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Konrad Glück kandidiert nicht mehr

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Konrad Glück will nach 24 Jahren nicht noch einmal für das Bürgermeisteramt kandidieren.

Seeon-Seebruck. Konrad Glück wird bei den Kommunalwahlen 2014 nicht mehr als Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck kandidieren. Das gab der 56-Jährige in der Jahresschlusssitzung des Gemeinderates jetzt offiziell bekannt. Persönliche Gründe hätten ihn zu diesem Schritt bewogen, sagte Glück.


Nach Aussagen seines Stellvertreters Hans Huber habe Konrad Glück bereits im Sommer in einer nichtöffentlichen Sitzung angekündigt, dass er nach 24 Jahren nicht mehr kandidieren werde, gleichzeitig aber um Stillschweigen gebeten. In der jüngsten Sitzung hat Glück jetzt eine offizielle Erklärung abgegeben. Gegenüber dem Gemeinderat räumte er auch ein, die Verwaltung über seine Entscheidung bereits informiert zu haben. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts wollte sich Glück nicht näher über seinen Rückzug als Bürgermeister äußern. »Persönliche Gründe muaß glanga«, sagte er. Nähere Details habe er auch gegenüber dem Gemeinderat nicht geäußert, räumte Hans Huber ein. Er sei 1990 mit dem Ziel angetreten, die Gemeinde schuldenfrei zu machen, soll Glück bei der Ankündigung im Sommer gegenüber dem Gemeinderat geäußert haben. Dies ist ihm nach 22 Jahren auch gelungen, wie dem Haushaltsabschluss 2012 zu entnehmen ist, über dessen Entwicklung der Bürgermeister das Gremium in der Sitzung informierte. Nachdem die Rücklagen die Schulden überschreiten werden, wird die Gemeinde zum Jahresende faktisch schuldenfrei sein. Laut aktueller Haushaltslage werden sich die Schulden bei 290 000 Euro bewegen und die Rücklagen bei 480 000 Euro. Demzufolge hätten die Restschulden haushälterisch noch heuer getilgt werden können.

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Zur Gesamtsituation des Verwaltungshaushalts räumte Glück ein, dass sich die Mehreinnahmen bei Gewerbesteuer und bei der Einkommensteuerbeteiligung sehr positiv auf das Rechnungsergebnis auswirken werden. Nach dem derzeitigen Stand könne die Gemeinde mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 1,27 Millionen Euro (Haushaltansatz eine Million) rechnen. Von einigen Betrieben stünden aber noch endgültige Messbeträge aus beziehungsweise lägen nur Vorauszahlungen vor, die das endgültige Jahresergebnis noch verändern könnten. Bei der Einkommensteuerbeteiligung, die mit 1,75 Millionen angesetzt wurde, ist mit Mehreinnahmen von 70 000 Euro zu rechnen. Diese Mehreinnahmen führen auch dazu, dass die Zuführung an den Vermögenshaushalt deutlich höher ausfallen wird, als der vorgesehene Ansatz von rund einer Million Euro. Daraus ergibt sich ein wesentlicher Finanzierungsbaustein für den Vermögenshaushalt. Wie Glück dazu ausführte, werden die Höhe der Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen zwar nicht erreicht werden, jedoch seien zum Jahresende noch Verkäufe vorgesehen, die in 2013 dann kassenwirksam werden. Ebenfalls würden einige Zuschüsse und Zuweisungen, die aufgrund ausstehender Bewilligungen bisher nicht abgerufen werden konnten, im nächsten Haushalt eingestellt. Die Finanzierung größerer Investitionsmaßnahmen wie Erschließungsmaßnahmen, der begonnene Ausbau der Seestraße in Seeon oder die ebenfalls im Bau befindliche neue Kinderkrippe in Truchtlaching, war wieder ohne Kredite möglich.

Über einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin von Konrad Glück, gibt es derzeit weder Spekulationen noch konkrete Anwärter. Zweiter Bürgermeister Hans Huber von den Freien Wählern Seeon, hat einer möglichen Kandidatur bereits eine Absage erteilt. »Ich stehe mit Sicherheit nicht zur Verfügung«, sagte er dem Traunsteiner Tagblatt. Die zeitnahe Mitteilung von Glück, nicht mehr zu kandidieren, sei sehr fair und gebe »uns Zeit, uns Gedanken über einen geeigneten Kandidaten zu machen«. Auch die CSU-Fraktion will keinen Schnellschuss wagen. Nach Angaben des CSU-Fraktionsvorsitzenden Sepp Daxenberger werde sich die Fraktion zunächst intern unterhalten, aber gleichzeitig mit dem gesamten Gemeinderat über eine vernünftige Lösung diskutieren, um den Übergang ordentlich zu gestalten. Konrad Glück habe sich zwar im Sommer gegenüber dem Gemeinderat geäußert, nicht mehr zu kandidieren, es aber erst jetzt in der Sitzung öffentlich gemacht. Daxenberger: »Von daher ist die Situation für uns alle ganz neu und wir sollten nichts überstürzen – wir haben ja noch Zeit.« ga

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