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Konzept für Themenwanderweg steht

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An der Staudach-Egerndacher Kirche soll der neue Moorrundweg starten. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Der Moorrundweg drohte bereits sich aufzulösen, bis sich eine Arbeitsgruppe um zweite Bürgermeisterin Martina Gaukler formierte und sich diesem Wanderweg annahm.


In etlichen Stunden wurden die Ideen zusammengetragen und eine Planung ausgearbeitet, die nun dem Gemeinderat zur Annahme vorgelegt wurde.

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Die Idee sei laut Martina Gaukler, einen Themenweg zu kreieren, der von Bürgern für Bürger gestaltet werde. Mit diesem Weg möchte man den Menschen die Natur wieder nahebringen und die Möglichkeit bieten, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Auf einer Strecke von 4,4 Kilometern sind neun Stationen mit unterschiedlichen Themenbereichen geplant.

Ausgangspunkt wird an der Kirche sein. Mit einer Infotafel soll auf den Rundweg aufmerksam gemacht werden, außerdem sollen Flyer ausgelegt werden. Für die Kinder soll eine Wippe installiert werden. Nach rund 1,5 Kilometern an der Wegkreuzung ist die nächste Station mit einer interaktiven Schautafel und Informationen zum Moor geplant. Auch eine Hundetoilette soll aufgestellt werden. An der Plattform wird die dritte Station zu finden sein. Dort möchte man sich mit dem Thema »Tiere im Moor« beschäftigen, außerdem ist eine überdachte Sitzgruppe für die Wanderer geplant. Edelstahltiere werden im angrenzenden Bereich aufgestellt und können von den Kindern entdeckt werden. Die im Moor lebenden Tiere werden an einer Schautafel beschrieben.

Nach weiteren 320 Metern kommen Interessierte zu einem Schaubienenhaus und erfahren Wissenswertes über das Leben der Bienen. An der fünften Station, direkt am Moorweiher, sollen keine künstlichen Installationen von dem idyllischen Platz ablenken. Gegenüber der Ruhebank im Waldbereich soll ein Hexenhäuschen für Kinder erstellt werden. Auf Höhe der Sandbank der Tiroler Achen ist die sechste Station. Zwischen den Bäumen werden Steinquader aufgestellt. Zudem sollen die Spaziergänger zum Bauen von Steinmännchen animiert werden. Eine Infotafel zur Geologie soll es den Wanderern ermöglichen, die unterschiedlichen Flusskiesel der Ache ihrem ursprünglichen Fundort zuzuordnen. Auch die Hochwasserproblematik soll thematisiert werden.

Die siebte Station wird beim ehemaligen Baumtelefon zu finden sein. Informationswürfel werden auf seltene Baumarten hinweisen. Nach der großen Linde möchte man an der achten Station den Besuchern eine Brotzeitmöglichkeit mit Bank und Tisch bieten. Am Pumphäuserl ist dann die neunte und letzte Station des Rundwegs zu finden. Hier werden ein großes Insektenhotel sowie eine weitere Hundetoilette aufgestellt. Nach weiteren 650 Metern ist der Ausgangspunkt wieder erreicht.

Martina Gaukler berichtete weiter, dass die Traunsteiner Berufsschule bereits zwei überdachte Sitzgelegenheiten und auch das Insektenhotel gefertigt habe. Nun werde noch nach weiteren Spendern gesucht. Besonders erfreut habe sie die schnelle Zusage der Adelholzener Alpenquellen, die das Naturschutzprojekt mit 2500 Euro fördern möchten. Auch den Grundstückseigentümern wurde der Weg bereits vorgestellt und diese zeigten sich dem Projekt gegenüber sehr aufgeschlossen.

Zu den Kosten des Moorrundwegs informierte Bürgermeister Hans Pertl, dass ohne Förderung rund 54 000 Euro im Raum stehen. Laut Martina Gaukler sei dies eine sehr hohe Schätzung. Allein für die geplanten Einrichtungsgegenstände wurden 27 000 Euro veranschlagt. Für Fundamente und Befestigungen werden 8000 Euro gerechnet. Dies werde natürlich günstiger, wenn der Bauhof die Arbeiten übernimmt. Was definitiv nicht in Eigenleistung gemacht werden kann, sei das Layout für die Informationstafeln wie auch der Druck der Flyer.

Auf die Frage von Evi Pöschl nach Barrierefreiheit des Wegs sagte Pertl, dass diese ursprünglich angedacht war. Allerdings würde dies einen zu großen Eingriff in die Moorlandschaft darstellen und auch die schmale Birkenallee könne nicht verbreitert werden, ohne den Charakter zu zerstören. Mit dem Kinderwagen sei der Weg aber durchaus begehbar. Man habe sich daher entschieden, am eigentlich Weg nichts zu ändern.

Das Konzept gefiel den Gemeinderäten, die sich einstimmig für die Umsetzung entschieden. Die Mittel für die Umsetzung werden im Haushalt veranschlagt. tb