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Kommune übernimmt Mittagsbetreuung

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Marquartstein. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, spätestens ab dem Schuljahr 2015/2016 die Trägerschaft für die Mittagsbetreuung in der Grundschule an der Burgstraße zu übernehmen. Bisher hat die Trägerschaft der Verein Mittagsbetreuung inne.


Der Verein stellte nun den Antrag an die Gemeinde, die Trägerschaft zu übernehmen, denn »die Inanspruchnahme von öffentlichen Gebäuden durch den privaten Verein wirft ungeklärte Nutzungs- und Besitzverhältnisse auf«, wie es in dem Antragsschreiben heißt. Wegen unregelmäßiger Einnahmen – verursacht durch die wechselnde »Zahlungsmoral der Eltern« oder durch Quartalszahlungen der Zuschüsse durch das Landratsamt bestünden manchmal deutliche Kontoschwankungen, heißt es weiter. Die Betreuerinnen hätten zum Beispiel in einem Monat gar kein Gehalt bekommen, was dann einen Monat später nachgeholt worden sei.

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Die Schülerzahl der Mittagsbetreuung in Marquartstein hat seit Jahren eine leicht steigende Tendenz zu verzeichnen. Für das Schuljahr 2014/15 sind 17 Kinder angemeldet. Leiterin der Einrichtung, Steffie Kümper, hat eine Halbtagsstelle, eine weitere Betreuerin eine 400-Euro-Stelle. Je nachdem, ob Kinder bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr betreut werden, fallen verschieden hohe Kosten für die Eltern an und auch die Zuschüsse durch das Landratsamt variieren.

Elternbeiträge mussten erhöht werden

Von Bürgermeister Andreas Scheck wurde Steffie Kümper aus dem Publikum an den Gemeinderatstisch geholt, um den Antrag noch einmal zu begründen und Fragen zu beantworten. Sie erklärte, dass kürzlich die Elternbeiträge erhöht werden mussten. Grundsätzlich seien die Löhne durch Elternbeiträge und Zuschüsse gedeckt.

Auf die Frage, welche weiteren Investitionen künftig voraussichtlich notwendig wären, sprach Steffie Kümper die mangelnde Ausstattung der Küche an, die zum Beispiel keine Geschirrspülmaschine besitzt. Täglich wird Essen geliefert, wobei das Geschirr dann per Hand von den Betreuerinnen gereinigt wird. »Bisher haben wird das immer irgendwie geschafft«, sagte sie.

Grundsätzlich befürworteten alle Gemeinderäte die Übernahme der Trägerschaft durch die Gemeinde, obwohl der Bürgermeister informierte, dass die Verwaltung der Finanzen wegen Personalmangels nicht von der Gemeindeverwaltung erledigt werden könnte. Diese müsste an ein auswärtiges Büro weitergegeben werden. Christian Thoma sagte, die Gemeinde solle »ein deutliches Zeichen setzen«, dass sie die Mittagsbetreuung befürworte.

Er sprach der Einrichtung hohes Lob aus, da es die Volksschule mit rund 60 Kindern schaffe, so viele Kinder mittags zu betreuen, die Achental-Realschule aber mit rund 700 Schülern bei der Mittagsbetreuung nur rund 15 Schüler anziehen könne. Thomas Halder riet dringend, vorab zu klären, ob die staatlichen Zuschüsse auch bei einer Trägerschaft der Gemeinde bezahlt werden. Da die Zuschüsse für das kommende Schuljahr vom Verein bereits beantragt sind, soll diese Frage erst geklärt werden. gi