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Kommt in Traunreut jetzt ein City-Manager?

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Intensiv gearbeitet haben die verschiedenen Arbeitskreise der Bürgerwerkstatt zur Verbesserung der Stadtmitte - immer wieder gab es dazu auch Diskussionen und Meinungsaustausch mit den Fachleuten, wie hier (Bildmitte) Prof. Anne Beer und Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien. (Foto: H. Eder)

Traunreut. Die Traunreuter planen sich ihre Stadt selbst: Das wäre das Ziel der aktuellen Bürgerbeteiligung zum Zweck einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Innenstadt. An der zweiten Planungswerkstatt im Heimathaus haben rund 30 interessierte Bürger teilgenommen. Sie haben sich mit den bisher von ihnen selbst, von der Lenkungsgruppe und von den von der Stadt engagierten Fachplanern befasst und dazu weitere Vorschläge und Überlegungen eingebracht. Und so wie es aussieht, sollen bald konkrete Schritte folgen: zunächst die Diskussion um die mögliche Anstellung eines Citymanagers und dann möglichst rasch auch die Ausarbeitung eines Startprojekts.


Bürgermeister Franz Parzinger fasste am Ende der rund dreistündigen Veranstaltung mit intensiven Diskussionen in verschiedenen thematischen Arbeitskreisen seine Vorstellungen zusammen. »Damit wird sich die Lenkungsgruppe befassen, dann der Stadtrat. Wir wollen noch im Herbst ein Startprojekt auf den Weg bringen, damit das Verfahren nicht nur ein Strohfeuer ist.«

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Bei der Stadtratssitzung am 25. April wird der Wirtschaftsgeograf Dr. Ralf Popien das von der Stadt in Auftrag gegebene Einzelhandelskonzept vorstellen, kündigte Parzinger an: »Anschließend wollen wir das Thema Citymanager behandeln und versuchen, einen Beschluss herbeizuführen.« Denn zuerst wollte man ein Gutachten haben, damit man wisse, was ein solcher Citymanager zu machen habe.

Dazu sei in dem betreffenden Arbeitskreis gute Vorarbeit geleistet worden, sagte der Bürgermeister. Denn die verschiedenen Arbeitskreise hatten vom Planungsteam je eine »Hausaufgabe« übertragen bekommen, zu der sie sich Gedanken machen sollten.

Der Arbeitskreis Handel hatte, wie dessen Sprecher Christian Gerer erläuterte, versucht, eine Art Arbeitsprofil für einen City-Manager zu erarbeiten. Die Aufgabe eines solchen »Stadtmarketing-Koordinators« liege nach Auffassung des Arbeitskreises zum einen in der Umsetzung von Stadtentwicklungsmaßnahmen, wie sie im Rahmen der Planungswerkstatt ausgearbeitet werden. Zum anderen müssten von dieser Stelle aus die folgenden Bereiche koordiniert werden: Image, Events, Wirtschaftsförderung, Neuansiedlung im Rahmen eines passenden Branchenmix. Dazu gehören auch das »Leerstandsmanagement« und der Aufbau von Netzwerken.

Stadtplanerin Prof. Anne Beer nannte ihrerseits einige Schwerpunkte aus den verschiedenen Bereichen des Gebietes, das für das Verfahren bezeichnet worden ist. Vom Rathausplatz aus, so meinte sie, sollte man die Anbindung in Richtung Maximum stärken, ebenso Sichtverbindungen in Richtung Munastraße schaffen. Hintergrund dieser Überlegungen sei es, »die Kultur in der Stadtmitte weiter zu verdichten«, wie Beer sagte.

»Kanthöfe« nannte Beer die Situation an der Kantstraße und meinte damit die Tatsache, dass wohl über kurz oder lang die Ostseite komplett von Gebäuden der Firma Heidenhain eingenommen werden könnte. Dafür sollte man den Gebäuden an der Westseite aber eine bessere Entwicklungs- und Verdichtungsmöglichkeit geben und ihnen Flächenzuwachs ermöglichen, um sie für Mieter attraktiver zu machen. Gleichzeitig aber darauf achten, dass im Erdgeschoß Läden bleiben.

Der »Traunpark«, so ist das Gebiet um »k 1« und die Grünachse an der Eichendorffstraße inzwischen getauft worden. Hier stellt man sich sowohl von der Stadtplanung wie auch von den teilnehmenden Bürgern ein echtes kulturelles Zentrum vor. Hier könnten, so hat er der damit befasste Arbeitskreis zusammengetragen, eines Tages folgende Einrichtungen Platz finden: Volkshochschule, Stadtarchiv, »Geschichtshaus« beziehungsweise Stadtmuseum, Bücherei.

Konkrete Baumaßnahmen sind bisher noch nicht festgelegt. Aber Bürgermeister Parzinger könnte sich sehr gut vorstellen, wie er im Gespräch sagte, mit der Sanierung der Kantstraße zu beginnen. Es ist ihm wichtig, nach der langen Phase von Planungen und Überlegungen auch etwas umsetzen zu können. he