuwirken, in vom Hochwasser bedrohten Gebieten keine Ölheizungen mehr einzubauen. san