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Konzept »Variobus« beginnt am 2. Mai

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Neue Wege bestreiten die Stadt Tittmoning und die Gemeinden Fridolfing, Kirchanschöring und Taching zusammen mit dem Landkreis Traunstein. Am 2. Mai ist Betriebsstart für den »Variobus«. Das Konzept wurde nun von den Bürgermeistern der betreffenden Kommunen und dem Landratsamt Traunstein vorgestellt.


Schon seit zwei Jahren beschäftigt sich der Landkreis Traunstein mit einer bedarfsorientierten Bedienung des nordöstlichen Landkreises. Das Angebot der Linienverkehrsunternehmen konzentriert sich in den Gegenden Fridolfing, Kirchanschöring, Taching und Tittmoning hauptsächlich auf den Schülerverkehr und hat daher im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) einiges aufzuholen. In diesem Zusammenhang wurde in einer Arbeitsgruppe nach Lösungsansätzen gesucht. Neue finanzielle Fördermöglichkeiten des Freistaates Bayern durch das Projekt »Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum« spielten eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Kommunen, den Verkehrsunternehmen Brodschelm, Wengler und dem RVO sowie dem Taxi- und Mietwagenunternehmen Schönsmaul entwickelte die Arbeitsgruppe unter Führung des Landkreis Traunstein das Konzept des »Variobus«. Finanziert wird es vom Freistaat sowie aus Eigenmitteln des Landkreis Traunstein. Die Kommunen beteiligen sich an den Fahrtkosten. Insgesamt liegen die anfallenden Kosten so im Jahr etwa bei 100 000 Euro, wie Hans Pagatsch, der im Landratsamt für die Bereiche Raumordnung, Kreisentwicklung und ÖPNV zuständig ist, bei der Konzeptvorstellung berichtete.

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Keine festen Linien, aber feste Haltestellen

Es werden keine festen Linien angefahren, sondern es gibt insgesamt 140 bis 150 feste Haltestellen. Dafür waren viele Genehmigungen und eine Verkehrsschau notwendig, bei der die Polizei alle Haltestellen auf die Verkehrssicherheit überprüfte. Die Haltestellen befinden sich nicht auf einer festen Linie, sondern in einem Bedienungskorridor in der Stadt Tittmoning und den Gemeinden Fridolfing, Kirchanschöring und Taching sowie dem Bahnhof Waging als zusätzlichen Haltepunkt. Die Fahrt muss zwei Stunden vorher telefonisch angemeldet werden, das Taxiunternehmen Schönsmaul aus Fridolfing stellt anschließend eine Fahrstrecke zusammen und gibt per Rückruf Bescheid, wann und wo man abgeholt wird. Pagatsch erklärte weiter, dass man dann an 365 Tagen im Jahr mit dem Variobus fahren kann.

Es gibt einen Wabentarif, das bedeutet, jede Gemeinde stellt eine Wabe dar und der Fahrpreis liegt bei einem Euro je Wabe, so Pagatsch weiter. Dazu kommt ein weiterer Euro Verwaltungsgebühr. Fahrscheine gibt es nur für eine einfache Fahrt. Schülerfahrkarten oder andere Fahrausweise aus dem ÖVNP-Angebot können nicht angerechnet werden. Lediglich Kinder unter sechs Jahren sind in Begleitung eines Erwachsenen frei. Schwerbehindertenausweise mit Wertmarke werden ebenfalls anerkannt. Behinderte fahren kostenlos, müssen aber auch die Verwaltungsgebühr bezahlen.

Bürgermeister sind vom Konzept überzeugt

Überzeugt vom Konzept zeigten sich die drei Bürgermeister Johann Schild (Fridolfing), Konrad Schupfner (Tittmoning) und Hans-Jörg Birner (Kirchanschöring) sowie Bürgermeisterin Ursula Haas (Taching). »Das ist eine sehr gute Lösung. Vor allem Personen, die nicht oder nicht mehr mobil sind, profitieren von diesem Konzept«, so Fridolfings Bürgermeister Schild, der als weiteren Vorteil auch die »kurzen Wege zu und zwischen den Haltestellen« nennt. Dieser Meinung schließt sich Hans-Jörg Birner ebenfalls an und deute an, den »Variobus« zum Betriebsstart selbst zu nutzen: »Am 2. Mai haben wir eine Gemeinderatssitzung. Die Gemeinderäte sollen alle mit dem Variobus kommen.« Besonders wichtig finden die Bürgermeister auch die Haltestelle am Bahnhof in Waging, da von dort aus eine gute Anbindung nach Traunstein und somit an den öffentlichen Nahverkehr besteht. Ein mögliches Problem sprach Tachings Bürgermeisterin Ursula Haas an: »Was ist, wenn das Konzept in der Bevölkerung nicht ankommt?« Ihrer Meinung nach herrscht oft der Gedanke vor, »das ist für alle anderen, aber nicht für uns«. Sie sieht den Variobus als »einmalige Gelegenheit« und appelliert an die Bevölkerung ihn anzunehmen.

Der Betriebsstart für den »Variobus« ist am 2. Mai. Ab dann beginnt ein zweieinhalbjähriger Probebetrieb bis einschließlich 31. Dezember 2016. Solange fließen auch die Fördergelder des Freistaats Bayern. jar