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Kontroverse Diskussion um Holzlagerhalle

Siegsdorf. Eine kontroverse Diskussion entwickelte sich in der Sitzung des Siegsdorfer Gemeinderates zur Bauvoranfrage eines Holzhändlers, der in St. Johann eine große Holzlagerhalle errichten möchte. Bereits im März dieses Jahres hatte der Bauausschuss das Thema behandelt, die Größe der Halle für überdimensioniert gehalten und dem Bauwerber geraten, doch das bereits ausgewiesene Gewerbegrundstück an der Neukirchner Straße, das sich ebenfalls in Familienbesitz befindet, für den Hallenneubau in Betracht zu ziehen.


Nach erneut vorgelegten Plänen, die die vorhandenen Baugrenzen im genehmigten Bebauungsplan aber bei Weitem überschritten, empfahl der Bauausschuss eine Bauberatung durch das Landratsamt, das daraufhin eine Ortsbesichtigung durchführte. Als Ergebnis einer Besprechung mit den Beteiligten empfahl das Kreisbauamt die Prüfung eines Hallenbaues im Ausmaß von 40 mal 20 Metern südöstlich des Anwesens, worauf der Firmeninhaber Mitte Juni aus logistischen Gründen eine Halle mit 53 mal 15 Metern beantragte.

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Nach einer Ortsbesichtigung des Bauausschusses, bei der das geplante Gebäude abgesteckt war, einigte man sich auf einen Kompromiss für eine Halle mit 40 Metern Länge und 15 bis 20 Metern Breite, die der Ausschuss für vertretbar hielt. Voraussetzung wäre allerdings die Erweiterung der bestehenden Entwicklungssatzung St. Johann und die Anpassung im Rahmen der derzeit laufenden Änderung des Flächennutzungsplanes.

Nach kontroverser Debatte im Gemeinderat wurde die Entscheidung zur Bauvoranfrage zurückgestellt und damit auch der nachfolgende Tagesordnungspunkt zur Erweiterung der Änderung des Flächennutzungsplans abgesetzt. Hauptkritikpunkte zum Antrag waren die mangelnde Erschließung durch die Gemeindestraße St. Johann, die Dimension der geplanten Erweiterung in einem klassischen Außenbereich und das bisher ungenutzte, bestehende Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe des Anwesens.

Für eine endgültige Behandlung des Antrags wird nun ein nachhaltiges Nutzungskonzept der bereits vorhandenen landwirtschaftlichen Hallen und Nebengebäude gefordert. Außerdem sind die Eigentümerfrage und die Übergabe der Hofstelle noch eindeutig zu klären.

In der Sitzung genehmigte der Gemeinderat zudem einen Vorbescheid zum Ersatzbau eines Anwesens in Höll, wo das bestehende eingeschoßige Wohnhaus abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Der Gemeinderat gab jedoch vor, dass die seitliche Wandhöhe 5,80 Meter nicht überschreiten dürfe. FK